ESSEN/HANNOVER (dpa-AFX) - Die Chemiegewerkschaft IGBCE hat sich skeptisch zum Übernahmeangebot der BASF
Eine Übernahme eines erfolgreichen Unternehmens durch ein anderes erfolgreiches Unternehmen werde für ihre Standorte und Beschäftigten nicht allein dadurch zu einer Zukunftsgeschichte, dass das neue Gebilde größer werde, so der IGBCE-Vorsitzende Michael Vassiliadis. Was Aktionären und Börsenhändlern schlüssig erscheinen möge, müsse mit Blick auf die Mitarbeitenden, die Standorte, den Markt und die heimische Wertschöpfung noch lange nicht sinnvoll sein.
Am Freitag hatten die beteiligten Unternehmen sowie die RAG-Stiftung als größte Evonik-Anteilseignerin bekannt gemacht, dass es ein Angebot gibt. Evonik sprach von einer unverbindlichen Ansprache durch die BASF. "Diese ist auf ein freiwilliges öffentliches Übernahmeangebot für sämtliche Aktien der Gesellschaft gerichtet." Gespräche fänden derzeit nicht statt, teilte Evonik am Freitag weiter mit. BASF hatte mitgeteilt: "Fortgang und Ausgang der Sondierungen sind gegenwärtig offen." Die RAG-Stiftung, die die Folgekosten des deutschen Steinkohlebergbaus finanziert, hält derzeit knapp 44 Prozent an Evonik.
"Für die Beschäftigten und Standorte von BASF wie von Evonik braucht es vielmehr Zukunftsperspektiven und Investitionszusagen", erklärte Vassiliadis. Nur so werde trotz des hohen Konsolidierungsdrucks in der Branche eine Stärkung der deutschen und europäischen Standorte konkret greifbar. In beiden Unternehmen liefen derzeit ohnehin schon harte Restrukturierungs- und Personalabbauprogramme. "Beide Konzerne sollten sich hüten, diese Schraube zu überdrehen."/tob/DP/jha
Quelle: dpa-Afx