Warren Buffett gibt auch den Posten als Chairman bei Berkshire Hathaway ab. Dies gelte „sofort“. Nach mehr als sechs Jahrzehnten zieht sich die Investmentlegende damit endgültig aus der Führung zurück. Was das für die Aktie bedeutet.

Warren Buffett tritt als Verwaltungsratschef von Berkshire Hathaway zurück – mit sofortiger Wirkung. Das teilte der US-Konzern am Freitag in einem Schreiben an die Aktionäre mit. Der 96-Jährige wird künftig den Titel „Chairman Emeritus“ tragen und als Verwaltungsratsmitglied im Board bleiben.

Sein Nachfolger als Chairman wird Buffetts Sohn Howard Buffett. Die Personalie folgt einem langjährigen Nachfolgeplan. Greg Abel, der bereits seit Anfang 2026 als Vorstandschef für das operative Geschäft verantwortlich ist, erhält damit endgültig die alleinige Verantwortung für die Zukunft des Konzerns.

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„Die Zeit gewinnt immer“

Buffett begründete seinen Rückzug mit seinem Alter. „Die Zeit gewinnt immer“, schrieb er in seinem Brief. Sie sei jedoch großzügig zu ihm gewesen und habe ihm die Möglichkeit gegeben, Berkshire an einen Punkt zu führen, an dem er zuversichtlicher denn je in die Zukunft blicke.

Abel würdigte Buffetts Lebenswerk: „Die Kultur, die Warren aufgebaut hat, und die Werte, für die er eingetreten ist, werden im Herzen von Berkshire bleiben.“ Howard Buffett werde diese Kultur und Werte schützen. Warren Buffett selbst formulierte die Rollenverteilung noch pointierter: „Greg führt das Unternehmen; Howard wird seine Kultur und Werte bewachen – beides ist mehr wert als alles, was in unserer Bilanz steht.“

Das Ende einer Ära

Buffett hatte Berkshire Hathaway 1965 übernommen, als das Unternehmen noch aus einer angeschlagenen Textilfirma aus Neuengland bestand. Über sechs Jahrzehnte formte er daraus einen Finanz- und Industriekonzern mit rund 400.000 Mitarbeitern. Im vergangenen Jahr erzielte Berkshire einen operativen Gewinn von 44,5 Milliarden US-Dollar.

Unter Buffetts Führung konnten sich Aktionäre über eine durchschnittliche jährliche Rendite von 19,7 Prozent freuen. Damit übertraf die Performance der Berkshire Hathaway-Aktie Berkshire die des S&P 500 um etwa das Doppelte. Buffett war nicht nur Chef, sondern das Gesicht, der Investor und die zentrale Vertrauensfigur des Konzerns, zusammen mit seinem mittlerweile verstorbenen Investment-Partner Charlie Munger.

Der mittlerweile 96-Jährige hatte den Vorstandsvorsitz bereits im Mai 2025 abgegeben. Damals übernahm Abel die Rolle des CEO, Buffett blieb Chairman blieb. Auch nach dem Wechsel blieb er aktiv. Abel sagte im März, Buffett komme weiterhin täglich ins Büro in Omaha und werde regelmäßig konsultiert.

Anleger blicken auf Abel

An der Börse steht Berkshire in diesem Jahr allerdings unter Druck. Die Aktie legte 2026 laut Quelle lediglich rund ein Prozent zu, während der S&P 500 um mehr als elf Prozent stieg. Höhere Ölpreise und die Vorliebe der Anleger für wachstumsstärkere Marktsegmente belasteten die Entwicklung. Zugleich warten Investoren darauf, ob Abel das enorme Kapital des Konzerns ebenso geschickt einsetzen kann wie sein Vorgänger.

Berkshire verfügte zuletzt über einen Barbestand von 365,5 Milliarden US-Dollar. Abel hat bereits begonnen, einen größeren Teil davon für Aktienrückkäufe einzusetzen. Im zweiten Quartal kaufte Berkshire eigene Aktien im Volumen von 4,5 Milliarden US-Dollar zurück. Für Anleger könnte dies ein wichtiges Signal sein: Findet Abel keine attraktiven Übernahmen, dürfte der Rückkauf eigener Aktien an Bedeutung gewinnen.

Buffett selbst stellte seinem Nachfolger am Freitag ein hervorragendes Zeugnis aus: „Meine Erwartungen an ihn waren von Anfang an sehr hoch, und er hat sie übertroffen.“ Zudem betonte er, das Unternehmen sei „in ausgezeichneten Händen“ und er freue sich darauf, Aktionär zu bleiben.

Für Buffett-Fans ist der Rückzug trotzdem ein Einschnitt. Die tägliche Entscheidungsgewalt liegt aber nun vollständig bei Abel. Howard Buffett soll vor allem sicherstellen, dass Berkshires Kultur der langfristigen, disziplinierten Kapitalallokation erhalten bleibt.

Die Berkshire-Aktie

Buffetts endgültiger Rückzug markiert das Ende einer der längsten und erfolgreichsten Führungsperioden der Börsengeschichte. Für Berkshire beginnt nun der Praxistest der Nachfolge. Die gewaltige Liquiditätsreserve, die breite Beteiligungsstruktur und die starke Unternehmenskultur bieten Abel beste Voraussetzungen. Doch erste Investoren äußern bereits Zweifel, ob Abel auch bei Übernahmen, Aktienkäufen und Rückkäufen die gleiche Treffsicherheit entwickelt wie Warren Buffett. Das ist einer der Gründe, warum die Aktie seit Buffets Rückzug als CEO lange Zeit nicht mehr so recht vom Fleck kam.

Berkshire Hathaway (WKN: A0YJQ2)

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Häufige Fragen zum Thema

Warum tritt Warren Buffett als Chairman von Berkshire Hathaway zurück?

Warren Buffett ist mittlerweile 96 Jahre alt und hatte schon im Mai 2025 den CEO-Posten bei Berkshire Hathaway abgegeben. Er selbst begründete seinen Rückzug mit seinem Alter. „Die Zeit gewinnt immer“, schrieb Buffett in seinem Brief an dei Aktionäre. Sie sei jedoch großzügig zu ihm gewesen und habe ihm die Möglichkeit gegeben, Berkshire an einen Punkt zu führen, an dem er zuversichtlicher denn je in die Zukunft blicke.

Wer ist der Nachfolger von Warren Buffett?

CEO von Berkshire Hathaway ist seit Mai 2025 Buffetts langjähriger Vertrauter Greg Abel. Als Chairman wird ihm sein Sohn Howard Buffett nachfolgen.

Was bedeutet der Rückzug von Warren Buffett für die Aktie von Berkshire Hathaway?

Greg Abel muss nun beweisen, dass er Berkshire ähnlich erfolgreich führen kan wie sein Vorgänger. Die gewaltige Liquiditätsreserve, die breite Beteiligungsstruktur und die starke Unternehmenskultur bieten dafür beste Voraussetzungen, doch erste Investoren äußern bereits Zweifel, ob Abel bei Übernahmen, Aktienkäufen und Rückkäufen die gleiche Treffsicherheit entwickelt wie Warren Buffett. Das ist einer der Gründe, warum die Berkshire-Aktie im Jahr 2026 lange Zeit kaum vom Fleck kam.

Hinweis auf Interessenkonflikte
Der Vorstand und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: Berkshire Hathaway.