Jörg Wuttke arbeitete drei Jahrzehnte in China. Er kennt die Geschichte des Landes und seine führenden Politiker. Und er nennt die Schwächen und Stärken der Wirtschaft.
Das Interview erschien zunächst im Wirtschaftsmagazin"€URO" (Ausgabe 10/2026), das wie BÖRSE ONLINE zur Börsenmedien AG gehört. Sie können das Heft hier als E-Paper kaufen
€uro: Herr Wuttke, wann sind Sie das erste Mal nach China gereist?
Jörg Wuttke: Das war 1982. Damals studierte ich Sinologie und wollte China nicht nur aus Büchern kennenlernen, sondern Land und Menschen unmittelbar erleben. Gemeinsam mit Freunden bestieg ich in Heidelberg den Zug und fuhr die ganze Strecke mit der Eisenbahn nach Shanghai. Anfang der 1980er-Jahre war China noch weitgehend international isoliert und lag wirtschaftlich deutlich hinter den Industrieländern zurück. Ja, das Land befand sich noch in einer dunklen Phase seiner Entwicklung. Lebensstandard und Produktivität waren gering, Konsumgüter knapp. Die Auswirkungen der vom damaligen Parteiführer Deng Xiaoping 1978 eingeleiteten Reform- und Öffnungspolitik waren seinerzeit noch wenig spürbar.
Sechs Jahre vor Ihrem ersten China-Aufenthalt war Mao Zedong gestorben. Dessen Kampagne, der „Große Sprung nach vorn“ von 1958 bis 1962, und die Kulturrevolution von 1966 bis 1978 endeten in einer ökonomischen Katastrophe, der Millionen Menschen zum Opfer fielen. Wie bewertet die Kommunistische Partei Chinas (KPCh) Mao heute?
Lange Zeit galt die Formel, dass Mao 70 Prozent richtig gemacht hat und 30 Prozent falsch. Unter dem aktuellen Staats- und Parteichef Xi Jinping werden die Fehler Maos vollkommen negiert. Er stellt den Gründer der Volksrepublik vielmehr als eine Person dar, deren Handlungen in keiner Weise zu kritisieren sind.
Chinas Staatspräsident Xi Jinping kann bis zu seinem Lebensende regieren. Ein Wechsel an der Spitze der Kommunistischen Partei Chinas ist nicht in Sicht.
Warum ist Xi Jinping an einem positiven Bild Maos gelegen? Seine Familie und er selbst waren ja von den damaligen Säuberungen direkt betroffen.
Richtig. Xi Jinpings Vater Xi Zhongxun wurde seiner Parteiämter enthoben, öffentlichgedemütigt und verbrachte viele Jahre in politischer Verbannung. Xi Jinping musste in der Provinz harte körperliche Arbeit verrichten. Er ist sicherlich geschädigt aus der Kulturrevolution hervorgegangen. Doch Xi Jinping hat auch ein Sowjetunion-Trauma. Seiner Ansicht nach begann der Untergang des kommunistisch regierten Russlands mit der Kritik Chruschtschows an seinem Vorgänger Stalin 1956. Damit sei der Gründermythos der Sowjetunion zerstört worden.
Xi Jinping fürchtet, eine Aufarbeitung der Fehler Maos könnte Zweifel am Machtanspruch der KPCh wecken?
Dann wäre auch der Aufstieg zur Supermacht gefährdet. Die Schlussfolgerung, die Xi aus den negativen Erfahrungen der Kulturrevolution gezogen hat, lautet: Ich darf mich nicht gegen die Partei stellen, sonst werde ich von ihr überrollt, ich muss stattdessen die Partei führen und sie an mich binden.
Xi Jinpings Macht ist unangefochten?
Es gibt zwar Frustration unter der Elite, die unter seiner Antikorruptionskampagne gelitten und an Einfluss verloren hat. Dennoch sitzt er fest im Sattel, er besitzt die absolute Kontrolle über Partei und Staat. Xi Jinping hat politische Rivalen ausgeschaltet und alle Schlüsselpositionen mit seinen Gefolgsleuten besetzt. Im Jahr 2018 wurde seinem Willen entsprochen und die Begrenzung der Präsidentschaftszeit aufgehoben. Xi Jinping kann daher bis zu seinem Lebensende regieren. Ein Wechsel an der Spitze der Kommunistischen Partei ist nicht in Sicht.
