Die Analysten von MWB Research haben für eine bekannte deutsche Rüstungsaktie eine Verkaufsempfehlung ausgesprochen. Auch andere Titel sind betroffen.

Am Donnerstag kommt die deutsche Rüstungsindustrie an der Börse nicht gut weg. Rheinmetall sackt um mehr als vier Prozent ab und bildet das Schlusslicht im DAX. Gleichzeitig gerät der Kurs von Renk unter Druck. Besonders getroffen hat es jedoch die Hensoldt-Aktie: Ein Kursverlust von fast sechs Prozent steht hier zu Buche. Die Verkaufsempfehlung durch die MWB Research sorgt nun für neuen Treibstoff im Negativtrend.

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MWB Research stuft Hensoldt herab

Der NATO-Gipfel am 7. und 8. Juli hat eine Verlagerung der Verteidigungsausgaben bestätigt. Daher stehen Landplattformen wie Rheinmetall & Co. aktuell unter Druck. Die Hoffnungen rund um das Treffen trieben die Hensoldt-Aktie in den vergangenen Tagen vorerst an. Laut den Experten fehlen jedoch Verträge oder neue Informationen, die geeignet wären, die Prognose anzuheben. Die Analysten der MWB Research haben den kürzlichen Kursanstieg in ihrer Studie daher als Effekt der Marktstimmung bewertet. In der Folge haben sie die Hensoldt-Aktie von "Hold" auf "Sell" herabgestuft. Das Kursziel beließen die Experten jedoch bei 62 Euro.

In der Studie schreiben die Analysten, dass Hensoldt nicht auf allen Land- und Marineplattformen als Referenzanbieter gilt. Zudem sehen die Analysten ein Problem in den Genehmigungen für Landprogramme: Diese seien begrenzt, was die Unsicherheit künftiger Ausschreibungen erhöht, hieß es weiter. Die Aktie gab am Donnerstagmittag um mehr als fünf Prozent nach und bildete das Schlusslicht im MDAX.

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Hensoldt (WKN: HAG000)

Auch weitere Rüstungsaktien abgestraft

Die Studie straft auch Rheinmetall und Renk ab. Die Düsseldorfer leiden ebenfalls unter der Neuausrichtung im Verteidigungssektor. Zusätzlich betonen die Analysten, dass der Anstieg des den Rheinmetall-Aktionären zurechenbaren Nettogewinns trotz Wachstum im operativen Geschäft begrenzt sei. Daher stufen die Experten ihr Votum von "Buy" auf "Hold" herab. Zusätzlich senken sie das Kursziel deutlich von 1.450 Euro auf 1.150 Euro. Die Aktie sackte daraufhin am Donnerstagmittag um mehr als vier Prozent ab.

Die Renk-Aktie verlor ebenfalls über vier Prozent. Die Experten stuften die Papiere von "Buy" auf "Hold" herab. Dabei beließen sie das Kursziel von 50 Euro. Die Experten sehen die zunehmende Diversifizierung des Konzerns in maritime Aktivitäten als unterstützend. Dennoch kompensiert das nicht die Unsicherheiten um künftige Programme. In der Stude heißt es zudem, dass Renk mittlerweile angemessen bewertet sei.

Sollten Anleger jetzt verkaufen?

Alle drei genannten Werte verzeichneten erhebliche Kursverluste in den vergangenen zwölf Monaten. So verlor Rheinmetall 45 Prozent, Renk 40 Prozent und Hensoldt knapp 30 Prozent in diesem Zeitraum. Äußere Faktoren, wie eine entspanntere Lage im Nahost-Konflikt, schwache Quartalszahlen oder politische Entscheidungen belasteten die Kurse zuletzt. Das Ende des F126-Fregattenprojektes oder des FCAS-Kampfflugzeuges setzte die Unternehmen zusätzlich unter Druck.

Für Anleger ist jetzt vor allem Geduld gefragt. Die jüngsten Kursverluste sind ein Warnsignal, aber noch kein zwingender Grund zum Verkauf. Dennoch sollten Sie die Halbjahreszahlen und weitere Auftragsmeldungen jetzt genau beobachten.

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Häufig gestellte Fragen

Warum reagieren Rüstungsaktien trotz guter Aussichten manchmal negativ?

Rüstungsaktien reagieren oft nicht nur auf die langfristige Auftragslage, sondern auch auf kurzfristige Erwartungen, politische Signale und Analystenkommentare. Wenn neue Aufträge ausbleiben oder Investoren bereits sehr hohe Erwartungen eingepreist haben, kann selbst eine eigentlich positive Nachricht zu Kursverlusten führen.

Was bedeutet ein herabgesetztes Kursziel für Anleger?

Ein niedrigeres Kursziel signalisiert, dass Analysten die weitere Entwicklung vorsichtiger einschätzen als zuvor. Das heißt nicht automatisch, dass die Aktie sofort verkauft werden muss, aber es zeigt, dass weniger Spielraum für weitere Kurssteigerungen gesehen wird.

Sind Rüstungsaktien nach starken Anstiegen noch ein Kauf?

Das hängt von Bewertung, Auftragslage und politischem Umfeld ab. Nach starken Kursanstiegen ist bei Rüstungsaktien oft mehr Optimismus eingepreist, weshalb neue Rückschläge schneller auf den Kurs drücken können als zuvor.

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