Der Euro gibt gegenüber dem Dollar nach – trotz positiver deutscher Konjunkturdaten. Der Trend könnte langfristig sein: US-Banken haben ihre Prognosen für den Euro gesenkt.

Der Euro hat am Dienstag nachgegeben und damit einen Großteil seiner Gewinne vom Wochenbeginn wieder abgegeben. Am Dienstagvormittag wurde er bei 1,1391 US-Dollar gehandelt – ein Rückgang gegenüber dem Vorabend. Die Europäische Zentralbank hatte den Referenzkurs am Montag noch auf 1,1406 Dollar festgesetzt.

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Euro gegen Dollar: Experten sehen Abwärtsrisiken

Die Situation beim Euro-Dollar-Wechselkurs sei weiterhin geprägt von der jüngsten Stabilisierung im Bereich von 1,1411 Dollar, dem ehemaligen Jahrestief von Mitte März, schrieben dazu die Experten der Landesbank Hessen-Thüringen. Übergeordnet jedoch seien aus markttechnischer Sicht Abwärtsrisiken vorhanden.

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Immerhin: Konjunkturdaten aus Deutschland stützen den Euro im frühen Handel zwischenzeitlich. So waren im Mai die Preise für importierte Güter stärker als erwartet gestiegen. Zudem legte der Umsatz im Einzelhandel überraschend zu. Dies gebe begründeten Anlass zur Hoffnung, dass sich die Konjunktur im zweiten Quartal möglicherweise besser entwickelt hat als ursprünglich befürchtet, schrieb Chefvolkswirt Thomas Gitzel von der VP Bank.

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Weitere Entwicklung beim Euro: US-Banken korrigieren Prognosen nach unten

Das mittelfristige Bild bleibt dennoch eingetrübt - jedenfalls vielen US-Banken zufolge. J.P. Morgan hat seine Euro-Prognose für 2026 von 1,20 auf 1,13 bis 1,15 Dollar gesenkt. Auch die Bank of America, Morgan Stanley und BNY Mellon haben ihre Erwartungen zurückgeschraubt. Ein Absturz auf ein historisches Rekordtief gilt unter Experten jedoch als unwahrscheinlich.

Bei der Korrektur spielen neben den robusten US-Wirtschaftsdaten vor allem die beiden großen Notenbanken eine große Rolle. Die US-amerikanische Federal Reserve (Fed) überrascht unter ihrem neuen Vorsitzenden Kevin Warsh mit einem deutlich restriktiveren Kurs – Händler preisen bereits Zinserhöhungen noch im Jahr 2026 ein. 

„Die restriktive Neubewertung der Fed hat die Zinsdifferenziale sowohl in realen als auch in nominalen Begriffen zugunsten des Dollars verschoben”, erklärt Meera Chandan, Co-Leiterin der globalen Devisenstrategie von J.P. Morgan.

Die Europäische Zentralbank (EZB) hingegen gibt sich zurückhaltend: EZB-Präsidentin Christine Lagarde hat nach einer einzelnen Anhebung signalisiert, keine übermäßig aggressive Gangart einschlagen zu wollen. Diese Asymmetrie, so Strategen, lastet auf dem Euro.

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Häufige Fragen

Warum verliert der Euro gegenüber dem US-Dollar an Wert?

Der Euro steht unter Druck, weil die US-Notenbank Fed unter ihrem neuen Chef Kevin Warsh eine deutlich restriktivere Geldpolitik verfolgt als die EZB. Während Händler bereits Zinserhöhungen in den USA einpreisen, hält sich die EZB zurück – diese Zinsdivergenz schwächt den Euro strukturell.

Auf welches Niveau könnte der Euro 2026 fallen?

J.P. Morgan hat seine Euro-Prognose für 2026 auf 1,13 bis 1,15 US-Dollar gesenkt, zuvor waren 1,20 Dollar erwartet worden. Auch Morgan Stanley und BNY Mellon haben ihre Schätzungen nach unten korrigiert. Ein Absturz auf das historische Rekordtief gilt laut Experten jedoch als unwahrscheinlich.

Was sind Fed und EZB? 

Die EZB (Europäische Zentralbank) und die Fed (Federal Reserve) sind die beiden einflussreichsten Zentralbanken der Welt. Sie steuern die Geldpolitik in der Eurozone bzw. den USA, legen die Leitzinsen fest und sorgen für die Stabilität der jeweiligen Währung. 

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