US-Small Cap-Aktien haben im ersten Halbjahr kräftig zugelegt. Goldman Sachs sieht darin jedoch keine klassische Blase, sondern eine Erholung mit weiteren Chancen. Wie nachhaltig ist die Rally?
US-Small-Caps haben im ersten Halbjahr 2026 deutlich zugelegt. Der Russell 2000 stieg laut CNBC um knapp 22 Prozent und absolvierte das beste erste Halbjahr seit 1991. Dennoch bleibt eine entscheidende Frage für Anleger: Ist der Einstieg noch sinnvoll oder droht eine Blase?
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Small Caps holen gegenüber Technologiewerten auf
Goldman Sachs Asset Management veröffentlichte seine Einschätzung im Rahmen seines Investmentausblicks für 2026. Darin sehen die Experten die Rally nicht als klassische Blase, sondern vielmehr als Erholung nach Jahren, in denen kleinere Unternehmen hinter großen Technologiewerten zurückblieben. Goldman Sachs Asset Management verweist zudem auf verbesserte Gewinnperspektiven, eine mögliche Belebung der US-Wirtschaft und die im Vergleich zu Large Caps weiterhin interessanten Bewertungen.
Auch Amy Zhang, Fondsmanagerin bei Alger, ordnete die Rally gegenüber CNBC ein: „Es ist sowohl eine Aufholbewegung bei den Bewertungen als auch eine fundamentale Entwicklung.“ Die Bewertungslücke sei zuvor so groß gewesen, „dass ein Lastwagen hindurchfahren könnte“.
Viele Small Caps profitieren zwar vom Ausbau der KI-Infrastruktur, doch auch Unternehmen aus anderen Bereichen treiben die Rally an. Vor allem Halbleiter- und Zuliefererunternehmen zählen zu den größten Gewinnern. Laut CNBC kommen 16 der 50 besten Aktien im Russell 2000 aus diesen Bereichen. Einige dieser Titel legten seit Jahresbeginn sogar um mehr als 400 Prozent zu.
Auch die Gewinnprognosen stiegen. Laut dem Vermögensverwalter LPL Financial kletterten die Erwartungen für das Gewinnwachstum der Russell-2000-Unternehmen im Jahr 2026 von rund 23 auf 38 Prozent. Damit wächst die Hoffnung, dass die Erholung über den Technologiesektor auch auf weitere Branchen überspringt.
Passend dazu: Künstliche Intelligenz boomt. Wer von dem Megatrend profitieren möchte, sollte einen Blick in den Künstliche-Intelligenz-Index von BÖRSE ONLINE werfen. Hier finden Anleger entsprechende Investmentideen.
Steigende Zinsen bleiben das größte Risiko
Mehr Übernahmen, vor allem in der Pharma- und Biotechnologiebranche, sowie steuerliche Investitionsanreize könnten den Small-Cap-Markt zusätzlich stützen. Das größte Risiko bleiben jedoch die Zinsen. Kleinere Unternehmen haben häufiger variabel verzinste Schulden und benötigen öfter eine Anschlussfinanzierung. Steigende Finanzierungskosten könnten deshalb ihre Gewinne stärker belasten als die Gewinne großer Unternehmen.
„Wir nähern uns wahrscheinlich dem Höhepunkt bei Inflation und Zinsen“, sagte Zhang gegenüber CNBC. Für Anleger bleibt die Rally damit interessant, aber anspruchsvoll. Vor einem Einstieg sollten sie Bewertung, Gewinnentwicklung und Zinsrisiken prüfen.
Mehr zur Analyse von Goldman Sachs und den Chancen für Anleger lesen Sie bei den Kollegen von Euro am Sonntag.
Häufig gestellte Fragen
Was sind Small Caps?
Small Caps sind Aktien von Unternehmen mit einer vergleichsweise geringen Marktkapitalisierung. Sie bieten häufig höhere Wachstumschancen als etablierte Großkonzerne, schwanken aber in der Regel stärker und reagieren empfindlicher auf Konjunktur- und Finanzierungsrisiken.
Warum reagieren Small Caps besonders stark auf Zinsänderungen?
Kleinere Unternehmen verfügen häufig über weniger stabile Finanzierungsmöglichkeiten und müssen Schulden öfter refinanzieren. Sinkende Zinsen können ihre Finanzierungskosten senken, während steigende Zinsen Gewinne, Investitionen und Liquidität stärker belasten können.
Wie können Anleger in den Russell 2000 investieren?
Eine Möglichkeit bieten börsengehandelte Indexfonds, sogenannte Russell-2000-ETFs. Sie streuen das Investment über zahlreiche US-Small-Cap-Aktien, schützen aber nicht vor Verlusten und können je nach Anbieter unterschiedliche Kosten und Abbildungsfehler aufweisen.