MAINZ (dpa-AFX) - Biontech
Das Management des Mainzer Unternehmens hatte vor wenigen Tagen angekündigt, wegen einer zu geringen Auslastung, Überkapazitäten und Kosteneinsparungen mehrere Produktionsstandorte zu schließen. Betroffen von den Plänen sind Werke in Idar-Oberstein, Marburg und Singapur sowie Standorte des übernommenen Konkurrenten Curevac
Suche nach tragfähigen Lösungen für die Standorte
Bis zu 1.860 Stellen könnten laut Unternehmen von den Maßnahmen betroffen sein. Bei Curevac allein sind demnach rund 820 Jobs bedroht - größtenteils am Hauptsitz in Tübingen. Der Betriebsrat warf der Unternehmensführung jüngst mangelnde Kooperation bei der Suche nach einem Investor für die von der Schließung bedrohten Standorte vor.
Biontech stehe im Austausch mit Politik, Wissenschaft und regionalen Partnern, um gemeinsam für verschiedene Standorte tragfähige Perspektiven zu prüfen, versicherte Sahin bei dem virtuellen Aktionärstreffen. Er hatte Biontech im Jahr 2008 zusammen mit seiner Ehefrau Özlem Türeci gegründet und wird das Unternehmen spätestens Ende dieses Jahres mit ihr verlassen.
Strategischer Fokus wieder auf der Onkologie
Die geplanten Standortschließungen seien die Folge der veränderten strategischen Ausrichtung des Biopharma-Unternehmens, erklärte Sahin, der mit Biontech in der Corona-Pandemie weltbekannt wurde, weil das Unternehmen gemeinsam mit dem US-Partner Pfizer
Nach der Corona-Pandemie habe das Management den strategischen Fokus wieder konsequent auf die Onkologie gelegt. "Dort liegen unsere wissenschaftlichen Wurzeln, unsere größte Stärke", betonte Sahin. Es sei klar gewesen, dass ein pandemischer Impfstoff zwar enorme medizinische und wirtschaftliche Bedeutung habe, es aber keinen gleichbleibenden Bedarf geben werde.
Ambitionierte Ziele bis 2023
Biontech habe mittlerweile nicht nur einen, sondern gleich mehrere Produktkandidaten und Kombinationstherapien mit einem großen medizinischen Potenzial bei unterschiedlichen Krebsarten in zulassungsnahen Studien, berichtete Sahin. Dazu verfüge das Unternehmen über ausreichend Kapital, um die Pipeline Richtung Marktzulassung zu entwickeln. Ziel sei, bis zum Jahr 2030 mehrere Produkte zur Behandlung von Krebs zur Zulassung zu bringen und somit zu den Patienten./glb/DP/nas
Quelle: dpa-Afx