Was ist die einfachste Regel, um reich zu werden? Vielleicht sollten Anleger auf die Investment-Legende Warren Buffett hören. Denn sein Anlageerfolg beruht vor allem auf einer einzigen, einfachen Regel.
6.099.294 Prozent – um diesen Faktor ist der Wert der Aktie von Berkshire Hathaway zwischen 1965 und 2025 unter der Ägide von Warren Buffett gestiegen. Ja, das hat auch mit dem langen Zeitraum zu tun. Aber das entspricht im Schnitt unfassbaren 19,7 Prozent Rendite pro Jahr. Und: Der S&P 500-Index schaffte in diesen 60 Jahren „nur“ 46.061 Prozent oder 10,5 Prozent per annum.
Ein Satz aus dem Jahr 1996
Was ist also das Geheimnis, mit dem Warren Buffett auf lange Sicht regelmäßig den Markt übertrifft? Vor allem ein Satz des Orakels von Omaha sollten sich Anleger tief ins Stammbuch schreiben. In seinem Jahresbrief an die Aktionäre aus dem Jahr 1996 schrieb Buffett, Anleger sollten sich darauf konzentrieren, Unternehmen zu kaufen, die leicht zu verstehen sind und „deren Gewinne in fünf, zehn und 20 Jahren mit ziemlicher Sicherheit deutlich höher sein werden“. „Kaufen Sie Aktien, die über den gesamten Konjunkturzyklus hinweg gut abschneiden können.“
Das eigentliche Geheimnis hinter Buffetts Anlagerfolg
So ein unerschütterlich stabiles Geschäftsmodell ist die Basis für das eigentliche Geheimnis hinter Buffetts Anlageerfolg: Er nutzt die Kraft der Zeit und des Zinseszinses, um auf eine weitaus risikoscheuere Weise Vermögen aufzubauen. Buffett sucht nicht den nächsten Tenbagger, der in wenigen Jahren wieder verglüht. Er will Unternehmen, die ihren Wert Jahr für Jahr akkumulieren, langweilig, aber berechenbar.
„Compounder“ nennen Profis solche Unternehmen, die ein so stabiles Geschäftsmodell aufweisen, dass sie Jahr für Jahr Geld einsammeln – ganz egal, wie die Konjunkturzyklen da draußen laufen. Coca-Cola, Buffetts Lieblingsaktie, ist so ein Unternehmen: Seine Absatzzahlen hängen nicht an der Konjunktur, am Arbeitsmarkt oder gar an den Leitzinsen. Coca-Cola wird auf der ganzen Welt immer getrunken – solange das Marketing die Marke im Bewusstsein der Menschen hält. Marken wie Red Bull oder Monster haben dieses Modell mit ihren Energy-Drinks erfolgreich kopiert. Doch der adressierbare Markt für Coca-Cola ist viel größer. Und er ist global.
Die Folge: Selbst im Jahr 2026, wo scheinbar alle Investoren nur nach KI-Aktien greifen, legte die Coca-Cola-Aktie schon wieder um 26 Prozent zu.
Der Nachteil hinter der Buffett-Strategie
Dieser scheinbar einfache Investment-Ansatz birgt natürlich auch Nachteile: In Zeiten, in denen ein einzelner Sektor boomt und die Kurse dort scheinbar kein Halten mehr kennen, wie etwa im Dotcom-Boom 1999/2000 oder auch im aktuellen KI-Boom, hinkt die Performance von Berkshire Hathaway dem Markt zum Teil deutlich hinterher.
Doch langfristig hat Buffett immer recht behalten: Unzählige Unternehmen wirkten in den vergangenen 60 Jahren wie fantastische Aktien – um den Anlegern dann nur wenige Jahre später Verluste zu bescheren. Deshalb investiert Buffett so gut wie nie in die angesagtesten Aktien am Markt. Aus dem Tech-Sektor etwa halten nur Apple und neuerdings Alphabet seinen Kriterien stand.
