(neu: Uber-Kurs, Delivery-Kurs aktualisiert)
NEW YORK/BERLIN (dpa-AFX) - Der US-Fahrdienstvermittler Uber
Monique Pollard von der US-Bank Citigroup erwartet, dass die Aufstockung der direkten Beteiligung von Uber den Aktienkurs des Essenslieferanten kaum bewegen dürfte. Denn die Delivery-Hero-Papiere notierten bereits über allen bisher im Raum stehenden Geboten.
Die Delivery-Hero-Aktie büßte am Donnerstagnachmittag zuletzt 1,75 Prozent auf 38,66 Euro ein und gehörte damit zu den größten Verlierern im MDax. Zuvor war sie angetrieben von den Übernahmespekulationen seit Mitte Mai um etwa das Doppelte gestiegen. Das Uber-Papier verlor im New Yorker Handel knapp ein Prozent.
Am vergangenen Wochenende hatte Delivery Hero mitgeteilt, der US-Konzern sei mit einem Angebot von 33 Euro je Aktie auf die Gesellschaft zugekommen. In der Folge war der Aktienkurs am Montag mit der Spekulation auf einen Bieterkampf deutlich über diese Marke hinaus gestiegen.
Wie aus einer weiteren Stimmrechtsmitteilung der Berliner hervorging, reduzierte der weitere Großaktionär Aspex Fund seine Beteiligung ebenfalls am Montag von 14,55 Prozent auf 7,56 Prozent der Anteile. Laut Informationen der Nachrichtenagentur Bloomberg verkaufte Aspex Anteile an Uber, und das für knapp unter 40 Euro. Bloomberg berief sich auf mit der Sache vertraute Personen.
Aspex gilt als aktivistischer Investor. Der Fonds aus Hongkong hatte laut Bloomberg den Verkauf von Geschäftsteilen gefordert. Im Dezember war Delivery Hero auf kritische Investoren zugegangen und hatte mitgeteilt, den Verkauf von Unternehmensteilen zu prüfen. Dies reichte offenbar nicht: Vor rund zwei Wochen kündigte der langjährige Chef Niklas Östberg an, die Leitung des Unternehmens spätestens bis Ende März 2027 abzugeben. Aspex hatte seinen Abgang gefordert.
In Medienberichten wie in der "Financial Times" hatte es bereits am Wochenende unter Berufung auf Insider geheißen, dass Uber auch an große Anteilseigner der Berliner herangetreten sei mit der Bereitschaft, 38 Euro je Papier zu zahlen. Wie die Zeitung berichtete, wollten viele Investoren aber einen Preis von 40 Euro sehen. Auch sei Ubers US-Rivale Doordash
Im März hatte Delivery Hero den Verkauf seines Taiwan-Geschäfts an den Konzern Grab aus Singapur für 600 Millionen US-Dollar (rund 516 Mio Euro) ohne Schulden und Barmittel angekündigt. Der Deal soll in der zweiten Jahreshälfte vollzogen werden. Delivery Hero will den Verkaufserlös zur Schuldentilgung und für allgemeine Unternehmenszwecke verwenden.
Delivery Hero hat seinen Sitz in Berlin, ist aber seit dem Verkauf des Deutschland-Geschäfts an Just Eat Takeaway
Türöffner für die strategischen Veränderungen bei Delivery Hero war der Teilrückzug des ehemals größten Anteilseigners Prosus
Quelle: dpa-Afx