SALZGITTER (dpa-AFX) - Der Stahlkonzern Salzgitter
Positiv sieht Salzgitter die EU-Maßnahmen zur Abschottung der europäischen Stahlindustrie gegen Billigimporte vor allem aus Asien. So sieht Salzgitter seit Ende Juni erste Effekte auf Preise und Mengen. Die EU hatte zum 1. Juli ihre Stahlimportbeschränkungen deutlich verschärft. Dabei wurden die zollfreien Quoten gekürzt und die Zölle auf sonstige Lieferungen auf 50 Prozent verdoppelt. Auch die geplante CO2-Abgabe der EU auf Importe dürfte die heimischen Stahlhersteller schützen.
Außerdem beschloss die EU, das Tempo der Verschärfung der Emissionsgrenzwerte im CO2-Handelssystem für das kommende Jahrzehnt zu drosseln - eine Reaktion auf den Druck energieintensiver Branchen angesichts steigender Kosten.
Im ersten Halbjahr steigerte Salzgitter die Rohstahlerzeugung leicht. Wie bereits bekannt sank der Umsatz etwas auf 4,6 Milliarden Euro. Bereinigt um Bewertungseffekte im Zusammenhang mit einer Umtauschanleihe konnte Salzgitter das operative Ergebnis hingegen deutlich steigern.
Dabei profitierte das Unternehmen von einem "außerordentlich hohen Beitrag" seiner Beteiligung an dem Kupferkonzern Aurubis
Unter dem Strich verdiente Salzgitter 43,5 Millionen Euro, nach einem Verlust von 88,9 Millionen Euro im Vorjahr. Der Konzern hatte bereits Mitte Juli vorläufige Zahlen vorgelegt sowie nach der Komplettübernahme des Stahlherstellers HKM seine Prognose erhöht.
Am Aktienmarkt kam der Bericht dennoch nicht gut an. Die im MDax
Analyst Dominic O'Kane von JPMorgan wies darauf hin, dass der operative Gewinn in der Stahlfertigung unter seiner Schätzung liege. Das sei höheren Kosten geschuldet. Zudem sei die Nettoverschuldung höher als von ihm angenommen, weil das Unternehmen entgegen seiner Erwartung Betriebskapital aufgebaut habe./nas/lew/mis
Quelle: dpa-Afx