Der DAX steht am Dienstag deutlich unter Druck. Das belastet den deutschen Leitindex. Außerdem im Fokus: Evonik, SpaceX, Bitcoin, KI-Blase, Midterms, Schaeffler, Oracle, Icahn.

Nach dem robusten Wochenstart dürfte es für den Dax am Dienstag wieder abwärts gehen. Knapp eine Stunde vor Handelsbeginn signalisierte der X-Dax für den deutschen Leitindex ein Minus von 1,1 Prozent auf 25.700 Punkte. Damit würde der Dax unter sein Vortagestief von 25.741 Punkten rutschen und sich von der runden 26.000er-Marke weiter entfernen.

Das US-Militär hat Medienberichten zufolge erneut Ziele im Iran angegriffen. Der Angriff richtete sich gegen die Insel Gheschm in der Straße von Hormus, wie das "Wall Street Journal" unter Berufung auf US-Beamte berichtete. "Die Lage im Iran eskaliert erneut", schrieb der Marktbeobachter Thomas Altmann vom Vermögensverwalter QC Partners in einem Kommentar am Morgen. "Die USA und der Iran greifen sich gegenseitig an." Noch sei relativ wenig bekannt, aber an den Börsen sei bereits das klassische Muster eines steigenden Ölpreises und fallender Aktienkurse zu sehen.

Am vergangenen Donnerstag hatte der Dax erstmals seit Anfang September wieder über 26.100 Punkte notiert. Dem Ausverkauf an der Nasdaq hatte er sich in den vergangenen Tagen weitgehend entziehen können, nun aber erwischt ihn die neuerliche Tech-Schwäche doch. Nachdem das Chartbild am Freitag noch für eine Stabilisierungschance an den 200-Tage-Linien ausgesehen hatte, droht jetzt der Rutsch unter diese langfristigen Trendbarometer. Es wäre das erste Mal seit Anfang April. Verantwortlich für dieses starke Warnsignal sind vor allem die Halbleiterwerte. Ihr Branchenindex SOX landete auf dem tiefsten Stand seit Mai und beschleunigt aktuell seine Korrektur seit dem Rekord im Juni.

DAX (WKN: 846900)

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Shotwell spendet SpaceX-Aktien für Kinderkonten

SpaceX-Vorstandschefin Gwynne Shotwell und ihr Mann spenden mehr als zwei Millionen Aktien, die im Dezember an rund zwei Millionen berechtigte Kinder verteilt werden sollen. Jeweils eine Aktie erhalten 11- bis 17-Jährige in US-Postleitzahlgebieten mit einem mittleren Familieneinkommen von höchstens 57.000 Dollar; weitere Zuwendungen sind unter anderem für Kinder in Militärfamilien im Ausland und in Pflegefamilien geplant. Die zusätzliche Spende soll auch weitere Kinder mit einem Familieneinkommen von bis zu 90.000 Dollar in texanischen Landkreisen nahe Shotwells Wohnort berücksichtigen.

Icahn-Unternehmen CVR Energy vor Milliardenkauf von Raffinerien

CVR Energy steht laut einem Medienbericht kurz vor einer Vereinbarung zum Kauf von Raffinerien des Konkurrenten Marathon Petroleum für mehr als vier Milliarden Dollar. Die Bekanntgabe könnte am Dienstag erfolgen, sofern die Gespräche nicht scheitern. CVR profitiert von hohen Raffineriemargen, seine Aktie legte seit Jahresbeginn rund 120 Prozent zu, während Carl Icahn etwa 71 Prozent des Unternehmens hält.

Technologieausverkauf schürt Sorgen vor KI-Blase

Technologie- und KI-Aktien gerieten am Montag deutlich unter Druck: Der ETF XLK verlor rund drei Prozent, während Lumentum 18,6 Prozent und Marvell 12,7 Prozent einbüßten. Zugleich fielen die Ölpreise vor den US-Zwischenwahlen kräftig; Brent sank um 8,3 Prozent auf 105 Dollar je Barrel, US-Öl um 7,8 Prozent auf 96 Dollar. Der Analyst Damir Tokic hält eine nachhaltige Jahresendrally nach den Wahlen für unwahrscheinlich und sieht mögliche Folgen für KI-Regulierung und zinssensitive Branchen.

Oracle sammelt 20 Milliarden Dollar für Investitionen ein

Oracle platzierte eine kombinierte Aktien- und Anleiheemission über 20 Milliarden Dollar, darunter neue Aktien im Wert von zehn Milliarden Dollar zu je 116 Dollar und damit mit einem Abschlag von 11,2 Prozent zum letzten Schlusskurs. Die ebenfalls zehn Milliarden Dollar schwere Anleihe umfasst fünf Tranchen mit Laufzeiten von 2029 bis 2046 und Kupons zwischen sieben und 8,65 Prozent. Der Erlös soll unter anderem allgemeine Unternehmenszwecke und Investitionen finanzieren; Oracle wies zuletzt 125,34 Milliarden Dollar an Krediten und zusätzlich 288 Milliarden Dollar an Leasingverpflichtungen aus.

Bitcoin und Altcoins geraten vor US-Wahlen unter Druck

Bitcoin fiel am Dienstagmorgen um rund 3,6 Prozent unter 77.000 Dollar, während auch zahlreiche Altcoins nachgaben; Tron legte unter den großen Kryptowährungen als Ausnahme zu. Am 2. November verbuchten Bitcoin-ETFs Nettoabflüsse von 398,6 Millionen Dollar, zudem wurden binnen 24 Stunden Bitcoin-Positionen im Wert von 88,48 Millionen Dollar liquidiert. Die US-Zwischenwahlen könnten Erwartungen an Regulierung und institutionelle Nachfrage beeinflussen, doch die jüngsten Abflüsse sprechen bislang gegen eine klare Trendwende.

Schaeffler baut Tausende Stellen ab und bestätigt Prognose

Schaeffler streicht netto rund 3.460 Stellen in Europa, darunter etwa 2.660 in Deutschland, und schließt vier deutsche Standorte. Das Sparprogramm kostet rund 480 Millionen Euro und soll ab 2030 jährlich rund 300 Millionen Euro zusätzliches operatives Ergebnis bringen; die Prognose für 2026 bestätigte der Konzern. Im dritten Quartal blieb der Umsatz mit 5,81 Milliarden Euro nahezu stabil, während das operative Ergebnis vor Sondereffekten von 264 auf 245 Millionen Euro sank.

Evonik wird nach starkem Quartal zuversichtlicher

Evonik erwartet nun, beim bereinigten EBITDA 2026 wahrscheinlich die obere Hälfte der Spanne von zwei bis 2,2 Milliarden Euro zu erreichen. Im dritten Quartal stieg das operative Ergebnis um 40 Prozent auf 629 Millionen Euro und der Umsatz um 13 Prozent auf knapp 3,83 Milliarden Euro, dennoch blieb ein Nettoverlust von 53 Millionen Euro. Der Ausblick fällt in eine Phase möglicher Übernahmegespräche mit BASF, deren Vorstoß Evonik bislang abgelehnt, aber für weitere Gespräche offengelassen hat.

Enthält Material von dpa-AFX

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