Während der Wochenstart von den Angriffen auf die saudiarabische Ölförderung gezeichnet war, hat sich der DAX zur Wochenmitte wieder zurück in den grünen Bereich berappelt. Dennoch hielten sich die Anleger weiterhin bedeckt. Grund dafür war die am Mittwochabend anstehende Fed-Sitzung. Börsianer rechneten fest damit, dass die Federal Reserve den Leitzins zum zweiten Mal in diesem Jahr senkt. Es wird von 25 Basispunkten ausgegangen. "Ob Notenbankchef Jerome Powell allerdings weitere Schritte nach unten in Aussicht stellt, ist fraglich", sagte Marktanalyst Milan Cutkovic vom Brokerhaus AxiTrader. "Trotz spürbaren Gegenwinds schlägt sich die US-Konjunktur immer noch gut und zuletzt kam es zu einer Annäherung zwischen den USA und China im Handelsstreit."

Derweil war die Stimmung am Öl-Markt weiterhin gedrückt. Nach den Angriffen auf saudiarabische Öl-Anlagen vom Wochenende beobachteten Investoren die Lage in der Golf-Region weiter mit Sorge. Zwar kann das Land seine Produktion wohl schneller wieder hochfahren als befürchtet, ein US-Schlag gegen den Iran könne aber dennoch nicht ausgeschlossen werden, warnte Portfolio-Manager Thomas Altmann vom Vermögensberater QC Partners. "Dieser wird jedoch zumindest in einem ersten Schritt aus Wirtschaftssanktionen bestehen und nicht aus Militärschlägen." Der Angriff am Wochenende hatte den größten Kurssprung seit rund 28 Jahren zur Folge. Schon zum Anfang der Woche gingen die Preise wieder zurück. Am Mittwoch hatte sich der Preis für die Rohöl-Sorte Brent aus der Nordsee weiter reduziert.

Der Dollar-Index, der den Kurs zu wichtigen Währungen widerspiegelt, kletterte um 0,2 Prozent auf 98,45 Zähler. Gewinnmitnahmen drückten das Pfund Sterling auf 1,2455 Dollar. Die Hoffnung auf eine Einigung oder zumindest eine erneute Verschiebung des Brexit-Termins verhindere aber größere Kursrücksetzer, schrieben die Analysten der Bank Mitsubishi UFJ.

Gewinner im DAX waren am Mittwoch Wirecard, Covestro und Vonovia. Als Schlusslichter gingen die Deutsche Bank und die Deutsche Post aus dem Handelstag. FedEx, der US-Rivale der Deutschen Post, verbuchte im abgelaufenen Quartal einen Gewinnrückgang und rechnet für das Gesamtjahr mit einem Ergebnis unter den Markterwartungen. Diese Entwicklung lasse sich aber nicht eins zu eins auf die Deutsche Post übertragen, schrieb Analyst David Kerstens von der Investmentbank Jefferies. FedEx kämpfe immer noch mit der Integration des niederländischen Paketdienstes TNT Express.

Was am Mittwoch an der Börse außerdem wichtig war


Carl-Zeiss-Chef Michael Kaschke will 2020 den Chefposten abgeben
Der Chef des Optik- und Halbleiterkonzerns Carl Zeiss, Michael Kaschke, will laut einem Bericht ab 2020 seinen Hut nehmen. "Ich werde im kommenden Jahr wie geplant als CEO aufhören", sagte Kaschke dem "Handelsblatt" in einem am Mittwoch veröffentlichten Interview. Das stehe intern schon fest und sei der richtige Zeitpunkt. Zu seinem möglichen Nachfolger wollte sich Kaschke noch nicht äußern. Die Carl Zeiss AG ist die Konzernmutter des MDax-Konzerns Carl Zeiss Meditec, bei dem Kaschke den Aufsichtsrat führt. Sie hält nach eigenen Angaben derzeit 65 Prozent der Aktien.

Linde-Manager Eulitz führt künftig Knorr-Bremse


Der Bremsenspezialist Knorr-Bremse hat einen Nachfolger für den ausgeschiedenen Chef Klaus Deller gefunden. Künftig werde der zuletzt für den Industrie-Gasekonzern Linde tätige Manager Bernd Eulitz das Unternehmen führen, teilte das Unternehmen am Mittwoch in München mit. Das habe der Aufsichtsrat einstimmig entschieden. Der 53-Jährige war laut einem früheren Bericht vom "Manager Magazin" der einzige Kandidat für den Posten, den er am 1. November antreten soll. Eulitz soll zudem Arbeitsdirektor des Konzerns werden. Die Aktie des Unternehmens gewann am Vormittag leicht um 0,27 Prozent dazu.

