Milliardenverluste, drohende Insider-Verkäufe und ein kritischer Termin am 6. August – Experte Cramer verrät, wann der Einstieg in den abgestraften Tech-Giganten sich lohnen könnte.
Die Aktie von Elon Musks Raumfahrtunternehmen SpaceX befindet sich auf Talfahrt. Nach einem Rekord-Börsengang und einem Allzeithoch von über 200 Dollar im Juni fiel die Aktie unter ihren Ausgabepreis und notiert derzeit bei etwa 112 Dollar.
An den Märkten werden die Bedenken immer lauter – auch Jim Cramer, der grundsätzlich optimistisch gegenüber Elon Musk und der langfristigen SpaceX-Story bleibt, rät Anlegern zur Vorsicht. Finanzexperte Cramer sagte am Dienstag in seiner CNBC-Sendung „Mad Money": „Wenn Sie groß einsteigen wollen, warten Sie zumindest bis nach der ersten Welle des Lockup-Ablaufs für Insider-Verkäufe am kommenden Donnerstag. Lassen Sie den Kurs erst fallen, bevor Sie den Abzug betätigen."
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SpaceX-Aktie: Warum der 6. August alles verändern könnte
Am Donnerstag, den 6. August, droht der nächste große Belastungstest für SpaceX: Denn dann werden bis zu 911,5 Millionen Aktien verkaufbar – rund 20 Prozent der gesperrten Anteile von anspruchsberechtigten Mitarbeitern und Frühphaseninvestoren. Das würde den öffentlich handelbaren Streubesitz mehr als verdoppeln. Weitere Tranchen von jeweils etwa sieben Prozent der gesperrten Aktien sollen alle zwei bis drei Wochen bis Ende Oktober 2026 freigegeben werden; nach dem Quartalsbericht für das dritte Quartal werden zusätzlich weitere 28 Prozent handelbar.
Der Anteil von CEO Elon Musk bleibt derweil unter einem gesonderten Langzeit-Lockup gesperrt, der bis Juni 2027 läuft. Doch allein die Verkaufswelle von Mitarbeitern und Frühphaseninvestoren ab dem 6. August dürfte den Kurs erheblich unter Druck setzen – zumal die Leerverkaufsquote bereits bei über 30 Prozent des Streubesitzes liegt. Deshalb rät Cramer Anlegern, noch etwas Geduld zu üben: „Mehr Angebot führt in der Regel zu niedrigeren Preisen."
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Was die Zahlen vor dem ersten Quartalsbericht zeigen
Außerdem wird SpaceX bis dahin seine ersten Quartalsergebnisse als börsennotiertes Unternehmen vorlegen müssen – fällig sind diese am 4. August. Die Erwartungen: ein Umsatz von 6,8 Milliarden Dollar und ein Verlust von 0,22 Dollar je Aktie. Im ersten Quartal 2026 wies SpaceX einen Nettoverlust von 4,3 Milliarden Dollar bei einem Umsatz von 4,7 Milliarden Dollar aus. Für das Gesamtjahr 2025 meldete das Unternehmen 18,7 Milliarden Dollar Umsatz und einen Nettoverlust von 4,9 Milliarden Dollar. Die kumulierten Gesamtverluste seit der Gründung im Jahr 2002 belaufen sich laut Börsenprospekt auf 41,3 Milliarden Dollar. Einziger profitabler Unternehmensbereich ist die Satellitentochter Starlink, die im Jahr 2025 rund 4,4 Milliarden Dollar EBIT erwirtschaftete.
Die Zahlen zeigen: Trotz der anhaltenden Verluste steht der Börsenwert von SpaceX immer noch in einem krassen Missverhältnis zu den reinen Geschäftszahlen – Anleger zahlen hier vor allem für die Hoffnung auf künftige Erfolge. Elon Musk schwebt eine Vision vor, die KI-Rechenzentren im Weltall, kommerzielle Raumflüge, ein globales Satellitennetzwerk und Mars-Missionen umfasst. Sollte es ihm gelingen, diese ambitionierten Pläne – an denen auch unter Experten Zweifel bestehen – in die Realität umzusetzen, könnte SpaceX tatsächlich in ein goldenes Zeitalter eintreten. Doch bis dahin bleibt das alles noch ferne Zukunftsmusik.
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Häufige Fragen
Was ist ein Lockup-Ablauf und warum ist er für SpaceX-Aktionäre so wichtig?
Ein Lockup ist eine Sperrfrist, die Insidern – also Mitarbeitern und Frühphaseninvestoren – nach einem Börsengang verbietet, ihre Aktien zu verkaufen. Wenn diese Frist abläuft, können plötzlich sehr viele neue Aktien auf den Markt kommen. Im Fall von SpaceX werden am 6. August bis zu 911,5 Millionen Aktien freigegeben – das entspricht mehr als einer Verdoppelung des bisherigen Streubesitzes und könnte erheblichen Verkaufsdruck erzeugen.
Ist SpaceX trotz hoher Verluste ein sinnvolles Investment?
SpaceX schreibt seit seiner Gründung im Jahr 2002 kumulierte Verluste von über 41 Milliarden Dollar. Einzig das Starlink-Segment ist profitabel. Langfristig orientierte Investoren setzen auf das Wachstumspotenzial bei Satelliten-Internet, Raumfahrt und KI-Infrastruktur. Kurzfristig überwiegen jedoch strukturelle Risiken – darunter hohe Verluste, ein drückender Lockup-Druck und eine Leerverkaufsquote von über 30 Prozent.
Was rät Jim Cramer beim Kauf von SpaceX-Aktien?
Der bekannte TV-Börsenkommentator Jim Cramer empfiehlt zwar kein generelles Meiden der SpaceX-Aktie, rät aber zu taktischer Geduld: Wer größere Positionen aufbauen möchte, solle zunächst den Lockup-Ablauf am 6. August und den Quartalsbericht am 4. August abwarten. Erst wenn der dadurch entstehende Verkaufsdruck den Kurs nach unten getrieben hat, sei ein günstigerer Einstiegszeitpunkt realistisch.
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