MÜNCHEN (dpa-AFX) - Der Autobauer BMW
Der Manager rechnet nun nur noch mit einer Gewinnmarge vor Zinsen und Steuern von minus 0,5 bis plus 0,5 Prozent in der Autosparte sowie mit weniger Auslieferungen. Vorher standen noch 1 bis 3 Prozent Marge im Plan des Managements. Als Grund gaben die Bayern auch an, dass sie bei ihrem Sparkurs mit dem Stellenabbau schneller vorankommen als geplant. Zudem soll die Umstellung der Angebotspalette auf die neue Elektroauto-Modellgeneration "Neue Klasse" angesichts guter Nachfrage rascher vonstatten gehen.
Die Aktie hatte schon am Dienstagabend im nachbörslichen Handel verloren. Am Mittwochmorgen lag sie auf der Handelsplattform Tradegate noch mit knapp 2 Prozent unter dem Xetra-Schluss vom Vorabend. Die Anleger dürften sich ganz auf die am Vorabend verkündeten Umbaumaßnahmen konzentrieren, schrieb Analyst Jose Asumendi von der US-Großbank JPMorgan am Morgen. Zwar habe BMW bei der Automarge etwas besser als gedacht abgeschnitten, in der Finanzsparte aber schwächer. Zudem habe eine Vergleichsvereinbarung der Autosparte Rückenwind gegeben.
Entscheidender Treiber für die Einbußen bei BMW ist das schlechte Geschäft in China. Wie alle deutschen Hersteller leidet BMW darunter, dass der weltweit wichtigste Automobilmarkt schrumpft und gleichzeitig von immer stärkerer Konkurrenz und heftigen Preiskämpfen geschüttelt wird. Auch BMW büßte dort rund ein Viertel seines Absatzes ein.
Die Münchner sind allerdings nicht so stark vom chinesischen Markt abhängig wie die VW-Tochter Audi. Zudem hatten sie zumindest einen Teil der Rückgänge durch Zuwächse in Europa und den USA auffangen können, sodass der Absatz im Quartal nur um 6,3 Prozent nachgab. Der Umsatz sank minimal langsamer um 5,8 Prozent auf 30,5 Milliarden Euro.
Das im Sommer angekündigte Sparprogramm der Bayern war Anfang Oktober gestartet und nach nicht einmal drei Wochen bereits wieder geschlossen worden, weil das Interesse der Mitarbeiter, gegen eine oft deutlich sechsstellige Zahlung das Unternehmen zu verlassen, überraschend groß war. Aus früheren Aussagen geht hervor, dass BMW mit gut einer Milliarde Euro an Kosten rechnete. Weitere Kosten entstehen nun dadurch, dass die Münchner ältere Modelle früher als ursprünglich geplant auslaufen lassen.
Finanzchef Walter Mertl erklärt die Belastungen als Investition in die Zukunft. "Geschwindigkeit ist bei unserer geplanten Neuausrichtung ein Erfolgsfaktor. Deshalb intensivieren wir noch in diesem Jahr die Maßnahmen für mehr Effizienz und schlankere Strukturen", sagt er. "Damit wollen wir unsere künftigen Margen stärken." Auch Konzernchef Milan Nedeljkovic betonte die Bedeutung von Tempo: "Die Entwicklung in unserer Industrie erfordert konsequente Entscheidungen und schnelle Umsetzung. Wir werden daher strukturelle Maßnahmen gezielt intensivieren und beschleunigen."
Auch die Erwartungen für den Autoverkauf 2026 hat BMW gesenkt. Der Konzern geht jetzt von einem moderaten Rückgang der Auslieferungen aus - das entspricht 5 bis 9,9 Prozent weniger als die 2,46 Millionen Autos im Vorjahr. Bisher hatte der Ausblick hier von einem leichten Rückgang gesprochen - das entspricht einem bis 4,9 Prozent.
Die Prognose für den Gewinn vor Steuern ließ BMW unangetastet - hier geht der Konzern allerdings bereits seit der ersten Gewinnwarnung im Frühsommer von einem deutlichen Rückgang aus. Das wären mehr als 15 Prozent Rückgang. Auch beim freien Mittelzufluss aus dem Autogeschäft (Free Cashflow) rechnet Mertl weiter mit mehr als 2,5 Milliarden Euro./men/ruc
Quelle: dpa-Afx