FRANKFURT (dpa-AFX) - Vier frühere Beschäftigte fordern von der Deutschen Bank im Zusammenhang mit dem Fall der italienischen Bank Monte dei Paschi Schadenersatz von mehr als 600 Millionen Pfund (rund 700 Millionen Euro). Das geht aus dem Geschäftsbericht des Dax-Konzerns hervor, der in Frankfurt veröffentlicht wurde. Die ehemaligen Mitarbeiter werfen der Deutschen Bank in ihren Klagen, die bereits im Herbst vor englischen Gerichten eingereicht wurden, vor, ihre Karriere beschädigt zu haben.

Das Geldhaus weist das zurück: "Die Deutsche Bank hält alle derartigen Klagen für unbegründet und wird sich entschieden gegen sie verteidigen, einschließlich der Anfechtung der überhöhten und unrealistischen behaupteten Verluste".

Zu der Summe kommt noch eine Forderung eines fünften Bankers in Höhe von 152 Millionen Euro hinzu. Diese Klage wurde bereits beim Landgericht Frankfurt eingereicht und soll im September verhandelt werden.

Die Deutsche Bank hat laut der Angaben bisher nicht mitgeteilt, ob sie für die Fälle Rückstellungen gebildet hat. Eine solche Offenlegung würde vermutlich den Ausgang der Verfahren "erheblich beeinflussen", heißt es im Geschäftsbericht.

Hintergrund des Rechtsstreits sind Geschäfte, die die Deutsche Bank 2008 mit der Banca Monte dei Paschi di Siena (MPS) und einer Tochtergesellschaft der MPS abgeschlossen hatte. 2019 wurden fünf ehemalige und ein damals aktiver Mitarbeiter der Deutschen Bank in Mailand wegen Beihilfe zur Bilanzfälschung in Tateinheit mit Marktmanipulation zu mehrjährigen Haftstrafen verurteilt. In einem Berufungsverfahren gab es 2022 Freisprüche für alle Beklagten. Diese wurden 2023 vom Obersten Gerichtshof in Italien bestätigt. Die Banker sehen aber in dem italienischen Verfahren und dem erstinstanzlichen Urteil Schäden für ihre Karriere./als/DP/stw

Quelle: dpa-Afx