Vom Lager bis zum Elektroantrieb: Schmierstoffe sichern den Betrieb moderner Maschinen. Die schwache Industrieproduktion macht das Umfeld jedoch herausfordernd. Fuchs wächst dennoch kräftig und hebt den Ausblick an.
Schmierstoffe arbeiten dort, wo man sie kaum wahrnimmt: in Getrieben, Motoren und Fertigungsanlagen. Ihre Bedeutung zeigt sich meist erst, wenn sie fehlen. Dann können Reibung und Hitze Maschinen beschädigen und ganze Produktionslinien zum Stillstand bringen.
Genau in solchen kritischen Anwendungen kommen die Produkte von Fuchs zum Einsatz. Der Mannheimer Konzern entwickelt und produziert mehr als 10.000 Öle, Fette und Spezialflüssigkeiten für Fahrzeuge, Maschinen und industrielle Prozesse. Das Geschäftsmodell von Fuchs ist damit stark von der Industrieproduktion abhängig. Verschieben Kunden ihre Investitionen oder produzieren weniger, sinkt auch der Bedarf an Schmierstoffen für neue Anlagen und Fahrzeuge. Das konjunkturelle Umfeld ist derzeit anspruchsvoll: Die weltweite Industrieproduktion lag im April nur ein Prozent über dem Vorjahreswert.
Prognose angehoben
Trotz der schwierigen Rahmenbedingungen ist der MDAX-Konzern profitabel. Im zweiten Quartal stieg der Umsatz um 21,5 Prozent auf 1,07 Milliarden Euro. Das Ebit legte um 34 Prozent auf 135 Millionen Euro zu, die Ebit-Marge verbesserte sich um 1,1 Prozentpunkte auf 12,6 Prozent. Begünstigt wurde die Entwicklung allerdings durch Vorzieheffekte infolge des Konflikts im Nahen Osten und von Lieferproblemen einzelner Wettbewerber. Das Fuchs-Management sieht daher die Gefahr nachlassender Vorzieheffekte und steigenden Margendrucks durch höhere Rohstoffpreise im zweiten Halbjahr. Dennoch hob das Unternehmen die Gewinnprognosen an: Für 2026 erwartet Fuchs nun ein Ebit von 460 bis 480 Millionen Euro, nach zuvor rund 450 Millionen.
Für den Schmierstoffhersteller spricht die technische Spezialisierung. Viele Produkte werden auf bestimmte Maschinen, Materialien oder Prozesse zugeschnitten. Sind sie einmal qualifiziert, kann ein Wechsel wegen erneuter Tests aufwendig sein. Das stärkt die Kundenbindung und macht den Wettbewerb weniger zur reinen Preisfrage. Da Schmierstoffe im laufenden Betrieb regelmäßig benötigt werden, profitiert Fuchs zudem von einer wiederkehrenden Nachfrage für Bestandsmaschinen.
Produktlinie für E-Autos
Eine Herausforderung bleibt die Elektromobilität, denn E-Autos brauchen weniger klassische Motoröle. Benötigt werden allerdings spezielle Flüssigkeiten zur Kühlung der Batterien oder zur Schmierung von Hochdrehzahl-Getrieben. Unter der Marke „Fuchs BluEV“ hat der Hersteller bereits eine Produktlinie entwickelt, die auf thermisches Management und elektrische Antriebskomponenten ausgerichtet ist.
Fazit
Fuchs bleibt damit weiterhin von der Entwicklung der Industrieproduktion abhängig. Die jüngsten Zahlen zeigen jedoch, dass der Konzern auch in einem schwierigen Umfeld von technischer Spezialisierung, hoher Kundenbindung und globaler Aufstellung profitiert.
Dieser Text stammt aus der BÖRSE-ONLINE-Ausgabe 34/2026. Wenn Sie auch das Kurziel und den Stoppkurs für die Fuchs-Stammaktie erfahren möchten, können Sie das Heft hier als E-Paper kaufen.