Eine wichtige Kennzahl beschäftigt Börsenexperten derzeit besonders: Das Shiller-KGV ist beinahe so hoch wie zuletzt während der Dotcom-Euphorie. Was bedeutet das für Anleger?

Eine wichtige Börsen-Kennzahl erreicht aktuell Rekordstände: Das Shiller-KGV des S&P 500 lag im September 2026 bei etwa 40. Das Shiller-KGV vergleicht den aktuellen Indexstand mit den durchschnittlichen, inflationsbereinigten Unternehmensgewinnen der vergangenen zehn Jahre. US-Medienberichten zufolge lag es im September 2026 bei rund 40. Vereinfacht gesagt, zahlen Anleger damit momentan das Vierzigfache der durchschnittlichen realen Jahresgewinne des vergangenen Jahrzehnts.

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Shiller-KGV außergewöhnlich hoch – könnten die Renditen sinken?

Wie hoch die Kennzahl derzeit ist, zeigt der Vergleich: Der historische Median liegt bei etwa 16. Vergleichbar hohe Werte wie aktuell gab es vor dem jüngsten Anstieg vor allem während der Dotcom-Euphorie, als die Kennzahl auf rund 44 kletterte.

Ein hohes Shiller-KGV sagt zwar nicht zwangsläufig einen Börsencrash voraus. Historisch gingen hohe Ausgangsbewertungen jedoch häufig mit niedrigeren durchschnittlichen Aktienrenditen über längere Zeiträume einher. Anleger sollten daher berücksichtigen, dass die derzeitigen Bewertungen auf möglicherweise geringere langfristige Renditen hindeuten. Das kann ein guter Grund sein, das eigene Portfolio zu überprüfen und eine defensivere Anlagestrategie in Betracht zu ziehen – nicht aber, hektisch alles zu verkaufen.

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Shiller-KGV außergewöhnlich hoch – Welche Aktien jetzt interessant werden

Bei Einzelaktien könnten krisenfestere Unternehmen eine Rolle spielen. Berkshire Hathaway ist interessant, weil der Konzern über zahlreiche Unternehmen und Beteiligungen aus unterschiedlichen Branchen verfügt. Diese breite Aufstellung kann die Abhängigkeit von einzelnen Geschäftsbereichen verringern. Hinzu kommen eine traditionell vorsichtige Kapitalallokation und die Möglichkeit, in schwierigen Marktphasen finanziellen Spielraum zu nutzen. Das macht die Aktie jedoch nicht risikofrei: Auch Berkshire kann deutlich an Wert verlieren.

Berkshire Hathaway A (WKN: 854075)

Nestlé kann ebenso für eine defensive Ausrichtung interessant sein. Lebensmittel, Kaffee und Tiernahrung sind Produkte, die viele Menschen unabhängig von der Konjunktur regelmäßig kaufen. Die wiederkehrende Nachfrage und starke Marken können dem Geschäft eine gewisse Stabilität verleihen. Allerdings ist auch Nestlé Risiken ausgesetzt, etwa durch Wettbewerb, Kostensteigerungen und Veränderungen im Konsumverhalten. 

Nestle SA (WKN: 883723)

Warnsignal für Anleger: Was heißt das für ETFs?

Bei ETFs können wiederum verschiedene Bausteine kombiniert werden: ein globaler Aktienfonds wie der FTSE All-World UCITS ETF, ergänzend ein globaler Minimum-Volatility-ETF sowie – je nach Anlagehorizont und Risikobereitschaft – ein Euro-Geldmarkt- oder Kurzläufer-Staatsanleihen-ETF. Der All-World-ETF streut über viele Länder und Unternehmen, ist wegen seines hohen US-Anteils aber nicht vor einer Korrektur am US-Markt geschützt. Minimum-Volatility- und Anleihe-ETFs können Schwankungen dämpfen, garantieren aber weder geringere Verluste noch positive Renditen.

Eine defensive Strategie bedeutet nicht, Aktien vollständig zu meiden. Sinnvoll kann vielmehr sein, breit zu streuen, das Risiko passend zum eigenen Anlagehorizont zu wählen und nicht auf eine einzelne Prognose zu setzen.

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Häufige Fragen

Was bedeutet ein Shiller-KGV von 40?

Ein Shiller-KGV von 40 bedeutet vereinfacht, dass der S&P 500 mit dem Vierzigfachen seiner durchschnittlichen inflationsbereinigten Gewinne der vergangenen zehn Jahre bewertet wird. Die Kennzahl dient zur Einordnung der Bewertung, sagt aber nicht zuverlässig voraus, wann Kurse steigen oder fallen.

Kündigt ein hohes Shiller-KGV einen Börsencrash an?

Nein. Ein hohes Shiller-KGV ist kein verlässliches Crashsignal. Historisch waren hohe Bewertungen jedoch häufig mit geringeren durchschnittlichen Aktienrenditen über längere Zeiträume verbunden. Anleger sollten deshalb nicht automatisch verkaufen, sondern ihr Portfolio und ihre Risikotragfähigkeit überprüfen.

Warum gelten Berkshire Hathaway und Nestlé als defensive Aktien?

Berkshire Hathaway ist breit über Unternehmen und Beteiligungen aus verschiedenen Branchen aufgestellt. Nestlé verkauft Produkte des täglichen Bedarfs, für die die Nachfrage oft weniger stark von der Konjunktur abhängt. Beide Unternehmen können dadurch defensive Eigenschaften aufweisen – ihre Aktienkurse können trotzdem deutlich fallen.

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