MÜNCHEN (dpa-AFX) - Geringe Katastrophenschäden sowie glänzende Geschäfte mit Investmentfonds haben der Allianz
Die Allianz-Aktie verlor bis zur Mittagszeit ein halbes Prozent auf 438,50 Euro und gehörte damit zu den schwächeren Titeln im Dax
Im zweiten Quartal warf das Schaden- und Unfallgeschäft ebenso mehr ab wie die Lebens- und Krankenversicherung und das Fondsgeschäft. Unter dem Strich schlugen allerdings Effekte aus dem Verkauf von Beteiligungen in Indien negativ zu Buche. Auf die Anteilseigner entfiel daher mit 2,6 Milliarden Euro neun Prozent weniger Gewinn als im Vorjahreszeitraum. Analysten hatten sich hier mehr versprochen.
Laut Vorstandschef Bäte ist die Allianz inzwischen so risikoarm aufgestellt wie noch nie, seit er in den Konzern gekommen sei. Das war im Jahr 2008. Entsprechend kommt der Versicherer auch bei großen Schadenereignissen meist glimpflich davon. Zugleich steigt mit dem Geschäftsvolumen meistens auch der Gewinn.
So steigerte die Schaden- und Unfallversicherung des Konzerns ihren operativen Gewinn im zweiten Quartal um sieben Prozent auf knapp 2,5 Milliarden Euro und damit etwas weniger als von Analysten im Schnitt erwartet. Die Lebens- und Krankenversicherung warf mit gut 1,5 Milliarden Euro überraschend ein Zehntel mehr ab als im Vorjahreszeitraum. Die Fondstöchter Pimco und Allianz Global Investors (AGI) steigerten ihren operativen Gewinn zusammen um fast ein Fünftel auf 933 Millionen Euro - womit Experten nicht gerechnet hatten.
Dies lag auch daran, dass Anleger noch mehr frisches Geld in die Fonds steckten. Unter dem Strich sammelten Pimco und AGI hier 39 Milliarden Euro ein - noch mehr als von Analysten erwartet. Das für Dritte verwaltete Vermögen wuchs dank einer positiven Marktentwicklung von Ende März bis Ende Juni sogar von 2,04 auf 2,16 Billionen Euro.
Jetzt will die Allianz bei Pimco mehrere Minderheitseigner herauskaufen. Dies soll ab 2027 positiv zum Gewinn des Konzerns beitragen. Während sich die Allianz aus Gemeinschaftsunternehmen in Indien herauszog, setzt Bäte verstärkt auf das Geschäft in Singapur. Dort will der Konzern das Versicherungsgeschäft der britischen Großbank HSBC
Angesichts stark gestiegener Versicherungsprämien hat Bäte derweil verstärkt im Auge, ob sich die Menschen Versicherungsschutz etwa für Häuser und Autos noch leisten können. So will er die Betriebskosten des Konzerns durch den verstärkten Einsatz künstlicher Intelligenz verringern./stw/jsl/men
Quelle: dpa-Afx