Die kommenden Tage könnten für den DAX-Konzern richtungsweisend werden. Denn nicht nur die Quartalszahlen, sondern auch eine Übernahme dürften zu einer wichtigen Bewährungsprobe werden.

Wenn der deutsche Chemiekonzern BASF am Mittwochmorgen seine Zahlen für das dritte Quartal 2026 veröffentlicht, richten sich die Augen nicht nur auf Umsatz und Gewinn, sondern auch auf Neuigkeiten zur geplanten Milliardenübernahme. Diese könnte insofern brisant werden, als der hohe Kapitalbedarf die Dividende gefährden könnte.

Das erwarten die Analysten von den BASF-Quartalszahlen

Im zweiten Quartal profitierte der Konzern von Lieferunterbrechungen infolge des Nahostkonflikts: Die Verkaufspreise stiegen um 11,5 Prozent und die Absatzmengen um 7,3 Prozent. Nun ist entscheidend, ob sich diese Entwicklung im dritten Quartal fortgesetzt hat. Wichtig werden zudem Aussagen darüber, ob sich die schwache europäische Nachfrage erholt. Hier könnten insbesondere das deutsche Infrastruktur-Sondervermögen und die damit verbundenen höheren Wachstumserwartungen neue Impulse liefern.

Für das dritte Quartal 2026 rechnen Analysten im Schnitt mit einem Umsatz von 15,67 Milliarden Euro. Das entspricht einem Anstieg von rund 9,3 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal. Der bereinigte Gewinn je Aktie soll hingegen um 17,4 Prozent auf 0,38 Euro sinken.

Für das Gesamtjahr 2026 liegt der Analystenkonsens derzeit bei einem Umsatz von 63,7 Milliarden Euro und einem bereinigten Gewinn je Aktie von 3,16 Euro.

Gefährdet die angestrebte Evonik-Übernahme die Dividende?

Noch wichtiger als die exakten Umsatz- und Gewinnzahlen könnten Aussagen zur angestrebten Übernahme des Konkurrenten Evonik sein. Laut Reuters hat BASF sein Angebot am 23. Oktober von 22,15 auf 24 Euro je Aktie erhöht, nachdem die ursprüngliche Offerte abgelehnt worden war. Das entspricht einem Eigenkapitalwert von rund 11,2 Milliarden Euro.

Die Aktionäre dürften zum Zuge der Quartalszahlen vor allem an konkreten Aussagen zur Finanzierung, möglichen Synergien und Kartellrisiken interessiert sein. Zum 30. Juni verfügte BASF über Barmittel von rund 7,8 Milliarden Euro und damit über fünf Milliarden Euro mehr als ein Jahr zuvor. Somit könnte zumindest ein Teil der Übernahme aus vorhandenen Barmitteln finanziert werden. Der verbleibende Kaufpreis dürfte über zusätzliche Schulden finanziert werden. Das müsste jedoch nicht zwangsläufig das Ziel gefährden, zwischen 2025 und 2028 insgesamt zwölf Milliarden Euro in Form von Dividenden und Aktienrückkäufen an die Aktionäre auszuschütten.

Fazit

Am Mittwoch dürften für die BASF-Aktie weniger einige Cent mehr oder weniger Gewinn je Aktie entscheidend sein als vielmehr die Aussagen zur mittel- und langfristigen Geschäftsentwicklung sowie zur geplanten Evonik-Übernahme. Um die Dividende müssen sich Anleger Stand heute wenig Sorgen machen.

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Häufig gestellte Fragen:

Wann veröffentlicht BASF die Quartalszahlen?

BASF veröffentlicht seine Zahlen für das dritte Quartal 2026 am Mittwoch, dem 28. Oktober, um 7:00 Uhr deutscher Zeit. Die Analystenkonferenz beginnt um 8:30 Uhr.

Wie hoch fällt die BASF-Dividende 2026 voraussichtlich aus?

BASF strebt für das Geschäftsjahr 2026 eine Dividende von mindestens 2,25 Euro je Aktie an. Analysten rechnen derzeit mit durchschnittlich 2,28 Euro je Aktie. Die Auszahlung erfolgt voraussichtlich im Mai 2027.

Könnte die Evonik-Übernahme die BASF-Dividende gefährden?

Die geplante Milliardenübernahme könnte die finanziellen Spielräume von BASF einschränken. Allerdings hält der Konzern bislang an seinem Ziel fest, zwischen 2025 und 2028 mindestens zwölf Milliarden Euro über Dividenden und Aktienrückkäufe auszuschütten. Ob die Übernahme daran etwas ändert, bleibt abzuwarten.

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