Weniger Filialen und Briefkästen - Post: Service trotzdem besser


Die Zahl der Postfilialen in Deutschland ist in den vergangenen knapp 20 Jahren um mehr als 900 gesunken. Das geht aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Linksfraktion hervor, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegt.

Airbus rechnet mit weiter steigender Flugzeug-Nachfrage


Der europäische Flugzeugbauer Airbus rechnet in den nächsten 20 Jahren mit einem weiter steigenden Bedarf an Verkehrsjets. In den Jahren 2019 bis 2038 würden weltweit voraussichtlich 39 210 neue Passagier- und Frachtmaschinen benötigt, teilte das Unternehmen am Mittwoch in London mit. Das sind rund 1800 Maschinen mehr, als 2018 für die folgenden zwei Jahrzehnte vorausgesagt. Bei den Passagierflugzeugen bezieht sich Airbus auf Typen mit mindestens 100 Sitzplätzen.

Dr. Oetker stellt Bankhaus Lampe auf Prüfstand


Dr. Oetker nimmt verschiedene Szenarien für das konzerneigene Bankhaus Lampe unter die Lupe. "Die Prüfung befindet sich allerdings noch in einem sehr frühen Stadium, alle Optionen werden geprüft", sagte ein Sprecher am Mittwoch. Nach Informationen des "Platow-Briefs" hat das Familienunternehmen mit Sitz in Bielefeld mögliche Interessenten angesprochen, darunter Banken und Finanzkonzerne. Ob das Bankhaus weiter alleine oder zusammen mit einem Partner agiere, werde derzeit geprüft, sagte der Sprecher.

Nach Brückeneinsturz von Genua tritt Holding-Chef zurück


Mehr als ein Jahr nach dem Einsturz der Autobahnbrücke in Genua mit 43 Toten ist der Vorstandschef der italienischen Holding Atlantia zurückgetreten - und bekommt eine Abfindung in Millionenhöhe. Giovanni Castellucci erhalte im Zuge einer Aufhebungsvereinbarung rund 13 Millionen Euro, wie Atlantia am Dienstagabend nach einer Sitzung des Führungsgremiums mitteilte. "Jetzt ist der richtige Zeitpunkt, (das Unternehmen) zu verlassen. Es ist im Interesse aller", sagte der 60 Jahre alte Manager der Zeitung "Corriere della Sera" (Mittwoch).

Volkswagen pocht vor Klimakabinett auf Zertifikatehandel bei CO2-Bepreisung


Der Volkswagen-Konzern hält eine Steuer als Aufschlag auf den Benzin- und Dieselpreis für eine ungünstige Art, den Ausstoß des klimaschädlichen Kohlendioxid (CO2) zu senken. VW zieht vor den Beschlüssen des Klimakabinetts der Bundesregierung Ende dieser Woche den Zertifikatehandel zur Bepreisung von CO2-Abgasen als bessere Variante vor. "Alle haben die Entwicklung der Gelbwesten in Frankreich verfolgt", warnte VW-Cheflobbyist Thomas Steg am Mittwoch in einer Telefonkonferenz mit Journalisten in Wolfsburg vor steigenden Spritpreisen. Eine direkte Umlage könne diese um knapp 8 bis 11 Cent je Liter verteuern. Er habe aber den Eindruck, dass die Bundesregierung behutsam vorgehen wolle.

Bundesregierung verlängert Rüstungsexportstopp für Saudi-Arabien


Die Bundesregierung hat den Rüstungsexportstopp für Saudi-Arabien um weitere sechs Monate bis zum 31. März 2020 verlängert. Das teilte ein Regierungssprecher am Mittwoch in Berlin mit.

Santander startet mit Digital-Bank Openbank in Deutschland


Die spanische Großbank Santander bringt sein Digital-Angebot Openbank nach einer Pilotphase nun auch nach Deutschland. Noch in diesem Jahr werde die bisher nur in Spanien verfügbare Online-Bank auch in den Niederlanden und in Portugal an den Start gehen, kündigte das Unternehmen am Mittwoch in Berlin an. Per App bietet Openbank ein gebührenfreies Girokonto sowie zahlreiche auf Künstliche Intelligenz gestützte Service-Angebote etwa für die automatisierte Verwaltung eines Anlageportfolios oder Micro-Investments, bei denen der Kunde auch einen Euro pro Tag oder Woche sparen kann.

rtr/dpa-AFX/iw