RUEIL-MAILMAISON (dpa-AFX) - Der französische Elektrotechnik-Konzern Schneider Electric stockt nach einem starken dritten Quartal erneut seine Jahresziele auf. Umsatz und operativer Gewinn sollen nun noch stärker zulegen als zuletzt schon avisiert, wie der im EuroStoxx 50 notierte Konzern am Freitag in Rueil-Malmaison bei Paris mitteilte. Vor allem die Ausrüstung von Rechenzentren soll weiter Schub geben. Konzernchef Olivier Blum zählt auch auf Preissteigerungen. Allerdings könnte der Konflikt im Nahen Osten den Automatisierungsspezialisten im Schlussquartal belasten, hieß es. An der Börse konnten die Nachrichten nicht begeistern.

Die Schneider-Aktie legte zu Handelsbeginn in Paris zunächst zu, fiel zuletzt aber um 1,4 Prozent auf 254,50 Euro. In diesem Jahr ist ihr Kurs um rund 8 Prozent gestiegen; auf Sicht von einem Jahr ist die Bilanz ausgeglichen. Das Quartal sei stark ausgefallen, die erhöhten Ziele lägen aber im Rahmen dessen, was sich der Markt zuletzt ohnehin schon versprochen habe, schrieb Phil Buller von der US-Großbank JPMorgan. Laut dem Experten droht für die Übernahme des US-Softwarespezialisten PTC weiter eine Kapitalerhöhung, was die Aktie belaste.

Die Franzosen peilen für 2026 aus eigener Kraft nun beim Umsatz ein Wachstum von 12 bis 14 Prozent an. Zuvor hatten 10 bis 13 Prozent im Plan gestanden. Das bereinigte operative Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte (Ebita) soll jetzt organisch um 18 bis 21 Prozent zulegen statt um 14 bis 19 Prozent. Erst im Sommer hatte die Schneider-Führung mit den Halbjahreszahlen ihre Ziele erhöht.

Im dritten Quartal zog der Erlös um 18 Prozent auf 11,5 Milliarden Euro an. Bereinigt um Wechselkursschwankungen sowie Übernahmeeffekte wären es 17 Prozent gewesen. Von der Nachrichtenagentur Bloomberg erfasste Analysten hatten hier nur knapp 14 Prozent auf dem Schirm.

Vor allem in China und in Nordamerika legte Schneider kräftig zu. Bei Rechenzentren kletterte der Umsatz auf mehr als das Doppelte. Hier punktet der Konzern, der in einigen Bereichen mit dem deutschen Technologiekonzern Siemens konkurriert, besonders mit der Technik rund ums Energiemanagement.

Schneider ist derzeit auf großer Einkaufstour. Zuletzt vereinbarte das Management für 22,6 Milliarden Dollar (20,2 Mrd Euro) die Übernahme des US-Softwarehauses PTC, um den Konzern damit in Produktdesign, -konstruktion und Datenmanagement zu stärken. Es ist der bisher größte Zukauf der Franzosen überhaupt. Zudem übernehmen sie den bulgarischen SDax-Konzern Shelly Group für 1,2 Milliarden Euro. Shelly stellt vor allem vernetzte Geräte für die Heimautomatisierung her.

Kennzahlen zum Ergebnis im dritten Quartal nannte das Unternehmen nicht./men/stw/stk

Quelle: dpa-Afx