BÖRSE ONLINE meldete Anfang August, dass ein US-Konkurrent seinen Blick auf einen österreichischen Rüstungszulieferer geworfen hatte. Nun liegt tatsächlich eine offizielle Übernahmeofferte vor – und die Aktie schießt nach oben.

Ende Juli hatten Berichte über ein mögliches Interesse des US-Drohnen- und Robotikkonzerns Red Cat an dem österreichischen Rüstungszuliefere Steyr Mors den Steyr-Kurs bereits um rund 30 Prozent nach oben getrieben. Die Gespräche seien aber zunächst ohne Ergebnis beendet worden, schrieb BÖRSE ONLINE in Ausgabe 33/2026, die Aktie korrigierte wieder bis in den Bereich von 35 Euro. Gleichzeitig wiesen wir darauf hin, dass angesichts der strategischen Attraktivität des Herstellers spezialisierter Motoren für militärische Fahrzeuge und unbemannte Systeme verwiesen und neue Übernahmespekulationen nicht ausgeschlossen seien.

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(WKN: A40TC4)

Übernahmeangebot in bar

Diese Spekulation hat sich nun bestätigt: Red Cat Holdings will Steyr Motors nun wirklich übernehmen. Über ihre österreichische Tochter SMOT Acquisition GmbH bietet Red Cat 39 Euro in bar je Steyr-Aktie. Am Montagmorgen sprang der Kurs daraufhin zeitweise um knapp 20 Prozent auf 36,28 Euro in die Höhe.

Das Angebot bedeutet einen Aufschlag von 28,9 Prozent auf den Xetra-Schlusskurs vom 16. Oktober und von 55,8 Prozent auf das 52-Wochen-Tief. Auf Basis von 39 Euro je Aktie wird Steyr Motors mit rund 204,8 Millionen Euro bewertet.

Red Cat will mit Steyr Motors seine Plattform für unbemannte Systeme und Verteidigungstechnik ausbauen. Die Österreicher liefern Hochleistungsmotoren unter anderem für Spezialfahrzeuge, Boote sowie Hilfsaggregate für Kampfpanzer und Lokomotiven. Besonders der Zugang zu Defence-Kunden und die Engineering-Kompetenz machen Steyr für den US-Konzern interessant.

Großaktionär sagte bereits zu

Einen wichtigen Baustein für die Übernahme hat sich Red Cat schon gesichert: Die B&C Holding Österreich GmbH, die rund 15 Prozent an Steyr Motors hält, hat sich verpflichtet, das Angebot für ihre Aktien anzunehmen. Auch Steyr-Chef Julian Cassutti unterstützt die Transaktion und will seine eigenen Aktien andienen.

Das ist ein starkes Signal an den Markt, das die Übernahmewahrscheinlichkeit deutlich erhöht. Die Mindestannahmeschwelle liegt bei 50 Prozent plus einer Aktie. Zudem stehen noch außenwirtschaftsrechtliche und weitere regulatorische Freigaben aus. Die Annahmefrist soll nach Veröffentlichung der Angebotsunterlage beginnen und voraussichtlich am 18. Dezember 2026 enden. Red Cat rechnet mit einem Abschluss im ersten Halbjahr 2027.

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39 Euro sind attraktiv

Der Kurs blieb am Montagmorgen mit 36,28 Euro unter dem Angebotspreis. Das entspricht dem üblichen Risikoabschlag: Der Markt preist ein, dass die Transaktion an Bedingungen scheitern oder sich verzögern könnte. Gleichzeitig gibt es bislang keinen Hinweis auf einen konkurrierenden Bieter oder ein höheres Angebot.

Standort Steyr bleibt bestehen

Für Red Cat eröffnet der Kauf die Chance, neben Drohnen und Robotik auch spezialisierte Antriebstechnik stärker in die eigene Verteidigungsplattform zu integrieren. Das Unternehmen kündigte an, Steyr Motors als österreichisches Kompetenzzentrum zu erhalten und Arbeitsplätze, Fertigung sowie Forschung und Entwicklung am Standort abzusichern.

Für Steyr-Aktionäre erscheinen die 39 Euro in bar sehr attraktiv. Zwar sind Nachbesserungen theoretisch immer möglich, doch dafür braucht es ein Bietergefecht, das bislang nicht erkennbar ist. BÖRSE ONLINE hatte diese Chance früh erkannt – und recht behalten.

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Häufig gestellte Fragen

Wie hoch ist das Übernahmeangebot von Red Cat für Steyr Motors?  

Red Cat bietet über ihre österreichische Tochter 39 Euro je Steyr-Aktie in bar. Auf die Offerte hin stieg der Kurs am Montagmorgen zeitweise um knapp 20 Prozent auf 36,28 Euro.

Welche Bedingungen und Fristen gelten für die Übernahme von Steyr Motors?  

Red Cat benötigt mindestens 50 Prozent plus eine Aktie und muss außenwirtschaftsrechtliche sowie weitere regulatorische Freigaben erhalten. Die Annahmefrist soll nach Veröffentlichung der Angebotsunterlage beginnen und voraussichtlich am 18. Dezember 2026 enden. Red Cat rechnet mit einem Abschluss im ersten Halbjahr 2027.

Was plant Red Cat für den Standort Steyr und die dortigen Arbeitsplätze?  

Red Cat kündigte an, Steyr Motors als österreichisches Kompetenzzentrum zu erhalten und Arbeitsplätze, Fertigung sowie Forschung und Entwicklung am Standort abzusichern. Mit Steyr will der US-Konzern seine Plattform für unbemannte Systeme und Verteidigungstechnik um spezialisierte Motoren und Engineering-Kompetenz erweitern.