WASHINGTON (dpa-AFX) - Washington hat erneut eine absichtliche Drosselung des für militärische Zwecke von der Ukraine genutzten Satelliteninternets zurückgewiesen. "Niemand im Weißen Haus hat irgendjemanden angewiesen, das Internet zu drosseln oder die Übertragungsgeschwindigkeiten zu verringern, damit bestimmte Drohnen es nicht nutzen können", sagte US-Außenminister Marco Rubio Journalisten vor seiner Abreise nach Usbekistan. Was die Probleme verursacht haben könnte, ließ er offen. "Es ist einfach so passiert", führte er aus. Der Starlink-Zugang sei zudem wiederhergestellt. Rubio bestätigte, dass Kiew das Satelliteninternet für Drohnenflüge verwendet.
Der US-Chefdiplomat verneinte dabei, dass die Ukraine Zugriff auf das militärische Internetsystem Starshield habe. Bei Starlink handele es sich um ein kommerzielles, bei Starshield um ein militärisches Produkt, sagte Rubio. "Starshield ist ein Vertrag mit dem US-Militär. Das hat nichts mit der Ukraine zu tun", sagte Rubio. Kiew habe keinen Zugriff. "Sie (die Ukrainer) haben um Zugang dazu gebeten, um Angriffe tief im russischen Staatsgebiet durchführen zu können", erklärte er. Starlink und Starshield seien verschiedene Systeme.
Berichte über Drosselung des Satelliteninternets für die Ukraine
Vergangene Woche Mittwoch wurde aus der Ukraine über Probleme beim Einsatz des Satelliteninternets von Starlink berichtet. Demnach verloren Flugobjekte ihre Verbindung, wenn sie sich schneller als 160 Kilometer pro Stunde - teils auch weniger schnell - bewegten. Präsident Wolodymyr Selenskyj bestätigte wenig später die Drosselung. Das Weiße Haus und Elon Musk, der Besitzer der Betreiberfirma SpaceX
Die Ukraine wehrt sich seit Februar 2022 mit westlicher Hilfe gegen eine großangelegte russische Invasion. Satelliteninternet wird von der ukrainischen Armee für die Kommunikation in Frontregionen, aber auch für ferngesteuerte Drohneneinsätze über ukrainischem Staatsgebiet eingesetzt. Kiew ersuchte Washington mehrfach vergeblich um eine Erlaubnis für die Nutzung des Satelliteninternets auf russischem Territorium./ast/DP/men
Quelle: dpa-Afx