HAMBURG (dpa-AFX) - Für die rund 11.000 Beschäftigten in den norddeutschen Seehäfen beginnen am Mittwoch in Hamburg Tarifverhandlungen. Die Gewerkschaft Verdi geht mit Forderungen von 8,2 Prozent in die Gespräche - "mindestens aber 2,50 Euro mehr pro Stunde", wie Verhandlungsführerin Sylvi Krisch der Deutschen Presse-Agentur sagte.
Die Forderung sei über Befragungen in den Betrieben mit den Beschäftigten abgestimmt. Krisch verwies auf die Steigerungen beim Containerumschlag, die den Hafenbetrieben zugutegekommen seien. Zugleich hätten weitere Kostensteigerungen die Kaufkraft der Hafenarbeiterinnen und Hafenarbeiter geschmälert.
Arbeitgeber setzen auf konstruktive Verhandlungen
Die Arbeitgeberseite gab sich zunächst zurückhaltend: "Die Seehafenwirtschaft erwartet konstruktive Verhandlungen", hieß es in einem Statement des Zentralverbands der deutschen Seehafenbetriebe (ZDS). Und: "Der ZDS möchte an die Lohnrunde im vergangenen Jahr anknüpfen, um die Stabilität und Verlässlichkeit der deutschen Seehäfen sicherzustellen."
Im vergangenen Jahr hatte sich die Tarifparteien bereits nach zwei Verhandlungstagen mehr oder weniger geräuschlos unter anderem auf eine Anhebung der Stundenlöhne um 3,1 Prozent geeinigt. Außerdem gab es - je nach Art des Betriebes - Einmalzahlungen von 1.800 oder 1.200 Euro. Als Laufzeit waren zwölf Monate vereinbart worden.
Verdi-Verhandlungsführerin: Sind auf alles vorbereitet
Doch nicht immer verliefen die Verhandlungen so harmonisch: 2022 und 2024 brauchte es mit neun beziehungsweise zehn Verhandlungsrunden deutlich länger und es gab teils tagelange Streiks.
Verdi-Verhandlungsführerin Krisch bezweifelt, dass es in dieser Runde wieder so schnell gehen wird wie im vergangenen Jahr. "Ich glaube, dass es diesmal nicht ganz so einfach wird", sagte sie. Auch sie erwarte konstruktive Verhandlungen. Ansonsten sei man aber "auf alles vorbereitet"./fi/DP/zb
Quelle: dpa-Afx