Der Goldpreis hat in diesem Jahr eine außergewöhnlich heftige Korrektur erlebt und zahlreiche Goldminenaktien mit nach unten gezogen. Viele Anleger trennten sich von ihren Positionen, obwohl sich die Fundamentaldaten vieler Bergbauunternehmen zuletzt kaum verschlechtert haben. 

Vor diesem Hintergrund stellt sich für langfristig orientierte Anleger die Frage, ob die aktuelle Schwächephase eine attraktive Einstiegschance darstellen könnte. Zu den optimistischen Stimmen zählt Brian Laks, Chief Investment Officer von Old West Investment Management. Nach seiner Einschätzung wurden Goldminenaktien zuletzt nicht mehr ausschließlich nach ihren Unternehmensdaten bewertet. Vielmehr hätten viele Marktteilnehmer die Aktien wie spekulative Wachstumswerte behandelt und in der allgemeinen Verkaufswelle unabhängig von ihrer operativen Entwicklung abgestoßen. Die Folge war eine deutliche Diskrepanz zwischen Börsenbewertung und fundamentaler Geschäftsentwicklung.

Argumente, die für Goldminen sprechen

Laks weist zudem darauf hin, dass viele Goldproduzenten ihre Kosten in den vergangenen Jahren konsequent gesenkt, ihre Bilanzen gestärkt und Kapital diszipliniert eingesetzt haben. Dadurch seien zahlreiche Unternehmen heute deutlich robuster aufgestellt als in früheren Goldpreiszyklen. Nach einer Phase übertriebener Euphorie sei die kräftige Korrektur deshalb auch als Marktbereinigung zu verstehen. Für langfristig orientierte Investoren könnten sich daraus interessante Chancen ergeben.

Nicht alle Goldminenaktien profitieren gleichermaßen vom steigenden Goldpreis: Während das Edelmetall neue Rekorde erreicht, kämpfen viele Produzenten mit steigenden Kosten für Energie, Personal und Ausrüstung. Anleger achten deshalb zunehmend auf die All-in Sustaining Costs (AISC) – sie umfassen neben Förderkosten auch nötige Investitionen zum Erhalt des Minenbetriebs. Je niedriger die AISC, desto größer der Gewinnhebel bei hohen Goldpreisen.

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Artemis Gold Inc (WKN: A2PN6T)

Diese drei Produzenten fallen durch niedrige Förderkosten auf

Drei Unternehmen fallen durch besonders günstige Kostenstrukturen auf: Artemis Gold, Wesdome Gold Mines und Alamos Gold. Grundsätzlich gilt: Goldminenaktien schwanken deutlich stärker als Gold selbst oder breite Minenindizes.

Artemis Gold zählt zu den weltweit günstigsten Produzenten – dank der Blackwater-Mine in British Columbia, einem der größten neuen Goldprojekte Nordamerikas. 2025 lag die AISC bei nur 869 Dollar je Unze, deutlich unter vielen Wettbewerbern. Grund sind der große Tagebau, günstige Geologie und Skaleneffekte. Das sichert auch bei nachgebendem Goldpreis vergleichsweise hohe Margen.

Allerdings hängt Artemis stärker von einer einzigen Großmine ab als etablierte Mehrminen-Produzenten. Verzögerungen, technische Probleme oder höhere Investitionskosten könnten belasten. Als kleineres Wachstumsunternehmen reagiert die Aktie zudem besonders sensibel auf Goldpreisschwankungen – höhere Chancen, aber auch größere Kursrisiken.

Wesdome Gold Mines betreibt die Untertageminen Eagle River (Ontario) und Kiena (Québec). 2025 produzierte das Unternehmen 185.576 Unzen bei einer AISC von 1.518 Dollar je Unze. Hochwertige Lagerstätten, der Standort Kanada und verbesserte Profitabilität machen den Titel für viele Anleger attraktiv.

Alamos Gold zählt ebenfalls zu den effizienteren Produzenten: 2025 lag die AISC bei 1.524 Dollar je Unze, die Produktion bei 545.400 Unzen. Zu den wichtigsten Projekten gehören Island Gold und Young-Davidson in Kanada sowie der Mulatos-Komplex in Mexiko. Mit mehreren Standorten und solider operativer Basis bietet Alamos ein ausgewogeneres Profil als kleinere Wachstumswerte – bleibt aber ein zyklisches, schwankungsanfälliges Investment.

Fazit: Goldminenaktien bieten grundsätzlich einen höheren Hebel auf den Goldpreis als physisches Gold. Bei niedrigen Förderkosten können steigende Notierungen überproportionale Gewinnzuwächse ermöglichen – fallende Preise oder steigende Kosten setzen die Margen dagegen schnell unter Druck. Die AISC sind daher eine wichtige, aber keine isolierte Kennzahl. Ebenso entscheidend bleiben Reserven, Minenlebensdauer, Verschuldung, politische Risiken und die Aktienbewertung.

Wesdome Gold Mines Ltd (WKN: A0JC4E)
Alamos Gold Inc (WKN: A14WBB)

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