Mit Spannung warteten Anleger auch darauf, wie US-Investoren auf den Atomtest des international weitgehend insolierten Landes reagieren. Die Börsen in den USA blieben wegen eines Feiertags am Montag geschlossen.

Die US-Botschafterin bei den Vereinten Nationen (UN), Nikki Haley, sagte am Montag, der nordkoreanische Machthaber Kim Jong Un bettele um Krieg. Außerdem sorgte ein Medienbericht für Unsicherheit, demzufolge Nordkorea eine Interkontinental-Rakete (ICBM) an seine Westküste verlegt haben soll. "Alles in allem muss damit gerechnet werden, dass die Spannungen weiter anhalten, auch wenn von verschiedenen Seiten der Versuch unternommen wird, auf diplomatischer Ebene eine Lösung zu finden", sagte Marktanalyst Christian Schmidt von der Helaba.

EZB-SITZUNG AM DONNERSTAG WIRFT IHRE SCHATTEN VORAUS



Rückenwind erhielten die Aktienmärkte auch vom Euro, der 0,2 Prozent auf 1,1866 Dollar verlor. Eine schwächere Gemeinschaftswährung macht Waren aus der Euro-Zone im Welthandel günstiger, dadurch erhöht sich die Wettbewerbsfähigkeit der auf Export orientierten Unternehmen wie etwa aus der Autobranche.

Händler führten die Euro-Schwäche auf die Sitzung der Europäischen Zentralbank (EZB) am Donnerstag zurück. Experten rechnen damit, dass die Währungshüter eine Entscheidung über ihr umstrittenes Anleihekaufprogramm vertagen werden. Die Wirtschaft in der Euro-Zone brummt zwar, dennoch liegt die Inflation noch weit unter dem angepeilten Wert der Zentralbank. EZB-Chef Mario Draghi sieht die EZB daher mit ihrem ultra-expansiven Kurs noch nicht am Ziel.

AUTOAKTIEN FAHREN VORNE MIT



Größter Gewinner an der deutschen Börse waren die Titel von Merck mit einem Plus von 3,5 Prozent auf den höchsten Stand seit sechs Wochen. Der Arzneimittelhersteller stellte sein Geschäft mit Gesundheitsprodukten auf den Prüfstand. Möglich seien ein Verkauf oder eine strategische Partnerschaft. Analyst Peter Spengler von der DZ Bank bewertete die Pläne positiv und bestätigte sein Aktienrating mit "hold".

Wegen des schwächeren Euro spekulierten Anleger auf bessere Geschäfte der Autokonzerne und deckten sich mit VW & Co ein. Zudem helfe den Autoaktien die Aussage von Kanzlerin Angela Merkel, dass es keine Fahrverbote für Dieselfahrzeuge geben solle, sagte ein Händler. Die Aktien von VW, BMW und Daimler legten jeweils rund zwei Prozent zu und fuhren damit im Dax vorne mit. Peugeot und Renault waren an der Börse in Paris unter den gefragtesten Werten.

Unter den größten Gewinnern im EuroStoxx50 waren Schneider Electric mit plus 0,9 Prozent. Der französische Elektronikkonzern fusioniert mit dem britischen Industrie-Softwareanbieter Aveva, dessen Aktien um 29 Prozent auf den höchsten Stand seit fast vier Jahren schossen. Durch den Zusammenschluss entsteht ein Software-Riese im Wert von über drei Milliarden Euro.

rtr