Amazon-Aktie plus 13 Prozent: Konzern geht mit Rückenwind ins Weihnachtsgeschäft
· Börse Online Redaktion
Amazon entwickelt sich immer stärker zu einem Tausendsassa, der Milliarden in immer neue Geschäftsbereiche steckt. Längst ist der Konzern aus Seattle nicht mehr nur eine Größe im Onlinehandel, sondern mit Whole Foods auch im Einzelhandel aktiv und mit AWS zum Marktführer im Cloudgeschäft aufgestiegen. Dazu kommt noch ein Streaming-Dienst a la Netflix, Hardware wie das Kindle-Lesegerät und der Sprachassistent Alexa. "Sie feuern aus allen Rohren", fasste Daniel Kurnos vom Risikokapitalgeber Benchmark das Geschehen zusammen.
Laut einer Studie der PwC-Wirtschaftsprüfer gibt Amazon in diesem Jahr erstmals mehr Geld für Forschung und Entwicklung aus als jeder andere Konzern und löst damit Volkswagen an der Spitze ab. Finanzchef Brian Olsavsky kündigte die Entwicklung neuer Geschäftsformate an. Lange Zeit sorgte die Ausgabefreude von Amazon für hochgezogene Augenbrauen bei Analysten. "Es scheint jetzt, als sei das Unternehmen an einem Punkt angelangt, wo es seine Investitionen beibehalten und trotzdem einige Krümel für die Aktionäre lassen kann", sagte Analyst Michael Prachter von der Investmentbank Wedbush Securities. Im dritten Quartal war der Nettogewinn leicht auf 256 Millionen Dollar gestiegen. Dies lag wie der Umsatz über den Erwartungen. Die Amazon-Aktie sprang nachbörslich mehr als sieben Prozent in die Höhe. In diesem Jahr hat das Papier bereits rund 30 Prozent zugelegt.
Für viele Menschen gehören die Amazon-Pakete längst zum Alltag. Nun bemüht sich der Konzern mit 341.000 Mitarbeitern gleich um den Schlüssel zu den Haushalten seiner Kunden. Dafür stellte Amazon kürzlich einen speziellen Schlüssel mit integriertem Kamerasystem vor, der die Paketboten in die Wohnung lässt, damit diese dort direkt die Waren ablegen können. "Das ist kein Experiment für uns", versicherte Amazons Vize-Präsident für Auslieferungstechnologien, Peter Larsen. Wann das System nach Deutschland - dem zweitwichtigsten Markt für Amazon nach den USA - kommen soll, war zunächst unklar. In den USA richtet sich das Angebot zunächst nur an Prime-Mitglieder. Wer an diesem Programm teilnimmt, erhält für eine Jahresgebühr die Lieferungen schneller und muss keine Versandkosten zahlen. Die Abo-Einnahmen stiegen im Sommer um 59 Prozent auf 2,4 Milliarden Dollar.
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