LONDON (dpa-AFX) - Der steile Anstieg der Kerosinpreise durch den Iran-Krieg macht der British-Airways-Mutter IAG zu schaffen. Im Gesamtjahr rechnet die International Airlines Group (IAG) nun mit einer Treibstoffrechnung von 8,6 Milliarden Euro. Ende Juni standen laut einer Mitteilung vom Freitag hier 300 Millionen weniger in Planung. Das Unternehmen erwartet deshalb jetzt nicht mehr, die Kapazität in diesem Jahr erhöhen zu können. Im Februar hatte es noch geheißen, dass diese um drei Prozent steigen soll. Die Aktie gab in London zuletzt um 1,6 Prozent nach.

Die Muttergesellschaft von British Airways, Iberia, Vueling, Aer Lingus und Level geht weiterhin davon aus, etwa 60 Prozent der höheren Treibstoffkosten durch Umsatzsteigerungen und Kosteneinsparungen auszugleichen.

Im zweiten Quartal schlug sich der Anstieg der Kerosinpreise bei IAG in den Geschäftszahlen nieder. Der um Sondereffekte bereinigte Betriebsgewinn sank um 16 Prozent auf 1,41 Milliarden Euro, während der Umsatz mit 8,89 Milliarden Euro nahezu auf dem Vorjahresniveau verharrte. Unter dem Strich ging der Gewinn um gut ein Drittel auf 732 Millionen Euro zurück.

Der Krieg im Nahen Osten erschwert es Fluggesellschaften, selbst in der Hauptreisezeit Gewinne zu erzielen, da höhere Treibstoffkosten die Flugpreise in die Höhe treiben und die Nachfrage dämpfen. So will die konzerneigene Gesellschaft Aer Lingus bis zu 500 Arbeitsplätze abbauen und einige Flüge streichen, um steigende Kosten und den zunehmenden Wettbewerb auf der Nordatlantikroute abzufedern.

Die Billigfluggesellschaften Ryanair und Easyjet hatten zuletzt bereits einen Gewinnrückgang gemeldet und dies auf die Kerosinpreise zurückgeführt./mne/men/jha/

Quelle: dpa-Afx