Viele Anleger misstrauen der automatisierten Geldanlage. Dabei können Robo-Advisor sogar den MSCI All Country World schlagen.

Viele Anleger wollen nicht, dass eine Künstliche Intelligenz ihr Depot regelt – dabei können Robo-Advisor ordentliche Ergebnisse erzielen. Laut einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Forsa für den Kreditkartenanbieter Visa würden 68 Prozent der repräsentativ Befragten ihre Versicherungen und Finanzprodukte eher nicht oder auf keinen Fall KI-gesteuert verwalten lassen. Der Geldanlage mithilfe von KI, zum Beispiel über einen Robo-Advisor, sehen sogar 86 Prozent der Umfrage-Teilnehmer skeptisch.

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Auswertung: Robo-Advisor schlagen den Aktienmarkt

Dabei haben Robo-Advisor den breiten Aktienmarkt im vergangenen Jahr teilweise deutlich geschlagen. Das geht aus einer Auswertung von Fondsconsult hervor, über die das “Handelsblatt” berichtet. Demnach erzielten Robo-Advisor mit offensiven Strategien im Jahr 2025 vor Kosten durchschnittlich eine Rendite von 10,2 Prozent. Der MSCI All Country World (ACWI) kam im selben Zeitraum auf eine Rendite von 7,9 Prozent. 

Als offensiv gelten in der Auswertung Strategien, bei denen die Robo-Advisor vollständig in Aktien investieren dürfen und keinen besonderen Nachhaltigkeitsschwerpunkt verfolgen.

Ein wichtiger Renditetreiber dürfte der Goldanteil in den Portfolios gewesen sein. Der Preis für das Edelmetall stieg 2025 um 45 Prozent. Fondsconsult-Analyst Maximilian Wellner sagte dazu dem “Handelsblatt”: „Manche Robo-Advisor hatten bis zu 20 Prozent ihres Portfolios in Gold investiert. Das hat im vergangenen Jahr natürlich die Performance getrieben.“

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Weiterführende Links

Ginmon erzielt die höchste Rendite - Große Unterschiede zwischen den Strategien

Für die Analyse wertete Fondsconsult mehr als zwei Dutzend in Deutschland verfügbare Strategien von 17 Anbietern aus. Die höchste Jahresrendite unter den untersuchten offensiven Portfolios erzielte 2025 der Anbieter Ginmon mit seiner Strategie „Global 10“.

Die konventionelle, ETF-basierte Strategie gewann im vergangenen Jahr 14,3 Prozent an Wert. Dahinter folgten eine offensive Strategie von Minveo sowie das Portfolio „Green Chance“ des Commerzbank-Robos Cominvest, das einen Nachhaltigkeitsschwerpunkt verfolgt. Allerdings entwickelten sich die einzelnen Strategien der Robo-Advisor sehr unterschiedlich. Das schwächste offensive Portfolio erzielte 2025 lediglich eine Rendite von 0,7 Prozent.

Auch über einen längeren Zeitraum zeigt sich ein gemischtes Bild. Laut der Fondsconsult-Auswertung gelang es keiner Strategie der Robos, den breiten Aktienmarkt über drei Jahre hinweg im Durchschnitt zu schlagen.

Anleger sollten außerdem beachten, dass nicht nur die Rendite vor Kosten bei der Auswahl des passenden Robo-Advisors entscheidend ist, sondern auch, wie viel nach Abzug der Verwaltungsgebühren, ETF-Kosten und gegebenenfalls weiterer Entgelte tatsächlich übrig bleibt.

BÖRSE ONLINE hat deshalb die besten Robo-Advisors in einem großen Test anhand von 468 Einzelkriterien verglichen. Hier geht's zur Auswertung:

Robo-Advisor-Vergleich: Die besten digitalen Vermögensverwalter im Test

Wie Robo-Advisor arbeiten – und was das mit KI zu tun hat

Robo-Advisor sind digitale Vermögensverwalter. Anleger beantworten zunächst Fragen zu ihrer finanziellen Situation, ihrem Anlageziel und ihrer Risikobereitschaft. Auf dieser Grundlage schlägt die Plattform ein Portfolio vor – häufig aus kostengünstigen ETFs. Nach der Eröffnung des Depots werden die Anlagen meist automatisch gekauft, überwacht und in regelmäßigen Abständen wieder auf die ursprüngliche Gewichtung zurückgesetzt. 

Robo-Advisor arbeiten dabei nicht zwangsläufig mit Künstlicher Intelligenz. Einige Anbieter setzen vor allem auf regelbasierte Modelle und festgelegte Anlagestrategien. KI kann zwar beispielsweise bei der Analyse von Daten oder bei der Optimierung von Prozessen zum Einsatz kommen, sie steuert aber nicht automatisch jedes Robo-Advisor-Portfolio.

Enthält Material von dpa-AFX

Häufige Fragen

Welcher Robo-Advisor erzielte 2025 die höchste Rendite?

Unter den von Fondsconsult untersuchten offensiven Portfolios erzielte 2025 die Strategie „Global 10“ des Anbieters Ginmon die höchste Jahresrendite. Sie gewann 14,3 Prozent an Wert. Die Rendite wurde vor Kosten berechnet und lässt sich daher nicht direkt mit dem tatsächlichen Anlageergebnis eines Kunden gleichsetzen.

Haben Robo-Advisor 2025 den MSCI World geschlagen?

Die offensiven Robo-Advisor-Strategien erzielten 2025 laut der Fondsconsult-Auswertung durchschnittlich 10,2 Prozent vor Kosten. Zum Vergleich: Der MSCI All Country World (ACWI) kam auf 7,9 Prozent. Der Vergleich bezieht sich also nicht auf den klassischen MSCI World, sondern auf den breiter gefassten MSCI ACWI, der neben Industrieländern auch Schwellenländer berücksichtigt.

Sind Robo-Advisor eine Form der Künstlichen Intelligenz?

Nein, Robo-Advisor und Künstliche Intelligenz sind nicht dasselbe. Robo-Advisor sind digitale Vermögensverwalter, die Portfolios häufig anhand regelbasierter Modelle zusammenstellen und automatisch anpassen. Einige Anbieter nutzen zusätzlich KI für Datenanalysen oder bestimmte Prozesse. Das bedeutet jedoch nicht, dass jedes Robo-Advisor-Portfolio vollständig von einer KI gesteuert wird.