Analysten einer geopolitischen Beratungsfirma haben eine mathematische Formel entwickelt, die Trumps nächste Kehrtwende vorhersagen soll – basierend auf Ölpreisen, Anleiherenditen und dem S&P 500. Ihr Ergebnis: Der Wendepunkt rückt näher.

US-Präsident Donald Trump hat die Börsen schon oft auf eine wilde Achterbahnfahrt geschickt. Nun wird mit Spannung beobachtet, wie sich der Konflikt mit dem Iran weiterentwickelt und wie die Börsen reagieren werden.

Die Analysten der geopolitischen Beratungsfirma Signum Global Advisors unter der Leitung von Andrew Bishop haben deshalb nun eine neue mathematische Formel entwickelt, die auf Trumps bekannte Empfindlichkeit gegenüber Finanzmärkten setzt und konkrete Daten für einen Wendepunkt gefunden.

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Exkurs: Trump, seine Rückzieher und die TACO-Trades

Dahinter steht die Idee des „TACO-Trades": Kaufen, wenn Trump eine Drohung ausspricht und die Märkte fallen – und verkaufen, wenn er zurückrudert und die Kurse wieder steigen. Den Begriff prägte der "Financial Times"-Kolumnist Robert Armstrong mit seiner „TACO-Theorie: Trump Always Chickens Out" (auf Deutsch: „Trump macht immer einen Rückzieher").

Seine These: Die US-Regierung habe keine hohe Schmerztoleranz gegenüber Marktdruck – und rudere schnell zurück, sobald Zölle oder aggressive Politik die Börsen unter Druck setzt. Konkrete Beispiele dafür gibt es einige: Trump verhängte hohe „Liberation Day"-Zölle – und setzte sie eine Woche später aus. Er drohte China mit maximalen Handelshürden – und krebste in den Verhandlungen zurück.

Die Idee findet deshalb bei vielen Investoren Anklang – auch wenn sie nicht immer zuverlässig funktioniert. Verschiedene Analystenhäuser haben sogar schon eigene TACO-Indizes entwickelt.

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Weiterführende Links

Formel über Trump: Wann kommt der nächste TACO?

Bei Signum Global Advisors sind die TACO-Variablen: der Brent-Rohölpreis, die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen, die Anzahl der Tanker-Durchfahrten durch die Straße von Hormus sowie der S&P 500. Die Analysten gewichteten diese Faktoren und bewerteten, wie stark der Präsident auf Ausschläge in den jeweiligen Märkten reagiert. Als Ausgangspunkt diente der 7. März – eine Woche nach den ersten gemeinsamen Angriffen der USA und Israels auf den Iran.

Anschließend kartierten sie Trumps Kursänderungen: seine Hinwendung zu Waffenstillstandsverhandlungen am 22. März, seine Zustimmung zu einem Waffenstillstand am 7. April sowie seine Entscheidung, sich ab dem 18. Mai auf ein Grundsatzabkommen zu konzentrieren.

Das Ergebnis: Für eine Kehrtwende Trumps bedarf es einer Marktbewegung von 2,3 bis 3,4 Standardabweichungen – im Durchschnitt sind es 2,9. Auf die aktuelle Lage übertragen bedeutet das: Die Zeit für ein TACO ist noch nicht gekommen – aber sie rückt näher.

„Eine lineare Extrapolation legt nahe, dass ein TACO frühestens am 22. Juli eintreten könnte und spätestens bis zum 30. Juli eingetreten sein ‚sollte' – sofern sich die Lage nicht wesentlich verbessert, was unwahrscheinlich erscheint. Die historischen Muster sprechen für den 26. Juli als wahrscheinlichsten Zeitpunkt", erklären die Analysten.

Infront S&P 500 (WKN: A0AET0)

Wie sehr kann man sich auf die TACO-Theorie verlassen?

Allerdings warnen Ökonomen vor blinder Abhängigkeit von der Formel. Peter Tillmann, Finanzpolitik-Experte der Universität Gießen, erklärt gegenüber "france24.com": „Es gibt zu wenig TACO-Momente, um die Qualität des Index zu validieren."

Hinzu kommt ein strukturelles Paradox: Je mehr Investoren auf TACO setzen, desto weniger fallen die Märkte bei Drohungen Trumps – und desto geringer wird der Druck auf ihn, einzulenken. Die Theorie untergräbt sich mit ihrem eigenen Erfolg. Ein Bloomberg-Kommentator erklärt es so: „Irgendwann wird er zeigen müssen, dass er es ernst meint. Wenn er dann nicht einknickt, könnte der Markt an seinen Tacos ersticken."

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Häufige Fragen

Was bedeutet TACO im politischen Kontext? 

TACO steht für „Trump Always Chickens Out" – ein Begriff, der beschreibt, dass US-Präsident Donald Trump bei eskalierenden Konflikten oder Marktturbulenzen regelmäßig einen Rückzieher macht und seinen Kurs abrupt ändert.

Wie funktioniert die TACO-Formel der Signum-Analysten? 

Die Formel kombiniert vier Marktindikatoren – Brent-Rohölpreis, zehnjährige US-Anleiherenditen, Tanker-Durchfahrten bei Hormus und den S&P 500 – und misst, ab welchem Ausmaß der Marktbewegung (in Standardabweichungen) Trump erfahrungsgemäß seine Politik ändert. Historisch liegt dieser Schwellenwert bei durchschnittlich 2,9 Standardabweichungen.

Wie wahrscheinlich ist eine Kehrtwende Trumps im Iran-Konflikt? 

Laut den Analysten von Signum Global Advisors ist der Wendepunkt noch nicht erreicht, aber zeitlich absehbar. Auf Basis historischer Muster erwarten sie einen möglichen Kurswechsel zwischen dem 22. und 30. Juli 2026 – mit dem 26. Juli als wahrscheinlichstem Datum.

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