Der DAX befindet sich am Freitag auf Erholungskurs. Das treibt den deutschen Leitindex an. Außerdem im Fokus: Trump, Iran, SoftBank, Goldman Sachs, UBS, Bitcoin, Tesla, Costco.
Bei etwas sinkenden Ölpreisen winkt dem Dax ein versöhnlicher Wochenabschluss. Eine Stunde vor Handelsbeginn am Freitag signalisierte der X-Dax als außerbörslicher Indikator für den deutschen Leitindex ein Plus von 0,7 Prozent auf 25.437 Punkte. Damit würde es der Dax auch auf Wochensicht zurück ins Plus schaffen, nachdem er zwischenzeitlich auf das Niveau von Ende Juli gefallen war.
Stark gestiegene Ölpreise und der Anstieg der Anleiherenditen sorgten bei den Anlegern nach dem Dax-Rekord Ende August zuletzt für Mollstimmung. Zumindest beim Thema Öl gibt es am Freitagmorgen nach dem deutlichen Anstieg seit Mittwoch keine weitere Verschärfung. Zudem konnten die wichtigen US-Indizes S&P 500 und Nasdaq 100 ihre Verluste am Donnerstag nach dem europäischen Handel wieder aufholen.
"Wir sehen heute Morgen, dass die Anleihen sich etwas stabilisieren, weil die Ölpreise zurückkommen. Das ist aber nur eine Momentaufnahme, die sich schnell wieder ändern kann", schrieb Jochen Stanzl, Chefmarktanalyst der Consorsbank. Für den Dax bleibe es bei einer Stabilisierung innerhalb einer Handelsspanne, die gut 5 Prozent vom Rekordhoch entfernt liegt.
Die Abwertung des Euro gegenüber dem US-Dollar um gut zweieinhalb Cent in zweieinhalb Wochen hilft dem deutschen Export Stanzl zufolge eigentlich auf die Sprünge. Auch die deutschen Konjunkturprognosen hellten sich auf. Der deutsche Leitindex sei im Vergleich zu den großen Aktienindizes an der Wall Street aber trotzdem abgeschlagen.
Weitere Nachrichten
SoftBank startet Verkauf von Metas Ray-Ban Meta Gen 3
SoftBank verkauft Metas KI-Brille Ray-Ban Meta Gen 3 ab dem 25. September in Japan zum weltweiten Marktstart. Zugleich erweitert der Telekomkonzern sein Angebot um Meta Glasses by LISA. SoftBank hatte bereits im Juni als erster japanischer Mobilfunkanbieter die Ray-Ban Meta Gen 2 eingeführt.
Goldman Sachs warnt vor steigendem Schuldenangebot der Hyperscaler
Goldman Sachs Asset Management ist bei großen KI-Kreditnehmern untergewichtet, weil weitere umfangreiche Anleiheemissionen den Markt belasten könnten. Amazon, Meta, Alphabet, Microsoft und Oracle finanzieren den starken Ausbau ihrer KI-Infrastruktur zunehmend über Fremdkapital. Nach einer Studie der Brookings Institution könnte der US-Investitionsbedarf für KI-Infrastruktur bis 2032 auf 10,3 Billionen Dollar steigen.
UBS prüft offenbar Verlagerung aus der Schweiz
UBS erwägt laut einem Medienbericht erneut eine Verlagerung des Konzerns aus der Schweiz, möglicherweise durch eine Fusion mit einer ausländischen Bank. Hintergrund sind geplante strengere Kapitalanforderungen, die eine Kapitalerhöhung von bis zu 20 Milliarden Dollar erforderlich machen könnten. Als mögliche Partner gelten Morgan Stanley, Standard Chartered und Deutsche Bank.
Bitcoin stabilisiert sich nach jüngstem Rücksetzer
Bitcoin notiert bei rund 84.200 Dollar und liegt damit 0,3 Prozent über dem Vortagesniveau, während der Wochengewinn knapp neun Prozent erreicht. XRP, Solana und Zcash legten zu, während sich Ethereum kaum bewegte. Der Verkaufsdruck an den Börsen und im Derivatemarkt ließ nach, doch die konzentrierten Bitcoin-Abflüsse liefern laut CryptoQuant noch kein eindeutiges Erholungssignal.
Tesla liefert erste Semi-Trucks aus
Tesla hat nach fast neun Jahren Entwicklungszeit mit der Auslieferung seiner elektrischen Semi-Lkw an erste Kunden begonnen. Das Unternehmen bekräftigte sein Ziel, im Werk in Nevada jährlich 50.000 Fahrzeuge zu produzieren, nannte aber weder Preise noch konkrete Produktionsmengen. Die Langstreckenversion soll voll beladen rund 500 Meilen und die Standardversion 325 Meilen Reichweite bieten.
Costco plant 7,5 Milliarden Dollar Investitionen
Costco will im Geschäftsjahr 2027 rund 7,5 Milliarden Dollar investieren und 33 Warenhäuser eröffnen, darunter fünf Verlagerungen. Im vierten Quartal erzielte der Großhändler einen Umsatz von 93,87 Milliarden Dollar, ein vergleichbares Umsatzwachstum von 9,4 Prozent und einen Nettogewinn von 2,998 Milliarden Dollar. Lieferpartnerschaften mit Uber Eats und DoorDash werden auf die gesamten USA ausgeweitet, während Analysten vor allem das nachlassende Mitgliederwachstum hinterfragen.
Enthält Material von dpa-AFX