Die BMW-Aktie erhält nach ihrem heftigen Kursverfall im laufenden Jahr heute etwas Rückenwind. Die Citigroup sieht positive Kurstreiber und setzt die Aktie auf eine Empfehlungsliste. Und auch produktseitig gibt es Neuigkeiten.
Wenn die Erwartungen so richtig am Boden liegen, genügt an der Börse oft schon ein kleiner Stimmungswechsel. Das scheint heute bei BMW der Fall zu sein. Die Citigroup hat die Aktie mit dem Status „Positive Catalyst Watch“ versehen und erwartet damit positive Schlagzeilen in den kommenden 90 Tagen. Das ist noch kein vollwertiges Kaufurteil, das Votum lautet weiterhin „Neutral“. Aber für die Börse ist es ein Hoffnungsschimmer, dass nun alle Negativszenarien eingepreist sein könnten und es wieder aufwärts geht. Das gilt am Freitag zumindest für den Kurs: Mit einem Plus von 2,3 Prozent setzt sich die Aktie im frühen Xetra-Handel an die DAX-Spitze.
Ende des Negativtrends
Citigroup-Analyst Harald Hendrikse verweist darauf, dass die Gewinnerwartungen für das Geschäft in China bereits deutlich nach unten korrigiert wurden; der negative Trend habe dort womöglich sein Extrem gesehen. Außerdem steht Ende September der Kapitalmarkttag an, auf dem sich erstmals die neue BMW- Führung ausführlich präsentiert. Gerade weil die Erwartungen niedrig seien, reiche schon wenig, um die Aktie zu bewegen. Zumal BMW aktuell im Vergleich zu Mercedes-Benz auf einem historischen Tief bewertet werde, schreibt Hendrikse.
Das sagt der Chart
Mit dem heutigen Kursanstieg auf über 61 Euro steigt die BMW-Aktie über die 21- und 50-Tage-Linien. Damit löste sie zwei kleinere Kaufsignale aus, auf die technische Trader und Tradingprogramme oft reagieren. Hinzu kommt, dass die Short-Quote bei BMW zuletzt 0,51 Prozent betrug. Das klingt wenig, ist aber angesichts des Free Float von nur rund 53 Prozent durchaus relevant. Der Kursanstieg könnte damit auch Short-Eindeckungen auslösen, was die Kursbewegung verstärken könnte.
All das ist noch kein belastbarer Beweis für eine Trendwende, aber es ist – endlich – ein erstes technisches Lebenszeichen. Und es macht Hoiffnungen auf eine zumindest Dvidende im kommenden Jahr.
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Produktoffensive
Für zusätzliche positive Stimmung sorgen auch zwei Meldungen von der Modellfront und aus dem operativen Geschäft. Laut dem Elektroautoportal BimmerToday hat die BMW Group seit dem ersten i3 im November 2013 inzwischen mehr als zwei Millionen batterieelektrische Fahrzeuge (BEV) verkauft. Zusammen mit Plug-in-Hybriden sind es rund 3,5 Millionen elektrifizierte Fahrzeuge. Im ersten Halbjahr 2026 sei mehr als jedes vierte verkaufte Fahrzeug von BMW ein Elektroauto oder Plug-in-Hybrid gewesen. Das ist im Branchenvergleich eine hohe Quote.
Gleichzeitig hat BMW in den Fahrzeugen der Neuen Klasse die Zahl der serienmäßigen aktiven Sicherheitsfunktionen ausgeweitet. Dazu zählen unter anderem eine verbesserte Ausstiegswarnung mit aktiver Türverzögerung (als Sicherheitsfeature für vorbeifahrende Radfahrer), der kooperative Spurhalteassistent und weitere Assistenzsysteme, die im Hintergrund arbeiten sollen.
Was das für die Aktie heißt
Die Investmentbank Bernstein verspricht sich gerade im Marktstart der Neuen Klasse mit ihren Elektromodellen iX3 und i3 sowie den bald folgenden Modellen X5 und 7er einen Schub für das BMW-Geschäft. Analyst Stephen Reitman nimmt ein großes Interesse am in China gebauten iX3 war und spricht von einem „zart flackernden Lichtlein am Ende des Tunnels“. Auch eine „leicht optimistische“ Aussage des Chefs der größten Händlergruppe China Meidong Auto Holding zu dem Fahrzeug stütze diese Lesart.
Bernstein bestätigte sein Votum „Outperform“ für die BMW-Aktie und nennt ein Kursziel von 82 Euro.
Die China-Schwäche bleibt jedoch weiterhin ein Risiko, ebenso wie der globale Preisdruck im Premiumsegment, ebenfalls ausgelöst durch Hersteller aus Fernost. Aber wenn das BMW-Management auf dem Kapitalmarkttag Ende September überzeugt und die Verkaufszahlen der Neuen Klasse stimmen, kann die Aktie schnell Fahrt aufnehmen.
Das sagt BÖRSE ONLINE
Angesichts des Kursverlusts von 36 Prozent seit Jahresanfang könnte die Gegenbewegung dann schnell und heftig sein. Optimisten fangen deshalb jetzt schon an, sich zu positionieren. Die BÖRSE ONLINE-Redaktion hat für BMW bislang jedoch keine neue Kaufempfehlung abgegeben.
Die neuesten Kaufempfehlungen der BÖRSE ONLINE-Redaktion finden Sie in Heft 36/2026. Die Titelgeschichte dreht sich um Kurschancen bei Spin-offs - Siemens Energy hat es kürzlich eindrucksvoll gezeigt. Außerdem nennen wir KI-Gewiner zum Schnäppchenpreis.
Die Ausgabe 36/2026 gibt es ab heute (Freitag) am Kiosk oder hier direkt als E-Paper.
Häufige Fragen zu BMW
Warum finde ich in der Kursübersicht nur eine BMW-Aktie?
Auf der Hauptversammlung im Mai 2026 wurde beschlossen, die beiden Aktiengattungen Stammaktie und Vorzugsaktie zusammenzulegen. Seitdem gibt es nur noch eine BMW-Aktie unter der WKN 519000.
Wie hoch ist die Dividende der BMW-Aktie?
BMW hat für das abgelaufene Geschäftsjahr 2025 auf der Hauptversammlung im Mai 2026 4,40 Euro je Stammaktie und 4,42 Euro je Vorzugsaktie ausgeschüttet. Für das laufende Geschäftsjahr rechnet BÖRSE ONLINE nahezu mit einer Halbierung der Dividende auf 2,40 Euro je Aktie.
Wird BMW im Jahr 2026 Gewinn schreiben?
Ja., Schätzungen gehen bislang von einem Gewinn von 6,75 Euro je Aktie aus. 2025 waren es allerdings noch 11,84 Euro je Aktie.