FRANKFURT (dpa-AFX) - Die von SAP vorgelegten Quartalsresultate haben am Freitag im gesamten Software-Sektor für Erleichterung gesorgt. Denn: der Cloud-Vertragsbestand übertraf die Analystenerwartungen.

Mit einem Anstieg um zuletzt 6,4 Prozent erholten sich die SAP-Titel schwungvoll von ihrem niedrigsten Niveau seit November 2023, auf das sie am Vortag gefallen waren. Die im Dax schwergewichtigen Papiere gaben dem deutschen Leitindex Rückenwind.

Deutsche Aktien aus dem Softwarebereich profitierten: Mit Nemetschek , Teamviewer und Atoss gehörten auch Werte aus der zweiten und dritten Reihen aus diesem Bereich mit Anstiegen zwischen 2,9 und 4,9 Prozent zu den größten Gewinnern in den Indizes MDax und SDax .

Auch Atoss veröffentlichte einen Quartalsbericht, der gut ankam. Händler sahen bei dem Unternehmen die Profitabilität über der Markterwartung. Atoss hatte im zweiten Quartal ebenfalls von guten Cloud-Geschäften berichtet.

Laut Analysten Oliver Frey von der Privatbank Metzler kann das zweite Quartal die zuletzt bei SAP und im Sektor spürbaren Bedenken rund um das Trendthema Künstliche Intelligenz etwas mildern. Charles Brennan vom Investmenthaus Jefferies schrieb sogar, die zuletzt erlebte Zurückhaltung der Investoren werde widerlegt. Dies reiche wohl aus für eine Erholungsrally.

Der sogenannte Current Cloud Backlog, also der kurzfristige Cloud-Vertragsbestand, hat sich laut Frey entgegen einer befürchteten Abschwächung wieder beschleunigt. Begleitaussagen des Managements reduzierten für die zweite Jahreshälfte die Risiken. Brennan sieht in den Cloud-Verträgen ein Indiz für eine starke Auftragsentwicklung im zweiten Quartal.

Dass Händler im Zahlenwerk auch kritische Punkte etwa im operativen Ergebnis ausmachten, kam in diesem Umfeld nicht zur Geltung. Schließlich haben die Aktien viele trübe Monate hinter sich, befeuert von der Sorge, dass Künstliche Intelligenz für die Software-Branche zu einem Störfaktor wird und die klassischen Geschäftsmodelle erodiert.

2026 sind die SAP-Aktien mit einem Minus von einem Drittel aktuell unter den größten Dax-Verlierern. Seit dem Rekordhoch vom Februar 2025 hat sich der Kurs sogar mehr als halbiert.

Dieser Kursrutsch hat dazu geführt, dass der Rang als wertvollstes deutsches Unternehmen an Siemens abgegeben wurde. Mit einer Marktkapitalisierung von 167 Milliarden Euro liegt SAP auch nur noch knapp vor der Allianz . Siemens bringt mehr als 200 Milliarden auf die Waage./tih/ajx/mis

Quelle: dpa-Afx