Das Transaktionsvolumen bei Fusionen und Übernahmen erreichte mit 2,83 Billionen US-Dollar im ersten Halbjahr 2026 ein Rekordniveau. „Wir befinden uns in einem Marktumfeld, das von Risikobereitschaft geprägt ist und in dem Transaktionen erfolgreich abgeschlossen werden können“, sagte Ben Goodchild, Partner bei Paul Weiss.
Unterstützung kommt von der US-Regierung, welche die kartellrechtlichen Hürden gesenkt hat. Ob die Übernahme von Paypal allerdings erfolgt, ist noch offen. Das Fintech-Unternehmen Stripe und das Private-Equity-Unternehmen Advent planen die Übernahme des Zahlungsdienstleisters. 60,50 US-Dollar bieten die Konzerne pro Aktie. Das entspricht einem Aufschlag von 28 Prozent gegenüber dem Schlusskurs des Vortags. Die Aktie sprang daraufhin in den Bereich von 56 US-Dollar. Meldungen zufolge hält der Vorstand das Gebot jedoch für zu niedrig und prüft weitere Optionen. Derweil dreht sich im Juli auch in Europa das Übernahmekarussell.
Über 100 Prozent in zwei Wochen
In BÖRSE ONLINE Ausgabe 29/2026 beschrieb die Redaktion, dass der IT-Dienstleister All for One ein Übernahmekandidat sein könnte. Damals notierte die Aktie bei 30,50 Euro. Nun bietet die deutsche Tochter von Vinci Energies 67,50 Euro pro Aktie. Großaktionäre wie die österreichische UIAG, die insgesamt über 55 Prozent der Anteile verfügen, haben der Offerte bereits zugestimmt. Der Käufer hat eine Mindestannahmeschwelle von 75 Prozent definiert. Ob es noch ein Bietergefecht gibt, ist derzeit noch offen. Bei der britischen Easyjet tobt bereits ein Bieterwettstreit zwischen Apollo Global Management und Castlelake. Seit Beginn der Übernahmespekulationen legte das Papier bereits über 60 Prozent zu. Bei Delivery Hero startete die Erholung schon vor dem offiziellen Angebot von Uber. Wolfgang Specht, Analyst bei Berenberg, könnte sich vorstellen, dass Uber bei Delivery Hero möglicherweise noch einen Aufschlag zahlt, wenn die Zustimmung der Aktionäre zu gering ist. Aktuell steht das Angebot bei 41,50 Euro pro Aktie. Der Anteilschein notiert mit 38,17 Euro deutlich unter dem Angebot.
Die Aktie von Polypeptide liegt aktuell über dem zu Wochenbeginn nun offiziellen Angebot von Samsung Biologics. Entsprechende Spekulationen gibt es bereits seit Anfang April und sorgten dafür, dass das Papier der Schweizer seither um über 30 Prozent zulegte. Einen stattlichen Aufschlag von 60 Prozent gegenüber dem durchschnittlichen Dreimonatskurs bietet ABB nun den Aktionären von Rotork.
Fazit
Um das Wachstum zu beschleunigen, führen Unternehmen immer wieder Zukäufe durch. Anlegern der Zielunternehmen winken dabei oftmals hohe zweistellige Gewinne.