US-Präsident Donald Trump hat angekündigt, die Rüstungsindustrie weiter anzukurbeln. Drei Aktien aus dem Sicherheits- und Verteidigungssektor könnten davon profitieren.

Bei einem Verteidigungs- und Innovationsgipfel in Pennsylvania forderte Trump, die Waffenproduktion zu beschleunigen und die Fertigungskapazitäten zu erweitern. Die Kriege in der Ukraine und im Nahen Osten belasten die US-Bestände und legen Engpässe in der industriellen Basis offen. Drei Aktien, die mit Trump oder seiner Regierung in Verbindung stehen, könnten dadurch stärker in den Fokus rücken.

Trump will Rüstungsindustrie befeuern

„Wir haben die beste Qualität der Welt, aber wir brauchen etwas mehr Geschwindigkeit“, sagte Trump auf dem Gipfeltreffen. Der Senator von Pennsylvania, Dave McCormick, stellte den anwesenden Investoren und Rüstungskonzernen langfristige Aufträge in Aussicht. Er kündigte Investitionen und Partnerschaften an, darunter ein zehnjähriges Schiffbauabkommen im Wert von 2,5 Milliarden Dollar zwischen Rhoads Industries und General Dynamics Electric Boat sowie Schiffsbestellungen im Wert von 1,5 Milliarden Dollar bei Hanwha. Insgesamt wurden auf dem Gipfel mehr als 30 Investitionen und Partnerschaften angekündigt. 

Der Fokus der Trump-Regierung auf die Rüstungsindustrie zeigt sich auch bei den Militärausgaben: Nach Angaben des Stockholm International Peace Research Institute (SIPRI) gaben die USA 2025 rund 954 Milliarden US-Dollar für ihr Militär aus. China folgte mit geschätzten 336 Milliarden US-Dollar.

Trump will die US-Rüstungsproduktion als Teil seiner Wirtschaftsstrategie deutlich ausweiten. Das Pentagon unterstützt Unternehmen dabei mit langfristigen Beschaffungsverträgen und Investitionen in die industrielle Basis, um den Ausbau zusätzlicher Produktionskapazitäten zu fördern.

Diese drei Rüstungsaktien hält auch Donald Trump

Angesichts der geplanten höheren Verteidigungsausgaben könnte der US-Rüstungs- und Sicherheitssektor neuen Rückenwind erhalten. Drei Aktien stehen dabei besonders im Fokus.

Boeing

Der Flugzeugbauer Boeing ist seit Jahren auch im militärischen Luftfahrtgeschäft aktiv. Im Mai 2025 kündigte Trump einen Flugzeugdeal zwischen Boeing und Qatar Airways im Wert von bis zu 96 Milliarden US-Dollar an. Dabei geht es allerdings um zivile Verkehrsflugzeuge und nicht um einen Rüstungsauftrag.

Zusätzlich arbeitet Boeing an zwei neuen VC-25B-Flugzeugen, die künftig als Air Force One eingesetzt werden sollen. Das Programm liegt jedoch hinter dem ursprünglichen Zeitplan zurück; die Auslieferung wird derzeit für 2028 erwartet. Sollten die USA künftig weitere militärische Aufträge vergeben, könnte Boeing davon profitieren. Ein steigender Aktienkurs ist daraus jedoch nicht automatisch abzuleiten. Die Anleger müssen zusätzlich die Produktionsprobleme, die hohe Verschuldung und die Ausführung bestehender Programme berücksichtigen.

Axon Enterprise

Axon Enterprise ist ein US-amerikanischer Technologiekonzern, der Ausrüstung, Software und künstliche Intelligenz für Polizei, Justiz und Sicherheitsdienste anbietet. Hierzu zählen etwa Taser oder Bodycams. Über Axon Federal bietet das Unternehmenauch Lösungen für US-Sicherheitsbehörden und das Militär an. Laut einer Finanzoffenlegung kaufte Trump am 10. Februar 2026 Axon-Aktien im Wert von 1 bis 5 Millionen US-Dollar. Rund zwei Wochen später veröffentlichte die US-Einwanderungsbehörde ICE eine Anfrage für einen möglichen Fünfjahresvertrag über Taser im Wert von bis zu 220 Millionen US-Dollar.

Der mögliche Auftrag ist allerdings noch keine endgültige Vergabe. Zudem bezog sich die ICE-Anfrage auf den Bereich der Einwanderungs- und Strafverfolgungsbehörden, nicht unmittelbar auf einen Auftrag des US-Militärs. Sollte Axon weitere Regierungsaufträge erhalten, könnte dies den Umsatz und die Wahrnehmung der Aktie unterstützen. Die hohe Bewertung und die Abhängigkeit von öffentlichen Auftraggebern bleiben jedoch Risiken.

Lockheed Martin

Lockheed Martin ist der größte Rüstungs- und Technologiekonzern der Welt. Medienberichten zufolge steht das Unternehmen kurz vor einer Milliardenübernahme des Spezialisten für maritime Verteidigungstechnik Ultra Maritime. Der Kurs des Konzerns hatte im Februar bereits massiv zugelegt, sackte dann jedoch deutlich ab und verlor in den vergangenen drei Monaten mehr als 15 Prozent. Erhöhte Verteidigungsausgaben bringen weitere Aufträge für das verschuldete Unternehmen. Eine Erholung ist daher nicht auszuschließen.

Auf welche Aktien Donald Trump und andere US-Politiker sonst noch setzen, erfahren Sie im Aktienreport "Die neuesten Wetten von Trump und Co".

Boeing (WKN: 850471)

Was bedeutet das für Anleger?

Es wäre nicht das erste Mal, dass eine Aussage von Trump zu deutlichen Gewinnen führt. Im Mai 2026 war das Weiße Haus Gastgeber einer Veranstaltung, an der Dell-Gründer Michael Dell persönlich teilnahm. Gegen Ende wich Trump vom Redeskript ab: „Kauft euch einen Dell! Die sind großartig." Dell markierte an diesem Tag ein neues Allzeithoch.

Bei Boeing, Axon Enterprise und Lockheed Martin ist ein ähnlicher kurzfristiger Effekt möglich. Ein nachhaltiger Kursanstieg hängt jedoch von konkreten Aufträgen, deren Gewinnbeitrag und der Bewertung der Unternehmen ab.

Für Anleger ist entscheidend: Die politische Ankündigung allein bringt den Unternehmen noch keine zusätzlichen Gewinne. Erst konkrete Aufträge, höhere Produktionsvolumina und steigende Margen könnten sich nachhaltig auf Umsatz und Aktienkurs auswirken. Welche Unternehmen dafür am besten positioniert sind, zeigt der folgende Überblick.

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Häufig gestellte Fragen

Was sind die größten US-Rüstungskonzerne?

Zu den größten US-Rüstungskonzernen gehören Lockheed Martin, RTX, Boeing, Northrop Grumman und General Dynamics. Sie profitieren vor allem von langfristigen Regierungsaufträgen.

Sind Rüstungsaktien eine gute Geldanlage?

Rüstungsaktien können von steigenden Verteidigungsausgaben profitieren. Sie bleiben jedoch von politischen Entscheidungen, Bewertungen und Auftragseingängen abhängig.

Was beeinflusst den Kurs von Rüstungsaktien?

Wichtige Faktoren sind neue Regierungsaufträge, steigende Verteidigungsbudgets und geopolitische Spannungen. Auch Verzögerungen oder die Streichung von Projekten können die Kurse belasten.