FRANKFURT (dpa-AFX) - Vor dem Hintergrund wieder zunehmender Spannungen im Iran-Krieg haben sich die Anleger am deutschen Aktienmarkt zur Wochenmitte zunächst zurückgehalten. Auch ein erneuter Schwächeanfall im globalen Technologiesektor sowie die am Nachmittag anstehenden US-Inflationsdaten halten die Investoren davon ab, stärker ins Risiko zu gehen.

Der Dax notierte zuletzt 0,03 Prozent höher bei 24.441 Punkten. Der MDax mit den mittelgroßen Börsenunternehmen sank um 0,29 Prozent auf 31.550 Zähler. Für den Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 ging es um rund 0,3 Prozent aufwärts.

Die USA und der Iran griffen sich trotz Waffenruhe und laufenden Verhandlungen über ein Kriegsende erneut gegenseitig an. Als Reaktion auf den Abschuss eines US-Militärhubschraubers bombardierte das US-Militär im Iran Luftabwehranlagen, Bodenkontrollstationen und Radaranlagen im Bereich der Straße von Hormus. Teheran griff daraufhin laut iranischen Medien US-Stützpunkte in der Golfregion und in Jordanien an.

Mit Spannung erwartet wird die am Nachmittag anstehende Veröffentlichung der US-Verbraucherpreise für Mai. Experten rechnen mit einem Anstieg der Inflationsrate auf 4,2 Prozent. "Das wäre gleichbedeutend mit dem stärksten Preisanstieg seit mehr als 2 Jahren. Eine negative Überraschung bei der Inflation könnte die ohnehin schon bestehenden Spekulationen über Zinserhöhungen noch weiter anheizen", fürchtet Analyst Thomas Altmann von QC Partners.

"Die Anleger befinden sich weiterhin in einem Balanceakt zwischen Zuversicht und Vorsicht. Auf der einen Seite stehen die Verheißungen der KI-Revolution, auf der anderen Seite Zweifel an den hohen Erwartungen, geopolitische Risiken und geldpolitische Unwägbarkeiten", konstatierte Marktexperte Timo Emden. "Die aktuelle Gemengelage gleicht einer Fahrt durch unbekanntes Terrain. Die Karte ist unvollständig, die Wegweiser widersprüchlich und hinter jeder Kurve könnte eine neue Schlagzeile warten."

Freundlichere Profitabilitätsaussichten von Heidelberger Druckmaschinen verliehen den Aktien des Maschinenbauers 0,7 Prozent Auftrieb. Wie das Unternehmen mitteilte, soll die bereinigte Ebitda-Marge im laufenden Geschäftsjahr 2026/27 (bis Ende März) im Vergleich zum Vorjahr spürbar zulegen. Dazu beitragen soll auch ein Sparprogramm.

Für die Aktien von Schaeffler ging es um 2,6 Prozent auf 9,55 Euro aufwärts. Citigroup-Analyst Ross MacDonald erhöhte sein Kursziel auf 13 Euro und bestätigte seine Kaufempfehlung. Allerdings sieht er kurzfristig keine weiteren Kurstreiber und verwies auf den guten Lauf der Papiere, die seit ihrem Jahrestief im März in der Spitze um 84 Prozent gestiegen waren.

Die Titel von Fielmann schnellten nach einer Kaufempfehlung der Deutschen Bank an der SDax-Spitze um 7,5 Prozent hoch. Analyst Michael Kuhn lobte das bewährte Geschäftsmodell, die dominante Marktposition, eine konstant hohe Kundenzufriedenheit und die erfolgreiche "Vision 2025" der Optikerkette.

Die Papiere von Adidas stiegen um 1,0 Prozent, nachdem die kanadische Bank RBC sie auf "Outperform" hochgestuft hatte. Der Sportartikelkonzern biete neben einer günstigen Bewertung inzwischen auch ein gut berechenbares Ergebniswachstum, das am oberen Ende der Branche rangiere, schrieb Analyst Piral Dadhania.

Die Anteilsscheine von Jenoptik und Krones bewegen sich nur deshalb im Minus, weil sie mit einem Dividendenabschlag gehandelt werden./edh/jha/

Quelle: dpa-Afx