VALENCIA (dpa-AFX) - Der Autobauer Ford
Geely ist auch bekannt durch den Kleinwagen Smart. Die Marke gehört je zur Hälfte Geely und Mercedes
Man wolle in Valencia "eine neue Generation emissionsarmer und emissionsfreier Fahrzeuge für den europäischen Markt produzieren", teilten Ford und Geely mit. In Valencia arbeiten bislang rund 4.000 Menschen für den US-Konzern. Das Werk ist auf dem absteigenden Ast, vor zehn Jahren waren es etwa doppelt so viele Beschäftigte. Ford Europa ist unter Druck, das Autogeschäft in Europa läuft mäßig. Das Unternehmen hat in den vergangenen Jahren verschiedene Sparmaßnahmen verwirklicht und Werke geschlossen.
Was in Valencia geplant wird
Die Produktion des kleinen Ford-Geländewagens Kuga soll in Valencia unverändert weiterlaufen, hinzu kommt eine neue Europavariante des größeren US-Geländewagens Bronco. Außerdem möchten Ford und Geely gemeinsam ein "Crossover"-Hybridmodell entwickeln, das auf der Plattform von Geely basiert und 2028 als Ford-Auto auf den Markt kommen soll.
Der chinesische Konzern Geely wiederum möchte in Valencia zwei Elektro-Geländewagen herstellen. Damit würden die Chinesen erstmals in Spanien produzieren, wovon sie sich besseren Zugang zum EU-Markt versprechen. Gemeinsame Sache machen die Firmen bei der Produktion und bei der Entwicklung besagten Crossover-Modells, beim Vertrieb und bei den Marken geht aber jeder seine eigenen Wege.
"Diese Partnerschaft zeigt, wie Automobilhersteller die industrielle Basis Europas stärken, aber wir können das nicht alleine schaffen", sagt Ford-Europachef Jim Baumbick und betont, man brauche auch die Unterstützung der Behörden und Regierungen in Europa. Mit Blick auf Geely sagt er: "Gemeinsam können wir ein erstklassiges Werk mit hervorragenden Mitarbeitern voll auslasten und den neuen Kostenmaßstab der Branche erfüllen."
Was könnte das für das Kölner Ford-Werk bedeuten?
Der größte Standort von Ford Europa ist in Köln, wo zwei Elektroautos gefertigt werden, und zwar die Modelle Explorer und Capri. Der US-Mutterkonzern hat zwar Milliarden in das deutsche Werk gesteckt, um es flottzumachen für das Stromer-Zeitalter. Der Verkauf der E-Autos liegt alles in allem aber unter den Erwartungen.
Dem Kölner Werk und der dortigen Europazentrale wird schon seit Jahren eine Schrumpfkur nach der nächsten verpasst. Schrittweise wurde Personal abgebaut, bestimmte Entwicklungsaufgaben wurden in die USA verlagert. 2027 könnte Ford in Köln weniger als 8000 Beschäftigte haben. Ende des vergangenen Jahrzehnts waren es noch rund 20.000 gewesen.
Legt Ford nun einen neuen Fokus auf Hybridfahrzeuge aus Spanien und verliert es damit ein Stück weit das Interesse an Köln? Ford-Manager Baumbick verneint das. Die Valencia-Kooperation habe keine Auswirkung auf Köln. Die Kölner Elektromodelle seien "ein entscheidender Teil unseres Portfolios", sagt er.
Geely ist auf der Überholspur
An Europas Automarkt sind Geely und Ford aktuell in unterschiedlichen Richtungen unterwegs: Bei den Chinesen geht es in einem Verkaufsranking nach oben und bei den US-Amerikanern nach unten. Nach Zahlen des europäischen Autohersteller-Verbandes ACEA kam Geely im ersten Halbjahr 2026 auf einen Marktanteil von 3,1 Prozent in Europa und damit 0,1 Prozentpunkte mehr als im Vorjahreszeitraum. Mit Europa gemeint sind die EU, Großbritannien, Norwegen, der Schweiz, Liechtenstein und Island. Auf Geely entfielen rund neu zugelassene 225.000 Autos. Zu den Automarken der Chinesen gehören neben Volvo und Smart auch Lotus, Polestar und Zeekr.
Geely kommt in dem Konzern-Ranking hinter Mercedes auf Platz 8 in Europa. Einen Platz dahinter ist Ford, dessen Marktanteil nach Angaben von ACEA bei 2,7 Prozent lag und damit 0,6 Prozentpunkte niedriger als ein Jahr zuvor - vor einem Jahr lag Ford also noch vor dem chinesischen Konzern, nun dahinter. Im ersten Halbjahr wurden in Europa rund 192.000 Autos von Ford neu zugelassen und damit rund 35.000 weniger als im Vorjahreszeitraum. Mit BYD ist ein weiterer chinesischer Autohersteller in dem Ranking direkt hinter Ford, auch diese Firma verkauft in Europa deutlich mehr Fahrzeuge als zuvor./wdw/DP/mis
Quelle: dpa-Afx