Enttäuschende Konjunkturdaten aus China und Japan haben den Dax am Montag ausgebremst. Der deutsche Leitindex verlor 0,4 Prozent auf 10.042 Zähler, nachdem er in der vergangenen Woche noch auf ein Rekordhoch von 10.093,03 Zähler geklettert war. Der EuroStoxx50 gab 0,5 Prozent nach. "Die Euphorie ist verschwunden, jetzt machen die Anleger erst einmal Kasse", sagte Pierre Martin, Händler bei der Saxo Bank. Am Freitag hatte ein überraschend starker US-Arbeitsmarktbericht die Börsen dies- und jenseits des Atlantiks nach oben getrieben.

Gedämpft wurde die gute Stimmung vor allem durch Handelszahlen aus China. Schrumpfende Importe und schwächelnde Exporte nährten die Sorge vor einer Konjunkturabkühlung in der zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt. In Japan sorgten neueste Statistiken ebenfalls für Ernüchterung: Die Wirtschaft ist im dritten Quartal noch stärker geschrumpft als bislang angenommen. Die Wirtschaftsleistung sank zum Vorjahr um 1,9 Prozent. Vorläufige Daten hatten einen Rückgang der Wirtschaft um 1,6 Prozent berechnet.

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S&P-RÜGE SCHIEBT RENDITEN ITALIENISCHER BONDS AN

Kopfschmerzen bereitete zudem die Kreditwürdigkeit Italiens: Die Ratingagentur S&P hatte ihre Bewertung für die Staatsanleihen des Landes am Freitag auf "BBB-" von "BBB" gesenkt. Die Bonität befindet sich damit nur noch knapp über "Ramsch"-Niveau. S&P begründete den Schritt mit einer schwachen Wirtschaftsleistung und einer dürftigen Wettbewerbsfähigkeit des Landes. "Die Herunterstufung ist eine Erinnerung daran, dass Europa noch lange nicht über den Berg ist", sagte ein Händler. Die Renditen der zehnjährigen Papiere Italiens stiegen in der Spitze auf 2,034 Prozent nach 1,948 Prozent im Schlussgeschäft vom Freitag. Der italienische Leitindex verlor 0,4 Prozent, der Euro markierte mit 1,2251 Dollar am Montag ein neues Zweieinhalb-Jahres-Tief.

Unter den Einzelwerten im Dax sorgten vor allem Analystenkommentare für Bewegung. So verloren E.ON nach einer Verkaufsempfehlung der Berenberg Bank 1,3 Prozent und gehörten damit zu den größten Verlierern im Dax. Auch nach der Aufspaltung des Unternehmens gibt es aus Sicht der Experten nicht allzu viel Grund für Optimismus. Unter anderem dürften sich der schwächere Rubel und der niedrigere Ölpreis negativ auf die Bilanz auswirken. Der Energieriese hatte Ende November angekündigt, die schwächelnden Atom-, Kohle- und Gaskraftwerke 2016 in eine neue Gesellschaft abzuspalten.

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AIRLINE-AKTIEN NACH ANALYSTENKOMMENTAR SCHWÄCHER

Europaweit unter Druck standen die Airline-Aktien nach einem Analystenkommentar vom Bofa/Merrill Lynch. Die Experten warnten vor überzogenem Optimismus in der Luftfahrtbranche. Die Fluggesellschaften hätten zuletzt mehr neue Flugzeuge geordert als es durch das Passagieraufkommen gerechtfertigt sei, hieß es in einer Kurzstudie. Die Analysten rechnen daher im nächsten Sommer mit Gewinnwarnungen. Air France, Easyjet, Lufthansa und die British-Airways-Mutter IAG verloren zwischen 3,2 und 1,8 Prozent. Seit Monatsanfang haben Airline-Aktien wegen des fallenden Ölpreises stark zugelegt. Die Titel der Lufthansa, die die BofA-Experten mit "Neutral" bewerten, kommen auf ein Plus von fast vier Prozent. Das Kursziel hoben die Analysten auf 15,50 von 14 Euro an. Am Montag notierten Lufthansa-Aktien bei 14,63 Euro.

Reuters