Trump bewundert Xis Machtfülle
US-Präsident Donald Trump ist nur noch gut zwei Jahre im Amt. Ist das ein strategischer Vorteil im Verhältnis zwischen den USA und China?
Eindeutig. Mit 72 Jahren ist Xi Jinping eigentlich noch ein junger Politiker. Er verfügt über gute Gene — sein Vater wurde 88 Jahre alt, die Mutter lebt noch und ist 99 Jahre alt. Xi wird China in den kommenden Jahren weiterhin entscheidend prägen.
Ist Xi Jinping der intellektuellere Staatschef von beiden?
Ja, im Vergleich zu Trump ist das nicht schwierig. Xi Jinping ist ein extremer Autodidakt und sehr belesen. Ich durfte ihn kennenlernen. Er ist ein sehr charismatischer Politiker.
Wie ist das persönliche Verhältnis zwischen Trump und Xi?
Man kann es fast als herzlich bezeichnen. Trump hat Xi immer als großen Führer gelobt und bewundert seine Machtfülle. Die politischen und wirtschaftlichen Beziehungen leiden zwar unter Trumps Zöllen und Chinas Handelsüberschüssen. Doch Trump ist auch immer wieder bereit, gegen China gerichtete Maßnahmen zurückzunehmen. Wenn Trump nicht mehr im Amt ist und die Demokraten an die Macht kommen sollten, wird sich das Verhältnis der beiden Weltmächte mit hoher Wahrscheinlichkeit verschlechtern. Die Demokraten agieren wesentlich konfrontativer gegenüber Peking — wirtschaftlich, militärisch und beim Thema Menschenrechte.
Hätte ein deutlich angespannteres Verhältnis zwischen den beiden Weltmächten negative Folgen für Europa?
Ja, Washington wird dann den Schulterschluss gegen China einfordern. Für Europa wird es noch schwieriger werden, seinen Platz zwischen China und den USA zu finden.
Fazit
Zur Person
Jörg Wuttke (68) ist Partner bei der DGA-Albright Stonebridge Group. Von 1997 an war er Geschäftsführer und Generalbevollmächtigter von BASF China, zwischen 2007 und 2023 Präsident der Europäischen Handelskammer in Peking. Seit 2019 ist er stellvertretender Vorsitzender des CPCIF International Cooperation Committee, das Firmen im Verband der chinesischen Chemie-Industrie vertritt.
Die Volksbefreiungsarmee ist für einen Krieg gegen Taiwan nicht erfahren genug
1983/84 lebten Sie in Taiwan. Seinerzeit wurde die Insel wie China autoritär regiert. Heute ist Taiwan eine Demokratie. Welche Gründe sind für die unterschiedlichen Entwicklungen Chinas und Taiwans entscheidend?
Taiwan konnte seine wirtschaftlichen Strukturen entwickeln, ohne durch einschneidende Ereignisse wie den „Großen Sprung nach vorn“ unterbrochen zu werden. So entstand eine bürgerliche Mittelschicht, die nicht wie in der Volksrepublik China ausradiert wurde, sondern weiter zunahm. Taiwans Mittelschicht bildete später eine wichtige gesellschaftliche Grundlage für die Demokratisierung der Insel. Auf Taiwan blieb auch eine chinesische Kultur erhalten, die von der kommunistischen Ideologie nicht verformt ist.
China betrachtet Taiwan als abtrünnige Provinz. Die Wiedervereinigung sei die historische Mission der KPCh, sagt Xi Jinping. Um das Ziel zu erreichen, schließt er Gewalt nicht aus. Halten Sie einen militärischen Angriff Chinas auf Taiwan für möglich?
Die Volksbefreiungsarmee ist für einen derartigen Krieg nicht stark und erfahren genug. Eine Invasion Taiwans wäre militärisch weitaus komplexer und verlustreicher als beispielsweise die Landung in der Normandie im Zweiten Weltkrieg. Die Regierung in Peking könnte jedoch den Seeweg blockieren, taiwanesische Häfen sperren und den Luftraum über der Insel kontrollieren. Doch auch in Peking weiß man, wie wichtig Taiwan nicht nur für die globale Konjunktur, sondern auch für die eigene Wirtschaft ist. 20 Prozent des globalen Handels fließen durch die Taiwanstraße. Die Taiwanstraße ist damit für den Welthandel systemrelevanter als die Straße von Hormus. Noch dazu produziert das Unternehmen Taiwan Semiconductor 90 Prozent aller High-End-Chips. Diese enorme Abhängigkeit der Welt dient Taiwan als „Silicon Shield“ — als Silizium-Schutzschild gegen die Ambitionen Pekings.
