WOLFSBURG (dpa-AFX) - VW-Konzernbetriebsratschefin Daniela Cavallo verlangt von den Unternehmen in der Autoindustrie verbindliche Zusagen zum Erhalt von Arbeitsplätzen in Deutschland. Aktuell strebten die Arbeitgeber in Richtung Politik und forderten bessere Rahmenbedingungen, sagte Cavallo nach einem Treffen mit Vizekanzler Lars Klingbeil und Niedersachsens Ministerpräsident Olaf Lies (beide SPD). Was sie bisher nicht höre: Zusagen, dass sie dann auch bereit seien, die Arbeitsplätze hier in Deutschland zu halten.

Cavallo verwies nicht nur auf Volkswagen , sondern auch auf die Zulieferer. Wenn VW in eine Schieflage gerate, sei die Aufmerksamkeit wegen der vielen Standorte groß. Aber auch viele Betriebsräte in der Zuliefererbranche, die an den Autoherstellern hingen, machten sich enorme Sorgen. "Wir müssen dafür sorgen, dass dieser Kahlschlag an Arbeitsplatzreduzierungen endlich aufhört."

Cavallo für härteren Kurs gegenüber China

Ein Thema des Treffens zwischen den Politikern und Betriebsräten aus dem VW-Konzern sei der enorm schwierige, harte und unfaire Wettbewerb mit China gewesen. Cavallo forderte einen härteren Kurs. Nötig seien Zölle auf chinesische Hybridfahrzeuge und Regeln für einen größeren Anteil lokaler Fertigung in Europa. Das müsse auch Ingenieursarbeit umfassen. Sonst könne man sich auf der betrieblichen Ebene "abstrampeln" - und diesem unfairen Wettbewerb trotzdem nichts entgegenhalten, sagte die VW-Betriebsratschefin.

Klingbeil signalisierte Unterstützung. "Ich bin dafür, dass wir uns gegen unfaire Handelspraktiken wehren", sagte er. Man dürfe im Umgang mit China nicht naiv sein. Innerhalb der schwarz-roten Bundesregierung dränge er unter anderem darauf, dass man beim Thema Local Content viel klarer werde und auch beim Thema Zölle auf Plug-in-Hybride sehr schnell vorankomme.

Streit über die Zukunft von VW

Die Autoindustrie in Deutschland steckt derzeit in einer schweren Krise. Die Branche sieht bei den Standortbedingungen unter anderem bei Energie- und Arbeitskosten sowie der Bürokratie Handlungsbedarf. Außerdem macht den Autobauern die Konkurrenz aus China zu schaffen.

Im Fokus steht aktuell Volkswagen: Neben dem bereits vereinbarten Abbau von 50.000 Stellen in Deutschland will der Konzernvorstand weitere 50.000 Jobs weltweit streichen. Außerdem ist die Zukunft der VW-Werke in Emden, Hannover und Zwickau sowie des Audi-Standorts Neckarsulm offen./jwe/DP/zb

Quelle: dpa-Afx