ZÜRICH (dpa-AFX) - Die Schweizer Großbank UBS hat für den von Bayer angestrebten Glyphosat-Vergleich ein "Worst-Case"-Szenario mit einem Kursziel von 28 Euro entworfen. Damit würde die zuletzt stabilisierte Aktie des Agrarchemie- und Pharmakonzerns um gut ein Viertel ihres Werts auf ein Tief seit Mitte November abrutschen.

Dieses Szenario droht laut Analyst Matthew Weston, wenn die Zuständigkeit für den Vergleich am Ende bei Bundesrichter Vince Chhabria in Kalifornien landet und gleichzeitig der Supreme Court im separaten Durnell-Fall zu einem negativen Urteil kommt. Selbst wenn Bayer in Washington gewinne, müsste der Konzern die noch anhängigen Glyphosat-Rechtsstreitigkeiten weiterhin durch einen Vergleich beilegen, betonte der Experte in seiner am Mittwoch vorliegenden Einschätzung.

Weston verwies auf das Hickhack um den Ort für die Verhandlung dieses Vergleichs. Nachdem eine Minderheit der Klägeranwälte einen Antrag auf die Verweisung von einem Bezirksgericht in St. Louis an ein Bundesgericht gestellt habe, müsse Bundesrichter Henry Autrey entscheiden, ob der Vergleich an das Gericht von Missouri zurückverwiesen oder die Verlegung in die Bundesgerichtsbarkeit bestätigt werde - beide Ausgänge gälten unter Experten als ähnlich wahrscheinlich. In letzterem Falle zeichne sich ab, dass ein spezielles Bundesrichtergremium den Fall an Chhabria weiterleiten werde, was angesichts früherer Aussagen von Chhabria einen möglichen Vergleich erschweren würde.

Die Wahrscheinlichkeit eines positiven Votums des Supreme Court im Durnell-Fall beziffern Experten laut Weston auf rund 70 Prozent. Für dessen Entscheidungsfindung gebe es keinen Zeitplan. Erfahrungswerte sprächen indes für ein Urteil gegen Ende Juni./gl/ag/stk

Veröffentlichung der Original-Studie: 16.06.2026 / 22:01 / GMT Erstmalige Weitergabe der Original-Studie: 17.06.2026 / Uhrzeit in Studie nicht angegeben / Zeitzone in Studie nicht angegeben

Quelle: dpa-Afx