Diesen Fehler dürfen Buffett-Fans nicht machen
Geduld zahlt sich also aus, und Warren Buffett ist eigentlich nie nervös geworden – zumindest hat er das nie gezeigt. Dass die Investorenlegende auf langfristiges Wachstum abzielt, heißt jedoch nicht, dass Anleger einfach jeden Kursverlust ihrer Aktien aussitzen sollten. Denn wenn die Aktie fällt, weil ihr Geschäftsmodell überholt oder eben nicht resistent gegen externe Schocks ist, dann ist sie auch keine Buffett-Aktie.
Die Auswahl von Titeln mit einem nahezu unangreifbaren Geschäftsmodell ist die Voraussetzung dafür, dass Buffetts Investmentansatz aufgeht. Aktuell sieht er dafür nur wenige neue Kandidaten.
Hat Buffetts Nachfolger diese Geduld nicht?
Deshalb sitzt auch sein Nachfolger Greg Abel bei Berkshire Hathaway immer noch auf einem riesigen Geldberg in Höhe von 365,5 Milliarden US-Dollar (Stand 30. Juni 2026). Immerhin 30 Milliarden US-Dollar hat Abel im zweiten Quartal investiert.
Dass Abel jetzt, kurz nach Buffetts offiziellem Abgang, anfängt, den Cashberg abzutragen, brachte ihm prompt Kritik von Michael Burry ein. Der Hedgefonds-Manager schrieb diese Woche in einem Blogpost, seine größte Befürchtung sei, „dass Warren Buffetts Nachfolger möglicherweise nicht Buffetts Geduld und Disziplin besitzen würde, auf die richtige Gelegenheit zu warten“. Er halte deshalb „Berkshire für keine attraktive Investition für die Zukunft.“
Doch Abel hat im zweiten Quartal nicht einmal zehn Prozent der Cashreserve ausgegeben. Zudem stockte er mit dem größten Teil davon eine Aktie auf, die Berkshire erst 2025 neu ins Portfolio aufgenommen hatte: Alphabet.
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Häufige Fragen zum Thema
Warum verehren so viele Anleger Warren Buffett?
Der amerikanische Investsor Warren Buffett wird von Anlegern weltweit auch als „Das Orakel von Omaha“ verehrt. Dort ist der Hauptsitz seiner Investmentgesellschaft Berkshire Hathaway, die im Kern ein Rückversicherer ist. Die Gesellschgfat hat mit ihren Beteiligungen wie Coca-Cola oder American Express über Jahrezehnte eine Durchschnittsrendite von rund 20 Prozent pro Jahr erzielt. Buffett, der größter Aktionär von Berkshire ist, hat trotz seines Reichtums einen bescheidenen, volksnahen Lebensstil beibehalten.
Warum ist Buffett nicht mehr Chef von Berkshire Hathaway?
Warren Buffett ist mitlerweile 95 Jahre alt und hat deshalb seinen CEO-Posten bei Berkshire Hathaway zum Jahresende 2025 aus Altersgründen aufgegeben. Er hatte diesen Übergang langfristig geplant und das Ruder nun an seinen Nachfolger Greg Abel übergeben. Buffett selbst bleibt dem Unternehmen weiterhin als Verwaltungsratschef verbunden.
Wie kann ich vom Investment-Ansatz von Warren Buffett profitieren?
Der einfachste Weg ist ein Investment in Berkshire Hathaway. Dafür gibt es zwei Aktien: Eine einzige A-Aktie ist mittlerweile 764.000 US-Dollar wert und für die wenigsten Privatanleger erschwinglich. Es gibt jedoch auch eine kleiner gestückelte B-Aktie, die zu 510 US-Dollar notiert (Stand 13. August 2026). Wenn Sie gezielt in dieselben Unternehmen investieren wollen wie die Star-Investoren Buffett, Gates, Ken Fisher und Bill Ackman, lohnt sich auch ein Blick auf den Best of Billionairs Index von BÖRSE ONLINE.
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