BERLIN/FRANKFURT (dpa-AFX) - Das Flugangebot von deutschen Flughäfen wächst in der zweiten Jahreshälfte kaum noch. 137,5 Millionen Sitzplätze von Juli bis Dezember bedeuteten einen Zuwachs von 1 Prozent, wie der Bundesverband der Deutschen Luftverkehrswirtschaft (BDL) berichtet. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum sind neben inländischen Verbindungen vor allem Flüge in die Krisenregion Mittlerer Osten, aber auch nach Westeuropa gestrichen worden. Zusätzliche Starts gibt es nach Nordafrika und Südeuropa.

Im europäischen Vergleich fliegt Deutschland damit weiterhin hinterher: In den übrigen Staaten wuchs das Luftverkehrsangebot um 6 Prozent und erreichte einen Erholungsgrad von 116 Prozent im Vergleich zum Vor-Corona-Jahr 2019.

Mittlere Flughäfen leiden

Der deutsche Markt hat die Corona-Delle mit einer Erholungsrate von 93 Prozent dagegen weiterhin nicht vollständig ausgeglichen. Das liegt vor allem an den dauerhaft gestrichenen Inlandsverbindungen abseits der Drehkreuze Frankfurt und München. Langstrecke und Europaflüge haben hingegen nahezu das Niveau aus dem Jahr 2019 wieder erreicht. Innerdeutsch wird mit 49 Prozent nicht einmal jeder zweite Sitzplatz des früheren Angebots geflogen.

Der BDL nennt vor allem die hohen staatlichen Steuern und Abgaben als Grund, dass Fluggesellschaften deutsche Flughäfen meiden. Zusätzlich begrenzen die Airlines ihr Angebot wegen der anhaltend hohen Kerosinpreise.

Besonders schwach ist die Entwicklung an mittleren Standorten wie Stuttgart, Berlin oder Leipzig. Die Drehkreuze Frankfurt und München kommen auf 91 beziehungsweise 89 Prozent ihres früheren Angebots, während einige kleinere Flughäfen wie Memmingen, Weeze oder Karlsruhe/Baden-Baden deutlich mehr Flüge anbieten, weil dort Direktfluggesellschaften ihr Angebot konzentrieren./ceb/DP/nas

Quelle: dpa-Afx