DÜSSELDORF (dpa-AFX) - Im Tarifkonflikt der Metall- und Elektroindustrie erhöht die Gewerkschaft IG Metall in Nordrhein-Westfalen den Druck auf die Arbeitgeber. Am Dienstag legten nach Angaben der Gewerkschaft gut 16.000 Beschäftigte aus 235 Betrieben ihre Arbeit nieder. An der landesweit größten Kundgebung bei Ford
"Die Arbeitgeber fahren mit ihrem Verhalten den Karren an die Wand: Sparen und Streichen sind keine Zukunftsstrategie - das Land braucht Innovationen und Investitionen", sagte Nadine Boguslawski, Tarifvorständin der IG Metall bei der Kundgebung in Düsseldorf. Auch in Dortmund, Gelsenkirchen, Münster, Solingen und anderen Städten gab es Warnstreiks.
Große Lücke zwischen Forderung und Angebot
Die Gewerkschaft fordert für die Beschäftigten fünf Prozent mehr Geld bei einer Laufzeit von zwölf Monaten. Die Arbeitgeber bieten bislang eine Einmalzahlung sowie eine anschließende Lohnerhöhung um 1,3 Prozent bei einer Laufzeit von 26 Monaten.
Der Arbeitgeberverband verurteilte die Warnstreiks scharf und warnt die IG Metall davor, die Tarifrunde weiter anzuheizen. In der schwersten Strukturkrise der Industrie brauchten die Unternehmen keine Eskalation, sondern eine tragfähige und vernünftige Lösung, betonte ein Sprecher. Dazu seien Verhandlungen in einer "sachgerechten Atmosphäre" notwendig. "Mit ihren Warnstreiks sendet die Gewerkschaft hierfür allerdings das völlig falsche Signal."
Nächste Warnstreiks schon am Mittwoch
Die IG Metall ruft schon für Mittwoch zu weiteren Warnstreiks auf. Die Gewerkschaft fordert Beschäftigte in 170 Betrieben unter anderem in Aachen, Gelsenkirchen, Hagen und Krefeld auf, ihre Arbeit niederzulegen.
Die dritte Verhandlungsrunde ist für den 9. November geplant. In Nordrhein-Westfalen arbeiten rund 640.000 Menschen in der Metall- und Elektroindustrie./dok/DP/zb
Quelle: dpa-Afx