Deutsche Bank, Allianz und Daimler wollen nicht mehr von Facebook und Google abhängig sein
· Börse Online Redaktion
Die Umsetzung des Projekts stehe aber noch unter dem Vorbehalt der Zustimmung der Wettbewerbsbehörden, schränkten die Partner am Montag ein. Heute wird im Netz oft eine Anmeldung über Profile bei Google, Facebook oder Twitter angeboten. In Europa gibt es immer wieder Kritik an der Dominanz von Daten-Plattformen aus den USA im Internet. Der Plan der deutschen Konzerne ist aber der bisher ambitionierteste Versuch, einen Gegenpol aus Europa aufzubauen. Sie sprechen von einer gemeinsamen "Registrierungs-, Identitäts- und Datenplattform".
Kern des Angebots soll ein sogenannter "Generalschlüssel" werden: "Diesen können Kunden dann branchenübergreifend verwenden, um sich im Internet zu registrieren und zu identifizieren." Die Partner werben mit dem in Europa wichtigen Datenschutz-Argument: Die Plattform solle "höchste Standards bei Datensicherheit und Datenschutz gewährleisten" und dem reformierten EU-Recht in dem Bereich entsprechen.
Die Initiative hat große Ausbaupläne für die Zukunft. Unternehmen aus den Bereichen Handel, Luftfahrt und Telekommunikation sowie weiteren Branchen sollen kurzfristig als Partner gewonnen werden, hieß es. Erste Verhandlungen mit interessierten Firmen liefen bereits. Unter anderem hätten kürzlich Gespräche mit der Deutschen Telekom begonnen.
Auch die Entwicklung digitaler Zahlungs- und Finanzdienstleistungen sei mit der Plattform möglich. In einer späteren Ausbaustufe seien zusätzliche Funktionen wie ein digitaler Behördenzugang denkbar. "Die Kooperation versteht sich als wettbewerbsfähige, europäische Antwort auf die internationale Plattformwirtschaft", erklärten die Teilnehmer. Mit den Partnern aus den Branchen Versicherung, Medien, Auto und Banken könnte die Initiative bereits ein breites Datenspektrum abdecken. Über Here sind indirekt auch die Autobauer BMW und Audi involviert, denen der Kartendienst neben Daimler gehört.
Weiteres Mitglied der Initiative ist der Technologie-Thinktank Core. Auch das Fraunhofer-Institut für Offene Kommunikationssysteme (FOKUS) sowie die European School of Management and Technology (ESMT) seien eingebunden, um das Projekt wissenschaftlich zu begleiten. Die Initiative sei "im Austausch" mit der Politik und werde insbesondere vom Bundeswirtschaftsministerium begrüßt, hieß es.
dpa-AFX
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