FRANKFURT (dpa-AFX) - Die Lufthansa
Dass der Vorstand für 2026 überhaupt noch einen operativen Gewinn etwa auf Vorjahresniveau erwartet, erklärte der Manager mit den Kürzungen bei der Hauptmarke Lufthansa und den zuletzt deutlich gestiegenen Ticketpreisen.
Bereits Anfang August hatte Spohr die Aktionäre auf einen möglichen Gewinnrückgang eingestimmt: So soll das bereinigte operative Ergebnis (bereinigtes Ebit) nur noch 1,7 bis 2,2 Milliarden Euro erreichen. Damit könnte die Lufthansa den Vorjahreswert von 1,96 Milliarden unterschreiten, statt ihn wie zuvor geplant deutlich zu übertreffen.
Zugleich zeigte sich Spohr zum Ende der wichtigen Sommersaison von den Ticketverkäufen positiv überrascht. Die Nachfrage sei erstaunlich robust sagte er. Dies gelte besonders für die Premiumklassen zu denen neben der First und Business Class auch die Premium Economy zählt.
Auf der Langstrecke erziele die Lufthansa in den Premiumklassen mehr als die Hälfte ihres Umsatzes, sagte der Manager. Die Ticketnachfrage sei "praktisch unberührt von geopolitischen Risiken", die bei den Kunden sonst eher zu Zurückhaltung führten.
Allerdings bereitet Spohr die Lufthansa für 2027 auf ein weiteres Transformationsjahr mit hohen Ölpreisen vor. Er erwartet, dass weitere Airlines aufgrund der hohen Treibstoffkosten in Schwierigkeiten geraten, nachdem in den vergangenen Tagen Air Baltic aus Estland und Volotea aus Spanien Gläubigerschutz beantragt hatten.
Zu gern würde Spohr den Kerosinverbrauch durch den Einsatz von mehr neuen und sparsameren Flugzeugen drücken. Doch die Hersteller Airbus
Der erste Boeing-Großraumjet vom Typ 777X soll im ersten Quartal 2027 zur Lufthansa-Flotte stoßen, gefolgt von weiteren Maschinen des Typs - mit rund sieben Jahren Verspätung. Spohr will sich auf Boeings Ankündigungen angesichts der immer neuen Verzögerungen jedoch nicht verlassen. Für den Sommerflugplan 2027 habe die Lufthansa bisher keine einzige Boeing 777X eingeplant und setze stattdessen weiter auf die Ersatzlösung Airbus A340. Der "Plan B" sei zu "Plan A" geworden, sagte Spohr.
Allerdings erwartet die Lufthansa samt ihren Töchtern wie Swiss, Austrian, Brussels und Eurowings in den kommenden 100 Wochen insgesamt 100 neue Flugzeuge. Im laufenden Jahr sollen es insgesamt 46 Stück werden, davon 27 Maschinen für den Langstreckenverkehr./stw/als/mis
Quelle: dpa-Afx