FRANKFURT (dpa-AFX) - Die deutschen Aktienanleger reagieren am Montag ein wenig angespannt auf die neueste Zolldrohung des US-Präsidenten - auch wenn Donald Trumps Zollpolitik vor dem obersten US-Gericht kurz vor dem Wochenende eine Abfuhr erhalten hatte. Der Broker IG taxierte den deutschen Leitindex gut zweieinhalb Stunden vor dem regulären Xetra-Auftakt rund 0,8 Prozent tiefer auf 25.057 Punkte.
Am Freitag war der Dax zeitweise bis auf 25.331 Punkte geklettert und hatte damit einen neuerlichen Höchstsand seit Mitte Januar erreicht. Damit schien eine Rückkehr an sein damaliges Rekordhoch bei gut 25.507 Punkten nur noch eine Frage von Tagen. Nun gehen die Anleger doch wieder in die Defensive. Denn zur drohenden militärischen Auseinandersetzung zwischen den USA und dem Iran gesellen sich zur Unzeit wieder einmal Zollsorgen.
In einem historischen Urteil untersagte der Supreme Court am Freitag dem US-Präsidenten, unter Berufung auf ein Notstandsgesetz aus den 1970er Jahren Zölle gegen viele Länder zu verhängen. Trump kündigte aber an, andere Wege zu nutzen, um seine Zölle weiterhin durchzusetzen.
An den Zöllen für die EU ändere sich vorerst aber nichts, hieß es von JPMorgan. Vergeltungsmaßnahmen seien daher unwahrscheinlich.
In Asien hatten viele Märkte zu Wochenbeginn kaum Gelegenheit, auf die neuen Zölle zu reagieren, weil in China und Japan nicht gehandelt wurde. In Südkorea reagierten die Anleger aber gelassen./ag/ajx/mis
Quelle: dpa-Afx