Chart­technisch und fundamental stehen die Ampeln bei den beiden DAX-Aktien auf Grün. Bei den Discount-Calls bedarf es nur wenig, um bis zu 88,7 Prozent Rendite in rund fünf Monaten zu erzielen

Hinweis: Dieser Artikel erschien zuerst am 21. Oktober in der BÖRSE ONLINE-Ausgabe 44/26. Wenn Sie in Zukunft als Erstes die Einschätzung unserer Experten lesen wollen, dann werfen Sie einen Blick auf dieses Angebot.

Dem DAX gelang zum Schluss der zurückliegenden Woche der Ausbruch aus dem kurzfristigen Abwärtstrend. Im Zuge dieser Erholung zeigten unter anderem die Aktien von Airbus und Siemens Healthineers relative Stärke. Beide Titel durchbrachen dabei wichtige Hürden und eröffneten damit weiteres Aufwärtspotenzial. 

Ausbruch bei Airbus

Der Flugzeugbauer Airbus meldete zum Wochenschluss neue Auslieferungszahlen. Demnach wurden im September insgesamt 72 Verkehrsflugzeuge an Kunden übergeben. Damit summierte sich die Zahl der Auslieferungen seit Jahresbeginn auf 547 Flugzeuge. Dies entspricht einer Steigerung gegenüber dem Vorjahreszeitraum von 40 Maschinen beziehungsweise knapp acht Prozent. Das Jahresziel liegt bei rund 870 Flugzeugen. Um dies zu erreichen, müssten somit im Schnitt über 100 Maschinen pro Monat übergeben werden. Abwegig erscheint dies jedoch nicht. Es ist in der Luftfahrtbranche durchaus üblich, dass ein erheblicher Teil der Jahresproduktion erst in den letzten Monaten des Jahres finalisiert und an die Kunden übergeben wird. Im vergangenen Jahr wurden im Schlussquartal 286 Passagierflugzeuge ausgeliefert. Allein 136 im Dezember. 

Im September hat die zweite Endmontagelinie im chinesischen Tianjin ihre Produktion aufgenommen. Seit Juni ist die modernisierte Endmontagelinie in Toulouse in Betrieb. Ziel ist, bis Ende kommenden Jahres die Produktion der 320-Familie auf 75 Flugzeuge pro Monat hochzufahren.

Bei Airbus ist nicht das Bestellbuch der Bremsklotz. Die Zahlen stimmen ebenfalls. Im zweiten Quartal stieg der Umsatz um 28 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum, der Nettogewinn hat sich mehr als verdoppelt. Rücksetzer beim Aktienkurs resultieren meist aus der schwindenden Hoffnung, das gesteckte Auslieferungsziel zu erreichen. Die guten Septemberzahlen zerstreuten diese Befürchtungen zunächst.

Mit der jüngsten Erholung verteidigte die Aktie die viel beachtete 200-Tage-Durchschnittslinie und durchbrach den seit August gebildeten Abwärtstrend. Damit verschaffte sich der Titel Spielraum bis zum Zwischenhoch von 217 Euro. 

Die jüngste Kursbewegung sorgte für attraktive Konditionen bei Discount-Call-Optionsscheinen. Das ausgewählte Papier weist einen Basispreis von 190 Euro und ein Cap-Level von 210 Euro auf. Aktuell notiert der DAX-Titel knapp unter 200 Euro. Liegt der Aktienkurs Mitte März kommenden Jahres bei 210 Euro oder höher, erhalten Inhaber des Wertpapiers zwei Euro ausbezahlt. Dies entspricht einer erzielbaren Rendite von 88,7 Prozent. Um potenzielle Verluste zu beschränken, sollte ein Stoppkurs gesetzt werden.

Neues Hoch bei Healthineers

Der Aktie von Siemens Healthineers gelang Ende vergangener Woche der Ausbruch über das Augusthoch von rund 40 Euro. Damit wurde der Sprung über die viel beachtete 200-Tage-Durchschnittslinie bestätigt. Charttechniker interpretieren solche Kursentwicklungen als positives Signal. Die nächste nennenswerte Widerstandsmarke liegt bei 50 Euro.

Die Aussichten auf einen Anstieg in diesen Bereich sind gut. Im zurückliegenden Geschäftsjahr 2025/26 revidierte der Medizintechnikkonzern die Prognose zweimal nach unten. Im Oktober startete das Unternehmen ins neue Geschäftsjahr. Dabei sollen die Weichen für die Trennung von der krisengeschüttelten Diagnostiksparte gestellt werden. Zuletzt war dieser Bereich maßgeblich für die Prognoseanpassungen verantwortlich. Mittelfristig könnte ein Börsengang oder ein Verkauf an Finanzinvestoren erfolgen. Im Februar wird zudem die Hauptversammlung bei Siemens über die Abspaltung eines größeren Anteils an der Medizintechniksparte entscheiden. Siemens beabsichtigt, 30 Prozent der Anteile an die eigenen Aktionäre weiterzugeben und auf diese Weise den Anteil von etwa 67 Prozent auf rund 37 Prozent zu senken. Dieser Teilausstieg wird seit Langem erwartet und drückte in den vergangenen Monaten zusätzlich auf den Anteilschein. 

Operativ soll der Umsatz bis 2030 um durchschnittlich fünf bis sieben Prozent zulegen und das Ergebnis pro Aktie sogar zweistellig ansteigen. Wachstumstreiber sollen dabei die beiden Kernbereiche Precision Therapy und Imaging sein. Großes Potenzial sehen beispielsweise die Analyste von Royal Bank of Canada im neuen Strahlentherapiesystem Accela. Das System wurde auf dem Krebskongress ASTRO 2026 Ende September in Boston vorgestellt. Ende des Jahres sollen damit bereits die ersten Therapien in Europa durchgeführt werden. 

Der gesamte Medizintechniksektor geriet in den vergangenen Jahren im Vergleich zu historischen Bewertungsmaßstäben stark unter Druck. In den zurückliegenden Wochen sind branchenübergreifend Anzeichen für eine Erholung erkennbar. Mit einem KGV von rund 20 und einer Dividendenrendite von 2,5 Prozent ist die Aktie moderat bewertet. Zudem stützt bei Siemens Healthineers das laufende Aktienrückkaufprogramm. 

Beim ausgewählten Discount Call wurde der Basispreis bei 40 Euro und das Cap-Level bei 42,50 Euro fixiert. Erreicht die Aktie bis Mitte März kommenden Jahres das Cap und schiebt sich gar darüber, erhalten Anleger 2,50 Euro. Ein potenzielles Plus von 71,2 Prozent. 

Fazit

Die Aktien von Siemens Healthineers und Airbus haben wichtige charttechnische Hürden überwunden. Mit den Discount Calls können Anleger überdurchschnittlich von einer Fortsetzung des bestehenden Aufwärtstrends profitieren.

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