MÜNCHEN (dpa-AFX) - Elektroautos gewinnen weltweit immer mehr an Bedeutung. Vergangenes Jahr wurden rund 13,7 Millionen rein batterieelektrisch betriebene Pkw (BEV) neu ausgeliefert, wie eine Analyse der wichtigsten Märkte durch PwC Autofacts und Strategy
Mit großem Abstand wichtigster Markt ist China, wo fast 9 Millionen neue Stromer gezählt wurden. Allerdings ist das Wachstum dort mit 33 Prozent nur noch minimal überdurchschnittlich. Dahinter folgt Europa mit 2,6 Millionen BEVs und einem Wachstum von 30 Prozent. Wichtigste Märkte dabei waren Deutschland mit 545.000 Autos (plus 43 Prozent), UK mit 473.000 (plus 24 Prozent) und Frankreich mit 327.000 (plus 12 Prozent).
"Wir sehen in Europa und im Leitmarkt Deutschland sehr dynamische Zuwächse", sagt Harald Wimmer von PwC. "Diese Entwicklung ist getrieben von einem immer breiteren Sortiment an attraktiven und leistungsfähigen Modellen." Fahrzeug- und Batteriehersteller hätten ihre Hausausgaben gemacht. Zudem helfe auch die Rückkehr zu einer einheitlichen und vertrauten Designsprache und Namensgebung.
US-Zahlen stürzen nach Ende der Steuervorteile ab
Die USA kommen im Gesamtjahr auf 1,2 Millionen neue Stromer - das ist ein minimaler Rückgang. Seit dort Ende September steuerliche Vorteile ausgelaufen sind, ist der Absatz eingebrochen. Im vierten Quartal lag er 31 Prozent unter dem Vorjahreswert.
Wie unterschiedlich die drei großen Märkte sind, zeigt sich auch beim Blick auf die Marktanteile: Während in China reine Elektroautos ein Drittel des Marktes ausmachen, sind es in Europa nur 19 und in den USA nur 8 Prozent. Zählt man allerdings Autos mit Elektroantrieb im weiteren Sinne - also auch Plug-in-Hybride und Hybride ohne Stecker - dreht sich das Verhältnis: Dann liegt Europa mit einem Anteil von 63 Prozent vor China mit 54 Prozent. Die USA bleiben mit 22 Prozent klar auf dem dritten Platz.
Langsameres Wachstum erwartet
Für die kommenden Jahre erwarten die Experten weiter deutliches, wenn auch nicht mehr so starkes Wachstum bei den Elektroautos. Zudem könnten Plug-in-Hybride ihren globalen Zenit überschritten haben, hieß es von PwC. Im vierten Quartal verzeichneten sie weltweit rückläufige Zulassungszahlen - getrieben vom chinesischen Markt, der als ein Frühindikator für globale Trends gelte.
"Der Hochlauf der Elektromobilität hält an und verändert weltweit die Märkte", sagt Jörn Neuhausen von Strategy&. Der nächste Schritt werde ein ganzheitlicher Ansatz sein, der über das Elektroauto hinausgehe - beispielsweise mit bidirektionalem Laden, das die Fahrzeuge in mobile Stromspeicher verwandle./ruc/DP/zb
Quelle: dpa-Afx