FRANKFURT (dpa-AFX) - Steigende Zinsen an den Kapitalmärkten haben zum Wochenbeginn die Aktienkurse von als sichere Anlagen geltenden Unternehmen belastet. Dazu zählen unter anderen die Immobilienwerte
Diese Sektoren stehen für stabile Erträge auch in konjunkturell schwachen Phasen. Sie erwirtschaften oftmals hohe Barmittel, die sie zu Teilen an die Aktionäre weitergeben. Mit attraktiven und sicheren Dividenden haben sie aus Sicht von Investoren einen Anleihe-ähnlichen Status, im Englischen spricht man auch von "Bond-Proxy".
Das Problem: An den Anleihemärkten sind die Renditen zuletzt stark gestiegen. Zehnjährige Bundesanleihen erklommen am Montag den höchsten Stand seit 15 Jahren. Mit einer Rendite von 3,31 Prozent sind sie aus Anlageperspektive mittlerweile eine attraktive Alternative zu Aktien geworden. Die 30-jährigen deutschen Staatspapiere rentieren mit 3,8 Prozent sogar noch merklich höher.
Angesichts solcher Renditen schichten Anleger im Portfolio teilweise aus Aktien in Anleihen um. Opfer solcher Anpassungen an die neuen Marktbedingungen sind unter den Aktien zumeist eben die Bond-Proxies. Im Dax
"Höhere Anleiherenditen machen festverzinsliche Anlagen attraktiver und verteuern gleichzeitig Investitionen und Wachstum", schrieb Analyst Maximilian Wenke vom Broker Etoro. Am Anleihemarkt würden Risiken wie Inflation, Staatsverschuldung und Risikoprämien unmittelbar eingepreist. In der Eurozone und wohl auch in den Vereinigten Staaten stehen die Zeichen auf Zinserhöhungen.
Schwächster Sektor waren am Montag die Immobilienwerte. Die 30 im Stoxx 600 Real Estate Sektor enthaltenen Aktien verloren im Schnitt 0,7 Prozent. Der Sektor fiel auf den niedrigsten Stand seit Mitte Juli. Hier kommt erschwerend hinzu, dass das Geschäftsmodell von Immobiliengesellschaften stark auf Fremdfinanzierung basiert. Steigen die Renditen an den Kapitalmärkten, steigen also tendenziell auch die Finanzierungskosten der Unternehmen. Zudem erschweren hohe Zinsen Verkäufe aus dem Portfolio ebenso wie Zukäufe./bek/ag/stk
Quelle: dpa-Afx