Wollen die Menschen in Taiwan den aktuellen Status beibehalten?
Ja, gerade mal fünf Prozent der Bevölkerung sprechen sich für eine Vereinigung mit Festlandchina aus.
Trump hat die vertragliche Absicherung Taiwans untergraben
Wie würden die internationalen Finanzmärkte auf eine Blockade Taiwans durch China reagieren?
Das würde eine extreme Korrektur auslösen, der wirtschaftliche Schaden wäre enorm. Lieferketten würden zusammenbrechen, die Versicherungsraten durch die Decke gehen.
Warum hält China regelmäßig Militärmanöver vor der Küste Taiwans ab, wenn ein Angriff eher unwahrscheinlich ist?
Das sind permanente Drohgebärden. Die Führung in Peking will Taiwan unbedingt davon abhalten, die Unabhängigkeit auszurufen. Die Manöver sollen auch andere Länder wie zum Beispiel Japan davor abschrecken, Taiwan völkerrechtlich anzuerkennen beziehungsweise im Fall eines Angriffs Chinas militärisch zu unterstützen.
Würden die USA Taiwan militärisch zu Hilfe kommen?
Trump hat die vertragliche Absicherung Taiwans de facto untergraben. Er denkt: Taiwan liegt 5.000 Meilen entfernt, warum soll ich dafür einen Krieg riskieren? Xi Jinping hat die Botschaft verstanden. Die US-Position bleibt jedoch widersprüchlich und irritiert Chinas Führung: wenig Interesse an aktiver Verteidigung, aber weiterhin lukrative Waffenverkäufe an die Insel. Wie weit die USA wirklich gehen, dürfte sich am 24. September beim Gipfeltreffen in Washington zeigen — da steht der umstrittene Waffendeal auf dem Prüfstand.
Taiwans Bruttoinlandsprodukt pro Kopf liegt dreimal so hoch wie in China
Taiwan hat eine aus freien Wahlen hervorgegangene Regierung, ein unabhängiges Rechtssystem, die Meinungsfreiheit wird geachtet. Dennoch haben nur wenige Länder Taiwan völkerrechtlich anerkannt. Welche Konsequenzen werden befürchtet?
Peking könnte als Reaktion auf eine völkerrechtliche Anerkennung die diplomatischen Beziehungen abbrechen oder stark einschränken. Auch wirtschaftliche Gegenmaßnahmen wie Handelsbeschränkungen oder Druck auf Unternehmen sind denkbar. Die EU verfolgt gegenüber Taiwan eine pragmatische Politik, die enge Zusammenarbeit ermöglicht. Zu einer staatlichen Anerkennung wird es jedoch nicht kommen.
Welche wirtschaftliche Bedeutung hat Taiwan für die EU?
Taiwan ist ein wichtiger Standort. Die EU hat über 50 Milliarden Dollar investiert. Die USA liegen bei 20 Milliarden, die Japaner bei zwölf Milliarden Dollar. Der Großteil der EU-Investitionen kommt aus Holland und Dänemark, das Geld fließt vor allem in Offshore- Windparks.
Die Wirtschaftsleistung Chinas ist zwar mehr als 20-mal so groß wie die Taiwans. Der individuelle Wohlstand fällt jedoch in Taiwan höher aus.
Beim Bruttoinlandsprodukt pro Kopf liegt Taiwan etwa dreimal so hoch wie die Volksrepublik. In China verfügen dagegen trotz des jahrelangen Aufschwungs immer noch Millionen Menschen — insbesondere auf dem Land — nur über ein geringes Einkommen. Rund 900 Millionen Chinesen verdienen nur zehn Dollar am Tag. Die Kluft zwischen Reich und Arm ist in China hoch.
In China stehen 60 bis 70 Millionen Wohnungen leer
Daran wird sich auch so schnell nichts ändern. Die wirtschaftliche Dynamik scheint nachzulassen.
Der Konjunkturmotor stottert erheblich. Die jährlichen Wachstumsraten liegen nur noch bei ein bis zwei Prozent. Um die Wirtschaft nachhaltig voranzutreiben, wären vier bis fünf Prozent Wachstum erforderlich. Doch aktuell investieren fast nur noch Staatsbetriebe. Private Unternehmen halten sich zurück. In vielen Bereichen gibt es Überkapazitäten.
