LUDWIGSHAFEN (dpa-AFX) - Der weltgrößte Chemiekonzern BASF
Für 2026 peilt BASF nun ein um Sondereinflüsse bereinigtes Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) von 7,4 bis 7,8 Milliarden Euro an, wie der Dax
Die Aktie legte im frühen Handel zunächst leicht zu, drehte aber ins Minus. Zuletzt gab das Papier um rund 1,8 Prozent nach und gehörte im Leitindex Dax zu den größten Verlierern. Nach Ansicht von Jefferies-Analyst Marcus Dunford-Castro implizieren die aktualisierten Aussichten für das vierte Quartal ein operatives Ergebnis unter den derzeitigen Markterwartungen. Ebenso sah es JPMorgan-Experte Chetan Udeshi.
Im dritten Quartal betrug das operative Ergebnis 1,64 Milliarden Euro und übertraf damit deutlich die Erwartungen der Analysten. Im Vorjahreszeitraum hatte BASF hier 1,43 Milliarden Euro ausgewiesen. Zum Zuwachs beigetragen habe der deutliche Ergebnisanstieg im Kerngeschäft, hieß es. Dies habe den Ergebnisrückgang im Bereich Surface Technologies, zu dem Batteriematerialien und Abgaskatalysatoren gehören, und im Geschäft mit der Landwirtschaft mehr als ausgeglichen.
Der Umsatz legte im Quartal wegen höherer Preise und Mengen um 14,2 Prozent auf 16,36 Milliarden Euro zu. Die stärksten Beiträge seien von den Segmenten Chemicals und Nutrition & Care gekommen, sagte BASF-Chef Kamieth in einer Telefonkonferenz mit Analysten. Der negative Einfluss von Währungseffekten habe in den vergangenen Quartalen nachgelassen und sich im dritten Quartal leicht ins Positive gedreht.
Unter dem Strich ging der auf die Aktionäre entfallende Gewinn unter anderem wegen Restrukturierungskosten wie für Abfindungen für Mitarbeiter um knapp 10 Prozent auf 155 Millionen Euro zurück.
Derweil soll der freie Finanzmittelzufluss (Free Cashflow) im laufenden Jahr weiterhin zwischen 1,5 und 2,3 Milliarden Euro betragen, nach rund 1,3 Milliarden Euro im Vorjahr. Analysten rechnen im Mittel bereits mit einem Wert am oberen Ende der Spanne.
Das Ludwigshafener Dax-Unternehmen stemmt sich mit einem Konzernumbau, Sparprogrammen und Stellenabbau gegen schwierige Zeiten in der Chemieindustrie, der weiter hohe Energiepreise zu schaffen machen.
Zuletzt hat BASF ein Auge auf Evonik
Die Ludwigshafener gingen auf den Spezialchemieanbieter aus Essen mit einer Preisvorstellung von etwa 24 Euro je Aktie - oder gut 11 Milliarden Euro in Summe - zu, wie die Finanz-Nachrichtenagentur dpa-AFX Ende vergangener Woche von mit der Transaktion vertrauten Personen erfuhren. Eine mögliche Erhöhung war von Experten bereits erwartet worden, nachdem zunächst 22,15 Euro je Anteilsschein im Raum gestanden hatten.
Ende September hatten die beteiligten Unternehmen sowie die RAG-Stiftung als größte Evonik-Anteilseignerin bekannt gemacht, dass es ein Übernahmeangebot gibt. Besonderes Gewicht mit Blick auf die Pläne der BASF hat die RAG-Stiftung, denn sie hält aktuell rund 43 Prozent der Evonik-Aktien./mne/men/mis
Quelle: dpa-Afx