KIEL (dpa-AFX) - Die israelische Marine wird in wenigen Tagen ein weiteres U-Boot aus deutscher Produktion in ihre Flotte aufnehmen. Die von TKMS gebaute "INS Drakon" verließ bereits am Dienstag die Kieler Werft, durchquerte den Nord-Ostsee-Kanal und befindet sich nun auf dem Weg nach Israel, wie der Hersteller mitteilte. Es ist das letzte von sechs für Israel hergestellten U-Boote dieser Art. Es ist 68 Meter lang und mit zehn Torpedo-Rohren ausgerüstet.
Prosor: "Wir stehen Schulter an Schulter"
Der israelische Botschafter Ron Prosor wies darauf hin, dass die Auslieferung zeitgleich mit dem ersten Test der israelischen Lora-Rakete durch die deutsche Marine stattfindet. "Das ist kein Zufall, sondern das Ergebnis einer engen strategischen Zusammenarbeit und einer Partnerschaft, die über Jahre gewachsen ist", sagte er der Deutschen Presse-Agentur. "Wir stehen Schulter an Schulter als Partner auf Augenhöhe und gehen die Herausforderungen, die uns beide betreffen, gemeinsam an."
Raketentest im Nordatlantik
Eine Fregatte der Deutschen Marine hatte zuvor im Nordatlantik einen bis zuletzt geheim gehaltenen Test des israelischen Raketensystems Lora mit einer Reichweite von mehr als 500 Kilometern erfolgreich abgeschlossen. Nun sollen Pläne für eine Beschaffung der Waffen vorangebracht werden.
Die Lieferung deutscher U-Boote nach Israel ist ein zentrales Projekt der deutsch-israelischen Rüstungskooperation und läuft bereits seit vielen Jahren. Der Export ist aber auch umstritten, weil nach Meinung von Experten eine Nachrüstung mit Atomwaffen möglich ist. Außerdem stehen deutsche Rüstungsexporte nach Israel wegen des Vorgehens der israelischen Armee im Gazastreifen grundsätzlich in der Kritik.
Das israelische Militär sagte, das U-Boot sei auf dem Weg in die nordisraelische Küstenstadt Haifa. Bei einer Verabschiedungszeremonie in Kiel war neben Prosor auch der deutsche Marineinspekteur Jan Christian Kaack anwesend./xil/cir/DP/jha
Quelle: dpa-Afx