Kann der private Konsum die chinesische Wirtschaft beleben?
Derzeit nicht. Die Binnennachfrage fällt schwach aus. Viele Haushalte konsumieren aufgrund der wirtschaftlichen Unsicherheit weniger und sparen. Ein wichtiger Grund dafür ist die Immobilienkrise. Da Immobilien für viele chinesische Haushalte einen großen Teil ihres Vermögens darstellen, führen sinkende Preise zu einem Gefühl des Wohlstandsverlusts und machen die Menschen vorsichtiger bei größeren Ausgaben. Auch haben viele Chinesen Anteile an Wohnungen und Häusern erworben, die bislang gar nicht fertiggestellt wurden. Goldman Sachs schätzt, dass Haushalte seit Mitte 2021 etwa 14 Billionen Dollar an Immobilienwerten verloren haben.
Ist die Immobilienkrise weiterhin ungelöst?
Ja, in China stehen 60 bis 70 Millionen Wohnungen leer. Da könnte man rein rechnerisch die gesamte Bevölkerung Deutschlands unterbringen. In der Stadt Beihai in der Provinz Guangxi gibt es bereits so viele Wohnungen, dass der Bedarf für die kommenden sechs Jahre gedeckt ist.
Das waren früher unsere Märkte
Was trübt die Konsumfreude der Chinesen noch?
Die Perspektiven insbesondere für junge Menschen haben sich eingetrübt. Die Jugendarbeitslosigkeit ist hoch. Die Unternehmen stellen weniger ein. Auch durch die zunehmende Automatisierung fallen Jobs weg.
Um Wachstum zu erzielen, setzt China vor allem auf Exporte. Wie gefährlich ist Ihrer Einschätzung nach die Außenhandelsoffensive für Europa?
Im Grunde genommen führt dies zu einer Aushöhlung der europäischen Industrielandschaft. Das Problem betrifft nicht nur unsere eigenen Märkte, sondern immer mehr auch wichtige Drittmärkte. Dort ist China zunehmend präsent. So sind etwa die chinesischen Exporte nach Afrika um rund 50 Prozent gestiegen. Länder wie Kenia und Nigeria beziehen mittlerweile 40 Prozent ihrer Maschinenbauimporte aus China. Das waren früher unsere Märkte. Aktuell kommt weltweit jedes dritte Produkt aus China. 2030 könnte die Quote auf rund 40 Prozent steigen.
Hilft die schwache Währung China zusätzlich?
Ja, der Renminbi ist schätzungsweise um 20 bis 30 Prozent gegenüber der Gemeinschaftswährung Euro unterbewertet. Chinesische Unternehmen verfügen generell gegenüber europäischen Wettbewerbern über erhebliche Vorteile beim sogenannten „Scaling-up“, also bei der schnellen Ausweitung ihrer Produktion.
Welche europäischen Branchen sind neben dem Maschinenbau besonders von chinesischen Produkten bedroht?
In China gibt es rund 150 Automobilhersteller. Hätte die Volksrepublik mehr Schiffe zur Verfügung, würden vermutlich noch mehr Fahrzeuge nach Europa gelangen. Den technologisch fortschrittlichen und zugleich kostengünstigeren Angeboten chinesischer Fahrzeughersteller wie BYD können die deutschen Automobilhersteller bislang nur wenig entgegensetzen. Hersteller und Zulieferbetriebe hierzulande reagieren mit Werksschließungen und Stellenabbau. Die Branche ist erheblich unter Druck. Sie verliert nicht nur in den Heimatmärkten wichtige Marktanteile, sondern insbesondere auch in China. Innerhalb von sechs Jahren haben deutsche Autobauer mehr als ein Drittel ihres Marktanteils eingebüßt. Dennoch wird Chinas wirtschaftliche Macht oft noch unterschätzt.
"dürfen auf keinen Fall einen Konfrontationskurs gegen Peking fahren"
Kann Europa sich gegen Chinas Exporte schützen?
Das wäre möglich, würde aber sofortige Gegenmaßnahmen Pekings auslösen. Deswegen bleibt nichts anderes übrig, als dafür zu sorgen, dass wir mit China wieder konkurrenzfähig werden. Und da kommt der Draghi-Report natürlich sofort ins Gespräch.
