LONDON (dpa-AFX) - Gute Geschäfte mit Medikamenten gegen Krebs, HIV, Autoimmun- sowie entzündliche Erkrankungen haben den Pharmakonzern GSK
GSK hatte seinen Erlös in den drei Monaten bis Ende September im Jahresvergleich um vier Prozent auf fast 8,9 Milliarden britische Pfund (rund 10,6 Mrd Euro) steigern können, wie der Konzern zuvor am Mittwochmorgen mitgeteilt hatte. Währungsbereinigt entsprach dies einem Zuwachs von fünf Prozent. Analysten hatten mit weniger gerechnet. Das bereinigte operative Ergebnis legte um drei Prozent auf knapp 3,1 Milliarden Pfund zu und fiel ebenfalls besser aus als erwartet.
Getrieben wurde der Pharmakonzern vom gut laufenden Geschäftsbereich für Spezialmedikamente, der um 14 Prozent zulegte. Dagegen sank der Umsatz der Impfstoffsparte um vier Prozent. Dort ließ die Nachfrage nach dem wichtigen Gürtelrose-Impfstoff Shingrix nach, vor allem in China. Auch der Erlös mit dem RSV-Impfstoff Arexvy sank deutlich, hier brachen die Verkäufe angesichts einer schwächeren Nachfrage um mehr als ein Fünftel ein.
Der Konzern fokussiere sich weiterhin darauf, seine Forschungspipeline zu beschleunigen, sagte Konzernchef Luke Miels laut Mitteilung. So sei GSK auf gutem Weg, in diesem Jahr insgesamt 22 Studien in die späte Entwicklungsphase zu bringen.
Miels richtet GSK stärker auf Bereiche mit hohem Wachstumspotenzial wie die Krebsmedizin aus. Allerdings stehen in nächster Zeit nur wenige neue Medikamente vor der Markteinführung. Damit wächst die Bedeutung des etablierten Impfstoffgeschäfts für die weitere Entwicklung.
Sorgen bereitete Analysten wie etwa JPMorgan-Experte Zain Ebrahim zudem die unerwartet schwache Umsatzentwicklung beim langwirksamen Asthma-Medikament Exdensur. Ärzte könnten bei der Umstellung auf das Präparat zurückhaltend sein, da Fragen zur Kostenerstattung bestünden, hieß es am Markt. Das nur alle sechs Monate verabreichte Medikament erzielte im Berichtszeitraum einen Umsatz von 27 Millionen Pfund. Analysten hatten im Schnitt gut 31 Millionen Pfund erwartet.
Unter dem Strich verbuchte der Konzern im dritten Quartal unter anderem wegen Kosten für eine Umstrukturierung und höheren Ausgaben für die Forschung einen Gewinnrückgang auf gut eineinhalb Milliarden Pfund, nach gut 2 Milliarden ein Jahr zuvor.
Konzernchef Miels bestätigte derweil die Prognose. Er will den bereinigten Gewinn je Aktie im laufenden Jahr um 7 bis 9 Prozent zu steigern, rechnet aber mit einem Wachstum in der unteren Hälfte der Spanne. Der Ausblick berücksichtigt höhere Zinsaufwendungen von rund 700 bis 750 Millionen Pfund, die auch im Zusammenhang mit der Übernahme des Biotech-Unternehmens Nuvalent entstanden sind.
GSK hatte Nuvalent in diesem Jahr für 10,6 Milliarden US-Dollar (9,5 Mrd Euro) übernommen und sich damit unter anderem zwei wichtige Krebstherapien im fortgeschrittenen Entwicklungsstadium gesichert. Eine davon erhielt inzwischen die Zulassung in den USA.
Zudem setzt Miels derzeit ein Sparprogramm um, das bis 2029 jährliche Einsparungen von 1,9 Milliarden Pfund bringen soll. Dafür wurden bereits Stellen gestrichen. Das eingesparte Geld soll aber größtenteils in die Forschung reinvestiert werden./tav/lew/mis
Quelle: dpa-Afx