Der Bericht zieht eine alarmierende Bilanz: Europas Wirtschaft leidet unter einem chronischen Mangel an Produktivitätswachstum und droht den Anschluss zu verlieren. Wie kann Europa gegensteuern?
Wir brauchen einen größeren Binnenmarkt, müssen unsere Kapitalmärkte zusammenführen und Bürokratie abbauen. Es müssen Reformvorhaben nicht nur angekündigt, sondern auch konsequent umgesetzt werden. Zudem brauchen wir eine Technologieoffensive. Uns bleiben vielleicht noch fünf bis zehn Jahre, um die notwendigen Maßnahmen einzuleiten. Werden sie versäumt, droht Europa zu einem unbedeutenden Nischenplayer abzusinken. Bislang sehe ich bei deutschen und europäischen Politikern jedoch zu wenig Bereitschaft, die Dringlichkeit der Reformen klar zu benennen und den Draghi-Bericht konsequent umzusetzen.
Kann China Europa dabei helfen?
China kann der europäischen Industrie als Fitnesscenter dienen. Wir müssen chinesische Talente und vor allem Ingenieure anlocken, mit China viel stärker kooperieren und dürfen auf keinen Fall einen Konfrontationskurs gegen Peking fahren. Es lohnt sich auch weiterhin für deutsche Unternehmen, direkt in China zu investieren. Sie können von der dortigen Unternehmenskultur, ihrer Kundenorientierung, der digitalen Aufrüstung und insbesondere von der Implementierung künstlicher Intelligenz extrem viel lernen und dadurch auch wettbewerbsfähiger für andere Märkte werden.
Sie haben immer wieder mal Kritik an Peking geäußert. Fürchten Sie keine Sanktionen?
Das war keine Kritik an China oder der Regierung in Peking per se, sondern ich habe Vorschläge geäußert, wie man das eine oder andere besser machen könnte. Andererseits habe ich Vorhaben Pekings in der Öffentlichkeit auch immer wieder stark unterstützt, wie etwa die Olympischen Spiele 2022 oder den Erwerb einer Minderheitsbeteiligung am Hamburger Hafen.
China ist auf vielen Gebieten führend. Über eine international konkurrenzfähige Fußballmannschaft verfügt das Land aber nicht. Woran liegt das?
Chinas Männer sind in Einzelsportarten gut, in Teamsportarten dagegen schlecht. Steht ein Stürmer ungünstig vor dem Tor, passt er nicht zum besser positionierten Spieler. Auch gibt es in China kaum Bolzplätze. Zudem verbringen Chinas Schüler zu viel Zeit mit Lernen. Deutlich besser als die Männer sind Chinas Frauen in Teamsportarten. Chinas Frauen-Fußballnationalmannschaft war im Jahr 1999 schon mal Vizeweltmeister.
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Häufige Fragen zum Thema
Wann trifft Donald Trump Xi Jinping?
Donald Trump wird Chinas Staats- und Parteichef Xi Jinping am 24. September zu einem Staatsbesuch in Washington empfangen. Zuletzt war Xi 2023 anlässlich des APEC-Gipfels in San Francisco in den USA. Sein letzter Staatsbesuch liegt deutlich weiter zurück: 2015 empfing ihn Barack Obama im Weißen Haus.
Was sind die Themen des Staatsbesuchs von Xi Jinping in den USA?
Der im vergangenen Oktober vereinbarte Handelsfrieden der beiden Großmächte China und USA läuft am 10. November aus. Die USA hatten dadurch vorerst auf weitere Zollerhöhungen verzichtet, China setzte im Gegenzug einen Teil seiner verschärften Exportkontrollen für Seltene Erden aus. Eine Verlängereng des Handeslfrieden sist daher ein vorrangiges Thema. Außedrem geht es um das Thema Künstliche intelligenz, für das die USA Exportbeschränkungen verhängt haben, mögliche gemeinsame Positione im Irankrieg und die Sicherheit Taiwans.
Wer ist Jörg Wuttke?
Jörg Wuttke (68) ist Partner bei der DGA-Albright Stonebridge Group. Von 1997 an war er Geschäftsführer und Generalbevollmächtigter von BASF China, zwischen 2007 und 2023 Präsident der Europäischen Handelskammer in Peking. Seit 2019 ist er stellvertretender Vorsitzender des CPCIF International Cooperation Committee, das Firmen im Verband der chinesischen Chemie-Industrie vertritt.